Hochbeet richtig anlegen und befüllen

Ein richtig angelegtes Hochbeet ermöglicht ertragreiche Kräuter- und Gemüseernten auf engstem Raum. Was fast wie ein Wunder klingt, gestaltet sich in Wirklichkeit äußerst einfach und kann ganz unkompliziert sowie umweltfreundlich mit Gartenabfällen umgesetzt werden. Wir verraten Ihnen, wie es geht!

Garten 2021

Das Hochbeet: Toller Ertrag auf kleinstem Raum

 

Hochbeete erfreuen sich bei Hobbgärtnern steigender Beliebtheit. Kein Wunder, denn diese Art des Gärtnerns bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

 

  • Hochbeete benötigen nicht viel Platz und können meist auch auf der Terrasse oder dem Balkon angelegt werden.
  • Durch die Nutzung eines Hochbeetes wird die Wachstumsperiode bis spät in den Herbst hinein verlängert und das Pflanzenwachstum beschleunigt.
  • Der Ertrag kann bis zu dreimal so hoch sein wie bei konventionellem Anbau.
  • Ein Hochbeet muss aufgrund seiner Schichten nicht gedüngt werden.
  • Das Hochbeet ist ein “kleiner Gemüsegarten auf Augenhöhe”: Man muss sich nicht bücken und schont somit den Rücken.
  • Hochbeete sind weniger anfällig für Schneckenbefall und können auch gut gegen Wühlmäuse gesichert werden.
  • Hochbeete sind langlebig: Erst nach ca. 5 Jahren müssen sie neu angelegt werden.

 

Kurzum: Für Hobbygemüsegärtner:innen lohnen sich Hochbeete daher auch dann, wenn bereits eine großer Garten vorhanden ist.

Hochbeete in sonniger Lage aufbauen

 

Damit das Gemüse aber auch gedeiht, spielt der Standort des Hochbeets eine entscheidende Rolle. Die meisten Gemüsesorten bevorzugen ein sonniges Plätzchen, wobei dies nicht zwangsläufig von morgens bis abends der Fall sein muss. Prinzipiell sind daher Süd-, Ost- oder Weststandorte zu bevorzugen. Bei hochwachsenden Pflanzen an einem Oststandort ist ein zusätzlicher Windschutz gefragt.

 

Neben der Himmelsrichtung gibt es eine weitere praktische Komponente, die beim Standort beachtet werden sollte: Die meisten Hobbygärtner:innen bevorzugen es, das Hochbeet in der Nähe eines Wasseranschlusses anzulegen. So kann das Beet automatisch mit einer Bewässerungsanlage gegossen bzw.  muss die Gießkanne nicht so weit geschleppt werden.

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Das passende Material für das Hochbeet

 

Hochbeete gibt es in großer Vielfalt fertig zu kaufen. Dafür muss nicht nur die passende Größe ausgewählt werden, sondern auch das Material. Auf Metall, Stein, Ziegel, Holz oder Kunststoff fällt die häufigste Wahl. Witterungsbeständige Materialien wie Metall, Stein und Ziegel überzeugen durch ihre Langlebigkeit und bieten natürlichen Schutz gegen Wühlmäuse. Zudem punkten sie mit einer ausgezeichneten Wärmeisolierung.

 

Konstruktionen aus Holz oder Kunststoff sind dagegen schneller errichtet und oftmals günstiger erhältlich. Mit der richtigen Pflege und einem Witterungsschutz bleiben diese Hochbeete ebenfalls jahrelang erhalten. Natürlich kann auch die Optik eine Rolle spielen: Hochbeete aus Holz oder Stein fügen sich meist besonders natürlich in den heimischen Garten ein.

