Ein Bild von asiatischen Rezepten
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Die fünfte Geschmacksrichtung im Portrait

Was ist Umami?

Umami – das klingt exotisch, ist aber ein Geschmack, den wir alle kennen: rund, herzhaft und wunderbar intensiv. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „wohlschmeckend“. Umami gilt neben süß, sauer, salzig und bitter als die fünfte Geschmacksrichtung. Genauer gesagt beschreibt es eine Geschmacksdimension, die Speisen durch natürliche Glutamate Tiefe und Fülle verleiht.

Wie Umami schmeckt & Ihre Küche bereichert

Umami sorgt dafür, dass Gerichte komplexer, runder und aromatischer schmecken. Und das ganz ohne zusätzlichem Salz oder Zucker. Statt einzelne Geschmacksnoten in den Vordergrund zu stellen, verbindet Umami sie miteinander und schafft so ein harmonisches Gesamtbild. Schon ein kleiner Hauch eines Lebensmittels mit Umami-Geschmack reicht aus, um Zutaten wie Gemüse, Reis oder Fleisch zu veredeln. Eine klare Brühe wirkt dadurch voller und kräftiger, ein Eintopf erhält eine angenehme Intensität und selbst Pasta mit Tomatensauce wird durch die natürliche Umami-Note unwiderstehlich. Kurz gesagt: Umami ist das Geheimnis, das simple Alltagsküche in herzhaft-intensive Geschmackserlebnisse verwandelt.

 

Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses “Phänomen” in der asiatischen Küche. Ohne die typische Umami-Basis aus Dashi (Fischsud), Sojasauce oder Miso wäre eine dampfende Schüssel Ramen kaum denkbar. Erst durch dieses herzhafte Abrunden entfalten Nudeln, Gemüse und Toppings ihr volles Aroma und machen einfach einen Unterschied.

Wo findet man Umami?

Der Umami-Geschmack versteckt sich sowohl in asiatischen Grundzutaten als auch in vielen ganz alltäglichen Lebensmitteln. Diese typischen Umami-Lieferanten sorgen für den herzhaften Kick:

Asiatische Grundzutaten auf einem Tisch angerichtet
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Sojasauce & Misopaste: Die Umami-Klassiker aus der asiatischen Küche. Sie bringen geschmackliche Tiefe in Suppen, Marinaden oder Saucen.

 

Pilze: Vor allem Shiitake, aber auch Steinpilze oder Champignons, liefern erdige Noten und machen Reisgerichte, Brühe und Co. noch aromatischer.

 

Hartkäse: Parmesan, Gruyère oder Bergkäse enthalten viel Glutamat und sind somit ideal, um Pasta, Risotto oder sogar Suppen zu verfeinern.

 

Tomaten: Egal ob frisch, getrocknet oder als Tomatenmark, sie verstärken andere Aromen und sorgen für eine fruchtig-würzige Umami-Basis.

 

Oliven: Besonders schwarze, reife Oliven punkten mit würzig-herbem Umami-Geschmack und sind echte Aromabomben in mediterranen Gerichten.

 

Fisch & Meeresfrüchte: Thunfisch, Sardellen, Garnelen oder auch Algen stecken voller Umami und sind damit perfekt für Sushi, Pasta oder Suppen.

 

Fleisch: Gereiftes, geschmortes oder gegrilltes Fleisch entfaltet ein intensives Umami-Aroma, das für den typischen „Herzhaft-Kick“ sorgt.

 

Fermentiertes: Kimchi, Sauerkraut oder Fischsauce sind reich an natürlichen Glutamaten und bringen jede Menge Würze.

 

Getrocknetes: Bonito-Flocken (hauchdünne, getrocknete und geräucherte Flocken vom Bonito-Fisch), getrocknete Pilze oder Garnelen verstärken den Geschmack von Suppen und Fonds enorm.

 

Grünes Gemüse: Spinat, Brokkoli, Erbsen und Spargel überraschen mit feinen Umami-Noten, besonders, wenn sie leicht angeröstet werden.

 

Knoblauch & Zwiebeln: In frischer Form eher mild in Punkto Umami-Geschmack, entwickeln sie beim Rösten oder Fermentieren (z. B. schwarzer Knoblauch) eine tiefgründiges Umami-Aroma.

Umami oder doch nur ähnlich?

Nicht jedes Lebensmittel enthält automatisch hohe Mengen an Glutamat. Manche werden aber trotzdem als „umami-ähnlich“ wahrgenommen:

 

  • Suppenwürfel & Maggi-Würze: Sie enthalten oft zugesetztes Glutamat oder Hefeextrakt und liefern dadurch einen kräftigen, umami-artigen Geschmack.
  • Liebstöckel bzw. Maggikraut: Sein Aroma erinnert stark an Maggi-Würze, stammt aber von ätherischen Ölen, nicht von natürlichem Glutamat.
  • Gewürze & Kräuter: Kreuzkümmel, Curryblätter oder auch geröstete Gewürzmischungen wirken oft geschmacksverstärkend. Sie transportieren Umami aber eher indirekt.

 

Umami ist also nicht lediglich der fünfte Geschmack der asiatischen Küche, sondern ein globales Phänomen, das in den unterschiedlichsten Zutaten steckt.

Asiatische Gewürze auf einem Tisch angerichtet
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Backhendl 2:0 mit Miso-Kartoffelsalat
© Mara Hohla © Mara Hohla

So kreieren Sie Umami-Geschmack zu Hause

Wer in der eigenen Küche für Umami-Aromen sorgen möchte, sollte die passenden Zutaten ganz bewusst miteinander kombinieren. So entstehen im Handumdrehen Gerichte mit Tiefe und Harmonie. Wie wäre es etwa mit einem cremigen Miso-Shiitake-Risotto, das mit einem Schuss Sojasauce abgerundet wird? Oder einer bunten Gemüsepfanne mit getrockneten Tomaten, die durch Parmesan und ein paar Tropfen Fischsauce eine unverwechselbare Würze erthält? Auch eine einfache Tomatensuppe gewinnt an Raffinesse, wenn Sie sie mit gerösteten Champignons verfeinern.

 

Das Schöne daran: Oft reichen schon kleine Mengen aus, um den „fünften Geschmack“ voll zur Geltung zu bringen. Probieren Sie aus, wie verschiedene Zutaten zusammenspielen, und entdecken Sie, wie aus Alltagsgerichten kulinarische Highlights werden, die buchstäblich auf der Zunge tanzen.

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