Pizza-Antipasti und Dolce Header
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Esskultur in Italien: So isst, trinkt und genießt der sonnige Süden

Vom ersten Kaffee bis zum finalen “Digestivo” nach dem Abendessen: Italien ist das Land der kulinarischen Hochgenüsse. Das gemütliche Zusammensitzen im Kreis der Liebsten ist dabei mindestens genauso wichtig wie gutes Essen und die Karaffe Wein am Tisch – und fester Bestandteil der Esskultur, egal ob im Alltag oder zu feierlichen Anlässen. Was sonst noch alles typisch Italien ist? Das verraten wir Ihnen hier.

Was ist typisch für die italienische Küche?

Die italienische Küche wird vor allem durch eines charakterisiert: Einfache, bodenständige Speisen mit frischen, saisonalen Zutaten, üblicherweise aus der Region. Gegessen wird vorwiegend Fleisch, frischer Fisch und Meeresfrüchte sowie Gemüse – also klassisch mediterran. Doch die insgesamt simple Beschaffenheit der Gerichte soll keinesweges über die Raffinesse der Aromen und Geschmacksvielfalt hinwegtäuschen: Frische Kräuter wie Basilikum, Thymian, Oregano und Co. sorgen für feine Nuancen, deftige Saucen und aromatischer Weinsud verfeinern Pasta, Risotto und Co. im Handumdrehen. Und spätestens bei einer saftigen Tagliata vom Grill mit einem schönen Glas “Vino da casa”  ist auch den größten Skeptiker:innen klar, dass ein bisschen Italianità das Leben einfach dolce macht.

Wann – und wie – wird in Italien gegessen?

Wer schon einmal in Italien auf Urlaub war, weiß, dass Kulinarik und Genuss mit Leidenschaft und Überzeugung zelebriert werden. Während in unseren Breitengraden das gemeinsame Essen eher dem Gedanken der Effizienz folgt, nimmt man sich in Italien einfach Zeit – gerne 3 - 4 Stunden oder auch einen ganzen Nachmittag, wenn gerade nichts Dringendes ansteht und der Familien- bzw. Freundeskreis vollständig vertreten ist. Doch wann genau setzen sich Italiener:innen eigentlich zu Tisch? Und was genau isst man im Alltag und zu den Feiertagen?

Gedeckter Tisch mit Croissant und Capuccino
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Welche Essenszeiten sind in Italien üblich?

Das Frühstück wird meist zwischen 7:30 und 9:30 begangen – üblicherweise mit dem ersten Kaffee, dazu meist ein süßes Gebäck à la Croissant und Co., oft auch stehend direkt an der Bar. Das in Österreich übliche große Frühstück mit Marmeladenbrot, kalter Jause, Eierspeis,Müsli und Co. findet manin Italien höchstens in Hotels oder Touristenhotspots. Zum Mittagessen geht es meistens gegen 13:00 bzw. 13:30 Uhr, das Abendessen startet meist nach 20:00 Uhr. Immerhin muss auch noch Zeit für den wohlverdienten Aperitivo bleiben – dem gemütlichen Zusammensein nach der Arbeit, wo erfrischende Spritzgetränke und Cocktails à la Negroni, Aperol Spritz, Campari Soda und Co. auf keinen Fall fehlen dürfen.

Was ist die korrekte Reihenfolge bei einem italienischen Menü?

Wer schon einmal in einem italienischen Restaurant war weiß, dass ein typisches Menü (vor allem beim Abendessen), einem klar definierten Ablauf folgt:

Carpaccio
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Antipasti

Begonnen wird in Italien traditionell mit Antipasti, den Vorspeisen. Typische Vertreter sind zum Beispiel klassische Caprese, knusprige Bruschetta oder Crostini. Es darf aber gerne auch einen Hauch “üppiger” werden: etwa mit Vitello tonnato, Carpaccio oder einem Insalata di Mare (Meeresfrüchtesalat). Auch Prosciutto, getrocknete Fleisch- und Wurstwaren sowie diverse Käsesorten dürfen auf einerVorspeisenplatte nicht fehlen – meist begleitet von Weißbrot, Oliven und anderem eingelegten Gemüse.

 Spaghetti mit Miesmuscheln

Primi Piatti

Der erste Gang besteht in der Regel aus einem Pasta- oder Risotto-Gericht, gerne auch mit Meeresfrüchten – beliebte “Primi” sind zum Beispiel Tortellini, Risotto Milanese, Tagliatelle mit Venusmuscheln oder auch Calamari Fritti.

Involtini mit cremiger Polenta und Ofentomaten
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Second Piatti

Der Hauptgang bzw. die Hauptspeise umfasst üblicherweise ein Fisch- oder Fleischgericht mit Contorni (Beilagen) wie Gemüse, Kartoffeln oder einer klassischen gemischten Salat (“insalata mista”). Unser Genuss-Tipp für zuhause: Branzino mariniert mit Knoblauch und Zitronenöl – einfach himmlisch!

Gedeckter Tisch mit Tiramisu, Espresso und Panna cotta
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Dolci

Wer nach den vielen Gängen noch Platz hat, beendet das Essen mit einer kleinen Nachspeise, oft in Kombination mit einem Caffè – üblicherweise Espresso. Typische Süßspeisen sind zum Beispiel klassisches Tiramisú, Panna Cotta oder – wenn es etwas Leichteres sein soll – ein Zitronensorbet.