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Hochbeet-Schichten: Das Geheimnis liegt in der Fülle

 

In einem Hochbeet wird Schicht um Schicht in einer bestimmten Reihenfolge angelegt. Nur dadurch können über ein Zeitraum von mehreren Jahren nach und nach Nährstoffe an die Pflanzen abgegeben werden. Für das Befüllen gibt es keine strengen Regeln, oftmals werden jedoch folgende Schichten verwendet:

 

  • Festes Holz wie Äste, Zweige, Rinde
  • Leichte organische Abfälle wie Laub, geschnittenes Gras
  • Kompost und/oder Mist
  • Hochwertige Gartenerde

 

Tipp: Oft lohnt es sich, das Hochbeet bereits im Herbst anzulegen. Zum einen fallen dann im Garten die benötigten Abfälle – Äste, Laub usw. – ganz natürlich an und können direkt im Hochbeet angesetzt werden. Zum anderen haben die Schichten im Beet Zeit, zu kompostieren, sodass bereits beim Anpflanzen im Frühling zahlreiche wertvolle Nährstoffe für die Setzlinge vorhanden sind.

 

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Schritt für Schritt zum befüllten Hochbeet

Ein neues Hochbeet lässt sich in nur 6 Schritten befüllen:

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Ab wann kann man ein Hochbeet bepflanzen?

 

Im Hochbeet können die ersten Samen und Setzlinge im Vergleich zum herkömmlichen Gartenbeet etwas früher gesät werden. Grund dafür ist, dass Hochbeete sowohl mehr Wärme aufnehmen als auch diese schneller resorbieren. Das Ergebnis: Die Temperatur ist meist 1-4 °C höher als im Boden. Je nach Außentemperatur können so bereits ab März die ersten Pflanzen gesetzt werden. Wer noch früher starten möchte, sollte auf einen speziellen Frühbeetaufsatz, der die jungen Pflänzchen vor Kälte schützt, zurückgreifen. Diese eignen sich vor allem ausgezeichnet für Wintersalate.

 

Tipp: Das Hochbeet kann bereits im Herbst mit Herbst- und Wintergemüse bepflanzt werden – für frischen Erntegenuss das ganze Jahr über!

Die Bepflanzung planen: Standort, Nachbarn & Co.

Planung ist das A und O jedes erfolgreichen – und damit ertragreichen – Hochbeets. Wer Wechselwirkungen und Bedürfnisse der verschiedenen Sorten beachtet, kann mit vergleichsweise geringem Aufwand große Erfolge erzielen. Insbesondere Nährstoffbedürfnisse, sogenannte gute und schlechte Nachbarn, sowie der Standort sollte in Planung miteinbezogen werden.

Nährstoffbedarf und Jahresplanung

Gartenexpert:innen unterteilen Pflanzenarten nach ihrem Nährstoffbedarf in sogenannte Schwach-, Mittel- und Starkzehrer. Da im ersten Jahr nach der Befüllung eines Hochbeets noch am meisten Nährstoffe aus den verschiedenen organischen Schichten vorhanden sind, pflanzt man hier üblicherweise Starkzehrer (z. B. Tomaten, Kartoffeln). In den nachfolgenden Jahren wechselt man dann zu Mittelzehrern (z. B. Karotten, Spinat) und schließlich zu Schwachzehrern (z. B. Küchenkräuter, Radieschen). Hier ein Überblick über die beliebtesten Gemüsesorten und ihrem Nährstoffbedarf:

 

Nährstoffbedarf Pflanzensorte 
Starkzehrer (Jahr 1) Tomaten, Gurken, Paprika, Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Melonen, Zucchini, Brokkoli, Sellerie, Chilis
Mittelzehrer (Jahr 2-3) Spinat, Rote Rübe, Karotten, Mangold, Fenchel, Melanzani, Knoblauch, Erdbeeren, Lauch, Zwiebeln
Schwachzehrer (Jahr 4-5) Radieschen, Schnittlauch, Thymian, Erbsen, Fisolen, Kresse, Vogerlsalat

 

 

Übrigens: Möchte man sich nicht streng an die dreiteilige Abfolge von Schwach-, Mittel- und Starkzehrer halten, ist dies mit etwas zusätzlicher Planung ebenfalls möglich. Werden beispielsweise im ersten Jahr abwechselnd Stark- und Schwachzehrer nebeneinander gepflanzt (z. B. Radieschen-Tomate-Radieschen …), ist dafür gesorgt, dass keine Pflanze mit Nährstoffen über- oder unterversorgt ist. Wenn Starkzehrer dagegen auch noch nach dem ersten Jahr gepflanzt werden sollen, muss an der entsprechenden Stelle händisch nachgedüngt werden.

