Ein Tisch gedeckt mit lauter asiatischen Gerichten, wie Sushi, Dumplings oder Frühlingsrollen
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Vielfalt, Tradition & Genuss

Esskultur in Asien

Asiens Esskultur ist von jahrhundertealten Traditionen, kulinarischer Vielfalt sowie Wertschätzung geprägt – und so facettenreich wie der Kontinent selbst. Wer versteht, wie im geheimnisvollen Osten gegessen wird, taucht nicht nur geschmacklich, sondern auch kulturell tiefer in die Materie ein und genießt dadurch noch authentischer. Neugierig geworden? Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Reise durch landestypische Besonderheiten und Tischsitten, kleine Stolperfallen und festliche Genüsse.

Typische Bräuche & Traditionen in der asiatischen Esskultur

Das gemeinsame Essen ist in vielen asiatischen Ländern ein Akt der Gemeinschaft und des Respekts. Entdecken Sie, wie man in den verschiedenen Kulturen zu Tisch speist und was es sonst noch zu beachten gibt:

China

In China steht beim Essen der Zusammenhalt im Mittelpunkt: Hier gilt das Teilen von Speisen als Ausdruck von Verbundenheit. Ein runder Tisch mit einer „Lazy Susan“, dem typischen Drehteller, erleichtert das Weiterreichen der Gerichte und symbolisiert Harmonie am Tisch. Auch die “Geräuschkultur” ist hierzulande interessant: Laute Essgeräusche wie Schlürfen von Suppe oder Nudeln werden hier als Kompliment an die Küche verstanden und zeigen, dass das Essen schmeckt.

 

Darüber hinaus sind chinesische Banketts oft sehr großzügig angelegt, mit einer Vielzahl an symbolträchtigen Gängen: Fisch etwa steht im Chinesischen für „Überfluss“, während Dumplings (Jiaozi) für monetären Reichtum und lange Nudeln (Changshou Mian) für ein langes Leben stehen. Auch die Sitzordnung folgt festen Regeln, die den Status und Respekt gegenüber den Gästen widerspiegeln. So sitzt etwa der Ehrengast “am oberen Sitz”, also an der Position, die dem Eingang zugewandt ist. Die Gastgeber:innen wiederum sitzen ihm gegenüber, um ihn bestmöglich im Blick zu haben und für einen reibungslosen Ablauf der Mahlzeit zu sorgen.

Ein Bild von Chinesischer Hot Pot
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Eine Platte voller verschiedenen Sushis
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Japan

In Japan legt man großen Wert auf Ästhetik und Dankbarkeit. Getränke werden mit beiden Händen serviert, vor dem Essen sagt man „Itadakimasu“ (dt.: Ich nehme dieses Essen demütig an), danach „Gochisō-sama“ (dt.: Danke für das Essen). Die Präsentation der Speisen ist genauso wichtig wie ihr Geschmack und die Gerichte sind sorgfältig für alle Sinne aufgebaut. Bei der traditionellen Haute Cuisine “Kaiseki Ryori” etwa hat jede Speise eine tiefere Bedeutung, zudem ist die Ästhetik eine Kunstform. Suppen werden direkt aus der Schale getrunken, das Schlürfen von Nudeln gehört dabei auch hier ausdrücklich zum guten Ton.

 

Und wer Sushi authentisch genießen möchte, isst klassische Nigiri (Fisch auf Reis) idealerweise mit den Fingern und taucht dabei lediglich den Fisch leicht in Sojasauce – der Reis würde durch den Kontakt mit der Sauce schnell zerfallen. Sashimi (Fisch ohne Reis) führt man hingegen mit Stäbchen zum Mund. Auch gut zu wissen: Eingelegten Ingwer, der in westlichen Ländern gern als Beilage serviert wird,  verwendet man in Japan nur zur Geschmacksneutralisation zwischen verschiedenen Sushi-Arten.

Korea

Korea zeichnet sich durch präzise Tischmanieren aus. Diese beginnen schon beim Besteck: „Sujeo“ bezeichnet die Kombination aus Löffel und metallischen Stäbchen, die beide gleichzeitig aufgedeckt werden. Der Löffel wird etwa für Reis oder Suppe gebraucht, die Stäbchen für Beilagen. Wichtig dabei ist, sie korrekt zu verwenden: Ein absolutes Tabu ist es etwa, Stäbchen senkrecht in den Reis zu stecken, da dies stark an Räucherstäbchen erinnert, die bei Beerdigungen verwendet werden.

 

Auch beim Trinken gibt es feste Regeln: Einschenken für sich selbst gilt als unhöflich, stattdessen gießt man den anderen Tischgästen nach, oft mit beiden Händen. So zeigt man Respekt und stärkt das Gemeinschaftsgefühl am Tisch. Besonders bedeutungsvoll ist dabei die Reihenfolge: Jüngere schenken den Älteren zuerst ein und wenden dabei den Kopf leicht ab; eine subtile, aber bedeutsame Geste des Respekts.

Ein Bild von Korean Fried Chicken
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Ein Bild von süßen Laddus
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Indien

In der indischen Küche gehört das Essen mit der rechten Hand zu den traditionellen Gepflogenheiten, besonders im Süden. Die linke Hand gilt traditionell als unrein und wird beim Essen nicht verwendet. Serviert wird häufig auf einem Thali, einer runden Platte aus Blech, mit mehreren Beilagen. Messer und Gabel sind hier selten, dafür wird das Mahl bewusst mit den Händen erlebt.

