Die optimale Grilltemperatur für Steak, Gemüse & Co.

Jeden Sommer werden unzählige Grillpartys geschmissen und sie machen immer gute Laune. Das ist nicht zuletzt guter Gesellschaft und lauen Sommerabenden zu verdanken. Die besten Grillabende sind aber ganz klar jene, bei denen das Grillgut frisch und saftig auf den Tisch kommt. Dafür spielt allem voran – noch vor Gewürzen und Technik – die optimale Grilltemperatur eine Rolle. Aber was heißt "optimale Grilltemperatur” überhaupt und wie erreicht man sie?

verschiednes Fleisch auf einem Griller
© Carolina Schmiderer-Auer © Carolina Schmiderer-Auer

Was sind optimale Grilltemperaturen?

Perfekt ist es, wenn’s schmeckt – innen schön saftig, außen mit einer schönen Bräune. Das gilt für fast jedes Grillgut vom Würstel über die Hühnerbrust und Gemüse bis hin zum perfekt gebratenen Steak. Trotzdem benötigt jedes Lebensmittel auf dem Grill ein wenig andere Temperaturen, um genau so zu werden. Dabei spielt sowohl die Art des Grillguts als auch seine Größe eine Rolle. Sie können sich dafür an folgender Tabelle orientieren:

Steak grillen
© Carolina Auer © Carolina Auer
Grillgut Grilltemperatur Kerntemperatur
Huhn & Pute 160 °C–180 °C
70 °C–80 °C
Gemüse 150 °C–180 °C - 
Schweinefleisch 150 °C–160 °C 65 °C–75 °C
Steak 180 °C–220 °C 45 °C–63 °C
Gemüse beliebig -
Spareribs 130 °C - 
Fisch 160 °C–180 °C 60 °C–65 °C
Hamburger (Patties) 180 °C–200 °C 52 °C –70 °C
Garnelen 160 °C -
Lamm 140 °C–180 °C 55 °C–72 °C
Obst 160 °C–180 °C -

Bei Fleisch spielt zusätzlich der spezifische Teil des Tieres eine Rolle. Eine Hühnerkeule wird beispielsweise heißer gebraten als die Brust, genauso ein Lammkotelett im Vergleich zur Lammkeule.

Tipp: Auch wenn es am Grill möglich ist, Temperaturen von über 300 °C zu erreichen, sollten diese nur zum Ausbrennen von Gasgrills oder zum Pizza backen am Pizzastein verwendet werden – anderes Grillgut würde nur anbrennen oder zäh werden!

Das perfekte Steak

Für perfekte Steaks sind Grill- und Kerntemperatur entscheidend:

  • Rare: Grilltemperatur 200–220 °C | Kerntemperatur 45–52 °C
  • Medium Rare: Grilltemperatur 200–220 °C | Kerntemperatur 53–56 °C
  • Medium: Grilltemperatur 200–220 °C | Kerntemperatur 57–59 °C
  • Well Done: Grilltemperatur 200–220 °C | Kerntemperatur 60–63 °C

Das Steak bei 200–220 °C scharf anbraten, anschließend bei indirekter Hitze 10–15 Minuten ruhen lassen, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Alternativ kann es in Alufolie nachziehen – das eignet sich jedoch nur für Rare und Medium Rare.

Grilltemperaturen richtig messen

Nun wissen Sie, was die optimale Temperatur für all Ihr Grillgut sein sollte. Aber wie finden Sie am besten heraus, welche Temperatur Ihr Grill hat? Oder wie die Kerntemperatur Ihres Grillfleisches ist?

Grilltemperatur mit Thermometer messen

Einige Gasgriller haben eine Temperaturanzeige direkt im Deckel verbaut, was eine erste Hilfe beim Aufheizen des Grillers darstellt. Aber der Deckel ist nicht immer geschlossen und nicht jeder besitzt einen Gasgrill mit dieser Funktion. Um die Grilltemperatur genau zu messen, ist es daher sinnvoll, ein eigenes Grillthermometer am Grillrost anzubringen. Alle Teile des Thermometers, die im Grill angebracht werden (das Display wird i. d. R. nicht im Grill befestigt), sollten hitzebeständig sein. Ein breiter Temperaturbereich ist für ein Garraumthermometer ebenfalls von Vorteil (z. B. 0–300 °C).

Grilltemperatur ohne Thermometer messen

Ist kein entsprechendes Thermometer vorhanden, kann die Temperatur mit der Hand geschätzt werden. Dafür halten Sie eine Handfläche circa 12 cm über den Grillrost und zählen, wie viele Sekunden, Sie es aushalten:

  • 8–10 Sekunden: 110 °C–170 °C
  • 5–7 Sekunden: 180 °C–220 °C
  • max. 4 Sekunden: 230 °C–300 °C

Höhere Temperaturen als 300 °C erreichen Griller typischerweise nicht. Zwar ist das Messen mit der Hand keine exakte Wissenschaft, überraschenderweise funktioniert sie dennoch ausgezeichnet, um saftiges Grillgut zu erhalten.

Kerntemperatur mit Thermometer messen

Beim Grillfleisch spielt die Kerntemperatur eine entscheidende Rolle. Hier können schon kleine Unterschiede große Auswirkungen auf das Endergebnis haben, weswegen für ein tolles Steak ein Fleischthermometer verwendet werden sollte. Auch bei Geflügel ist es sehr hilfreich, um sicherzustellen, dass es durch ist (ohne es halbieren zu müssen). Das Fleischthermometer wird dafür mittig in die dickste Stelle des Fleisches gesteckt. Dann heißt es einige Sekunden warten, bis eine stabile Temperatur angezeigt wird.

Kerntemperatur ohne Thermometer messen

Steht kein Fleischthermometer zur Verfügung, kann auch hier die Temperatur geschätzt werden. Hierfür muss man wissen, dass sich die Konsistenz des Grillfleischs beim Grillen verändert. Das kennen Hobbyköch:innen aus der Küche: Je länger man Fleisch brät oder kocht, desto fester wird es. Wer also vorsichtig mit einem Finger oder einer Grillzange gegen das Fleisch drückt, wird merken, wie durch es ist:

  • Lässt es sich ohne Widerstand andrücken, ist es noch fast roh.
  • “Springt” es etwas zurück, ist es halb durch.
  • Ganz durch ist es, wenn es beim Anfassen fast fest ist. Es sollte dennoch etwas nachgeben – zu festes Fleisch ist ein Zeichen für zähe Konsistenz. 

Allerdings ist die Schätzung der Kerntemperatur eine Herausforderung, die Übung benötigt: Meist klappt sie nicht beim ersten Mal. Andererseits ist das Ausprobieren und Experimentieren einer der schönsten Dinge beim Grillen! Auch wenn diese Methode also weniger exakt als ein Thermometer ist, Spaß macht es garantiert. Und wenn Sie schon dabei sind, wieso also nicht gleich weitere Grilltipps ausprobieren?

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