Welche Pflanzen passen (nicht) zusammen?

Nachbarn, die sich mehr oder weniger miteinander vertragen, gibt es nicht nur in der Vorstadt. Auch Pflanzen “mögen” sich manchmal mehr und manchmal weniger: Denn neben einem unterschiedlich hohen Bedarf an Nährstoffen benötigen sie auch unterschiedliche Arten von Haupt- und Spurennährstoffen. Setzt man viele Pflanzen mit demselben Nährstoffbedarf nebeneinander, müssen sie darum regelrecht kämpfen und es entstehen Monokultur-ähnliche Bedingungen.

 

Die Lösung dieses Problems: Mischkulturen. Hierbei werden die Pflanzen so gesetzt oder gesät, dass sie sich im Nährstoffbedarf ergänzen. Zusätzlich wird dabei auch der Platzbedarf beachtet, sodass Pflanzen, die starken Wurzelwuchs aufweisen, neben Pflanzen platziert werden, die weniger Wurzeln ausbilden. Hier ein Überblick, welche Pflanzen gute bzw.  schlechte Nachbarn sind:

 

Pflanze Guter Nachbar Schlechter Nachbar
Tomaten Fisolen, Knoblauch, Kohlarten, Kopfsalat, Radieschen, Spinat, Karotten Erbsen, Gurken, Kartoffeln
Erdbeeren Knoblauch, Kopfsalat, Lauch, Radieschen, Spinat Kohl
Kartoffeln Knoblauch, Spinat, Fisolen, Kohlrabi Gurken, Kohl, Sellerie, Tomaten, Zwiebeln
Karotten Knoblauch, Kopfsalat, Radieschen, Tomaten, Lauch Rote Beete
Radieschen Erbsen, Kopfsalat, Karotten, Spinat, Tomaten, Erdbeeren Gurken, Kohl, Radieschen, Zwiebeln

 

Tipp: Auch bei Nachkulturen (z. B. bei der Bepflanzung im Herbst, nach der eigentlichen Hauptsaison) ist im Idealfall zu beachten, welche Kulturen zuvor an der jeweiligen Stelle gewachsen sind. So ist garantiert, dass die erforderlichen Nährstoffe am entsprechenden Standort vorhanden sind.

Der richtige Ort

Ebenfalls muss beachtet werden, dass besonders hochwachsende Gemüsesorten anderen Pflanzen nicht das Sonnenlicht blockieren. Solche Kulturen werden am besten weiter hinten platziert. Lediglich Gemüsesorten, die wenig Sonnenlicht mögen (z. B. Salate, Radieschen), können ein schattiges Plätzchen einnehmen.

Tipps zur Hochbeet-Pflege

 

Bei Hochbeeten ist häufige Bewässerung gefragt. Da sich dort besonders viel Wärme stauen kann, trocknet die Erde vor allem an den Rändern schnell aus. Im Hochsommer können Sie also gut und gern bis zu zweimal tägliches Gießen einplanen. Wer es bequemer mag, kann auch ein automatisches Bewässerungssystem installieren. Ansonsten ist ein Hochbeet, sobald es einmal angelegt wurde, aber sehr pflegeleicht. Zusätzliches Düngen ist etwa nur bei Hochbeeten nötig, die nicht “klassisch” im Schicht-Prinzip, sondern ausschließlich mit Erde befüllt sind. Unkraut ist ebenfalls nur selten ein Problem – denn Hochbeete sind in der Regel so eng bepflanzt, dass unerwünschte Gäste keinen Platz haben.

 

Größere Arbeiten stehen erst nach etwa 5 Jahren an: Denn dann haben die Pflanzen die meisten Nährstoffe verbraucht, das organische Material hat sich komplett zersetzt und das Potenzial des Hochbeets ist damit vorerst erschöpft. Zeit, das Hochbeet neu anzulegen bzw. die Schichten zu ersetzen!

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