Schon gewusst? Nach dem Essen werden  zum Verdauen noch gern “Digestivi” gereicht – typischerweise Grappa oder, wenn es etwas weniger Hochprozentiges sein soll, Limoncello.

Charcuterie Snack Board
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Was isst man in Italien zu Weihnachten?

Zu den Festtagen geht es in Italien kulinarisch ganz besonders her, vor allem rund um “Natale” (Weihnachten). Die grundlegende Reihenfolge der Gänge wird auch – oder ganz besonders – bei feierlichen Anlässen eingehalten, allerdings variieren die servierten Speisen sehr stark je nach Region. Traditionell wird am Heiligabend (“La Vigilia”) jedoch in ganz Italien Fisch gegessen, vor allem im Süden, wo sich beim “Fest der sieben Fische” kulinarisch alles um die Meereslebewesen dreht – ob gebacken, gebraten oder gedünstet. Einig sind sich die Italiener:innen aber bei Süßspeisen und Desserts: Pandoro, Panettone sowie feines Weihnachtsgebäck und Weihnachtskekse sind weder im Norden noch im Süden vom Esstisch wegzudenken. 

Was isst man in Italien zu Ostern?

Zu Ostern hat wiederum die Colomba Pasquale (“Ostertaube”) ihren ganz großen Auftritt – ein taubenförmiger Kuchen aus Weizen-Sauerteig, quasi das frühlingshafte Pendant zum Panettone. Und vor dem süßen Nachschlag? Da setzt man ganz auf pikante Köstlichkeiten, Lammgerichte und herzhaftes Gebäck. Und natürlich sind auch die überdimensionierten, hübsch verpackten Schokoladeneier (“Uova di Pasqua”) einabsolutes Muss für ein gelungenes Osterfest alla Italiana.

Tischsitten & Gepflogenheiten: Was gehört zum guten Ton?

Man sieht: Wenn Italiener:innen eines ernst nehmen, ist es das Essen. Kein Wunder also, dass es im sonnigen Süden auch einige (ungeschriebene) Regeln gibt, an die man sich besser halten sollte, um beim nächsten Restaurantbesuch bzw. Italienurlaub eine gute Figur (oder “bellafigura”) zu machen:

 

  • Nudeln werden immer mit der Gabel am Tellerrand aufgerollt – sie zu zerschneiden oder den Löffel zu Hilfe zu nehmen, ist tabu.

  • Um Sauce am Teller aufzuwischen, darf gerne ein Stück Brot zu Hilfe genommen werden. Im Italienischen klingend “fare la scarpetta” genannt.

  • Milchkaffee wie Cappuccino oder Latte Macchiato nach 11:00 vormittags? Eine absolute Todsünde. Der Italiener bzw. die Italienerin setzt nach Mahlzeiten auf echten, unverfälschten Espresso.

  • Pasta als Beilage? Keine Chance. In Italien stehen Nudeln für sich allein, ohne wenn und aber.

  • Parmesan auf Fischpasta, Schlagobers in Carbonara oder Ketchup und Ananas auf Pizza sind bei unseren südlichen Nachbarn absolute No-gos.

Schon gewusst? Im Restaurant ist es üblicherweise nicht nötig, Trinkgeld zu geben. Dies ist in der Regel schon im “Coperto”, also dem Gedeck, inkludiert und auf der Rechnung entsprechend ausgewiesen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen rund um essen und trinken in italien

Was ist ein typisch italienisches Mittagessen?

Ein typisch italienisches Mittagessen besteht traditionell aus einer Vorspeise (“Primo”; z.B. Suppe oder Risotto) und einer Hauptspeise (“Scondo” ), entweder Fisch oderFleisch mit Beilagen. Grundsätzlich sind die Essgewohnheiten in Italien aber genauso an den (beruflichen) Alltag angepasst wie bei uns und in anderen europäischen Ländern. Tramezzini in der Mittagspause als Pendant zum klassischen Weckerl sind genauso akzeptiert wie ein Stück Lasagne oder ein Teller Pasta ohne großen Schnickschnack.

Was sind beliebte italienische Gerichte?

Vorspeisen:

  • Caprese (Tomaten-Mozzarella mit Olivenöl und Basilikum)
  • Bruschetta (knusprig gebackenes Weißbrot, belegt mit gewürfelten Tomaten)
  • Crostini (kleine geröstete Weißbrotscheiben mit Aufstrichen verfeinert)
  • Carpaccio (rohes, dünn geschnittenes Rindfleisch, verfeinert mit Olivenöl, Zitrone und Parmesan
  • Vitello tonnato (dünn geschnittenes, gekochtes Kalbfleisch mit vremiger Thunfisch-Sardellen-Kapern-Sauce)

Haupt- & Zwischengänge:

  • Pizza
  • Risotto
  • Pasta (z.B. al Ragù, Carbonara)
  • Lasagne

Nachspeisen:

  • Tiramisú
  • Panna Cotta
  • Creme Caramel
  • Sorbetto al Limone
    (Zitronensorbet)

Was sind kulinarische No-Gos in Italien?

  • Cappuccino und Latte Macchiatonach 11 Uhr vormittags
  • Nudeln als Beilage
  • Ketchup oder Ananas auf Pizza
  • Parmesan auf Fischpasta
  • Carbonara mit Schlag zubereiten

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