Der Ziegenkäse, auch unter dem Namen “Chèvre” (franz. “Ziege”) bekannt, gehört zu den ältesten Vorläufern des Käses und geht bis 7.000 v. Chr. zurück. Diese Käseart ist in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Texturen erhältlich – von krümelig bis cremig, jung bis reif, mild bis würzig. Zudem finden sich Variationen, die mit Asche oder Kräutern überzogen oder in Weinblätter gewickelt sind. Als Wiege des "traditionellen" Ziegenkäses gilt übrigens die Molkerei Soignon, welche 1895 in der Region Poitou-Charentes gegründet wurde.
Zur Herstellung von Ziegenkäse wird rohe oder pasteurisierte Ziegenmilch erhitzt, anschließend werden Milchsäure und Lab für die Fermentation beigefügt. Abhängig von der Menge an Lab (= Gemisch der Enzyme Pepsin und Chymosin, die aus dem Labmagen junger Kälber gewonnen werden), kann es bis zu drei Tage dauern, dass die Masse gerinnt – die tatsächliche Dauer hängt von der jeweiligen Käseart ab. Anschließend wird der sogenannte Käsebruch, der aus Proteinen und Fetten besteht, von der nicht mehr benötigten Molke getrennt und in kleine Formen gegossen.
Im nächsten Schritt wird die Masse so lange getrocknet, bis die restliche Molke ausgeflossen ist – das dauert ca. 24 Stunden. Der Ziegenkäse wird gesalzen und gelagert. Während einige Käsesorten direkt nach dem Abtropfen frisch verzehrt werden, müssen andere altern, um ihre charakteristischen Aromen zu entwickeln. Sind die Bakterien im Käse gereift, kann sich ein ungiftiger weißer, gelber oder brauner Schimmel auf der Rinde entwickeln.