Thailand & Vietnam

Auch in Thailand und Vietnam spielen feine Tischsitten eine große Rolle. Gastfreundschaft gilt als außerordentlich wichtig und eine Einladung abzulehnen, wird als unhöflich empfunden. Stäbchen sind hier zwar weit verbreitet, werden jedoch nie zum Zerteilen bzw. Einstechen in die Speisen verwendet. In Thailand isst man viele Gerichte auch mit Löffel und Gabel, wobei die Gabel lediglich zum Aufschieben auf den Löffel dient.

 

Schon gewusst? In vielen asiatischen Ländern gelten Gastfreundschaft und Respekt gegenüber Gastgeber:innen als oberstes Gebot. Eine Einladung abzulehnen oder sich unangemessen zu verhalten, wird als unhöflich betrachtet. Auch kleine Gesten, wie das Warten auf den ersten Bissen der Gastgeber:innen, zeigen Wertschätzung.

Ein Bild von knackigem frischen Som Tam
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Dos & Don'ts im Restaurant & bei Familieneinladungen

Beim Essen in Asien geht es nicht nur um den Geschmack – auch das richtige Verhalten am Tisch spielt eine große Rolle. Wer die Bräuche kennt, zeigt Respekt, vermeidet Fettnäpfchen und sorgt ganz nebenbei für einen gelungenen Abend. Keine Sorge: Man muss nicht jede Feinheit von Anfang an perfekt beherrschen. Mit ein paar einfachen Tipps können Sie schon viel richtig machen und Ihre Gastgeber:innen freuen sich über das aufmerksame Miteinander.

Dos

  • In Asien ist es ein Zeichen von Respekt, mit dem Essen zu warten, bis die Gastgeber:innen den ersten Bissen genommen haben. Dieses kleine Detail zeigt Wertschätzung und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
 
  • Bei Getränken wie Tee oder Alkohol gilt: Gießen Sie zunächst den anderen Gästen nach, bevor Sie Ihr eigenes Glas füllen. In Korea gießt man oft mit beiden Händen ein, um den Respekt zu unterstreichen.
 
  • Zeigen Sie Interesse an der Vielfalt der Speisen. Probieren Sie von allem ein wenig, anstatt sich nur auf ein Gericht zu konzentrieren, denn das wird als aufmerksame Geste verstanden. In China erleichtert dabei die „Lazy Susan“ das Teilen der Speisen, sodass wirklich jede:r alles kosten kann.
 
  • Gehen Sie offen mit Essgewohnheiten um, die sich von europäischen unterscheiden. Ein Schlürfen in Japan und China oder ein Essen mit den Händen in Indien wird nicht als unhöflich gesehen, sondern ist Teil der Kultur.
 
  • Dankbarkeit ist überall willkommen. In Japan beispielsweise sagt man vor dem Essen wie bereits erwähnt „Itadakimasu“ und nach dem Essen „Gochisō-sama“. Aber auch in Indien, wenn man ein Thali serviert bekommt, zeigt ein freundliches Dankeschön, dass man die Gastfreundschaft zu schätzen weiß.

Don’ts

  • Nicht nur das senkrechte Stecken von Essstäbchen in Reis gilt in vielen Ländern als großes Tabu, sondern auch das Weitergeben von Essen damit sollte unterlassen werden. Dies gilt nämlich als Zeichen des Todes.
 
  • Themen wie Politik oder Religion sind am Esstisch häufig unerwünscht. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf leichte Gespräche oder erzählen Sie kleine Anekdoten. In Vietnam etwa werden Geschichten über das Essen oder die Herkunft eines Rezepts besonders gerne geteilt.
 
  • Beschweren Sie sich niemals lautstark über das Essen und lehnen Sie Speisen niemals rigoros ab. Auch, wenn Ihnen etwas nicht zusagt, gilt es als respektvoll, wenigstens eine kleine Portion zu probieren. In Thailand wird es beispielsweise sehr geschätzt, wenn man auch scharf gewürzte Gerichte probiert, selbst wenn man danach ein Glas Wasser braucht.
 
  • Da die Kuh im Hinduismus als heilig gilt, ist der Verzehr von Rindfleisch für Hindus ausgeschlossen. In Indien stellt diese Glaubensgemeinschaft den Großteil der Bevölkerung – Rindfleischgerichte sind daher äußerst selten.

Essen zu besonderen Anlässen: Genuss zu Neujahr & Co.

Festtage sind in Asien immer auch kulinarische Höhepunkte. Beim chinesischen Neujahrsfest etwa versammelt sich die Familie zum großen „Reunion Dinner“ (Familienessen), bei dem Hot Pot oder symbolträchtige Speisen wie Fisch für Überfluss auf den Tisch kommen.

 

In Japan gehören Mochi, die süßen Klebreisbällchen, traditionell zum Neujahrsfest, während in Thailand beim Lichterfest Loy Krathong aromatische Currys oder farbenfrohe Desserts Glück und Wohlstand verheißen.

 

In Korea wiederum darf Tteok, der Reiskuchen, bei Geburtstagen oder zum Neujahrsfest „Seollal“ nicht fehlen.

 

Indien feiert seine großen Feste wie Diwali oder Holi mit Süßspeisen wie Laddus oder duftenden Currys, die Gemeinschaft und Freude ausdrücken.

 

Wie in China sind auch in Vietnam Gerichte voller Symbolkraft – von goldenen Currys für Glück, Wohlstand und Reichtum bis zu süßen Klebreisbällchen für Glück und Harmonie. So wird Essen zum Bindeglied zwischen Tradition, Familie und guten Wünschen.

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