Positionen: Dafür steht SPAR

Eine nachhaltige Zukunft braucht verlässliche politische Rahmenbedingungen. Deshalb engagieren wir uns auf nationaler und europäischer Ebene für zahlreiche Initiativen – von gentechnik- und glyphosatfreien Lebensmitteln über verpflichtende Nährwertkennzeichnung bis hin zu fairen Handelsabkommen und Forderungen zur Wiederherstellung der Natur. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten, inklusive offener Briefe und Positionspapiere.

Neue Gentechnik

Im Juli 2023 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag vorgelegt, der eine weitreichende Deregulierung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) vorsieht.

 

Gemeinsam mit Vertreter:innen des Lebensmittelhandels setzen wir uns dafür ein, dass Wahlfreiheit und Bio-Landwirtschaft auch künftig geschützt bleiben – und gentechnikfreie Lebensmittel transparent produziert, gekennzeichnet und verkauft werden können. Denn es braucht praxistaugliche Regelungen zur durchgehenden Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit, vom Feld bis ins Regal.

Produkte ohne Gentechnik_ Ansicht mit Lupe

Nutri-Score

Im Rahmen der EU-Strategie „Farm to Fork" plant die Europäische Kommission eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Verpackungen – der Nutri-Score gilt dabei als wahrscheinlichstes System. Gemeinsam mit anderen Akteuren setzen wir uns dafür ein, das Nutri-Score-System zu überarbeiten oder eine präzisere Alternative zu etablieren.

Alle Hintergründe zum Nutri-Score finden Sie im wissenschaftlichen Gutachten des vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN.

Nutri Score
© Markus Mainka - adobe.stock.com

Gegen das Veggie-Burger-Verbot

Das EU-Parlament hat im Oktober 2024 für ein Verbot von Bezeichnungen wie „Veggie-Burger", „pflanzliches Schnitzel" oder „Tofu-Wurst" gestimmt. Als Mitglied des Vereins für Proteinvielfalt in Österreich (VPO) sprechen wir uns gemeinsam mit dem Handelsverband und weiteren Organisationen klar gegen diese Maßnahme aus.

 

Unsere Position: Die geltenden EU-Vorgaben verlangen bereits eine eindeutige Kennzeichnung als „pflanzlich" oder „vegan", die Verbraucher:innen klare Orientierung bieten – eine Verwechslung ist damit praktisch ausgeschlossen. Ein Verbot würde unnötige Bürokratie schaffen, hohe Kosten für Hersteller verursachen und den Innovationsstandort Österreich schwächen. Zudem widerspricht es zentralen EU-Zielen in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, zu denen pflanzliche Alternativen einen wichtigen Beitrag leisten. Tierische und pflanzliche Produktion schließen einander nicht aus – beide sind Teil einer vielfältigen Ernährungskultur, für die wir uns kontinuierlich und aktiv einsetzen.

Nein zu Glyphosat

Als Vorreiter in Österreich setzen wir uns aktiv für glyphosatfreie Lebensmittel ein. Entsprechend haben wir alle unsere Lieferant:innen im In- und Ausland dazu aufgefordert, bei der Produktion von SPAR-Markenprodukten kein Glyphosat einzusetzen. Denn die Gesundheit unserer Kund:innen, der Schutz der Artenvielfalt sowie unserer Böden und Landwirtschaftsflächen haben für uns höchste Priorität.

Glyphosat muss alle 10 Jahre von der EU-Kommission erneut zugelassen werden. Bei der letzten Zulassung im November 2022 richtete unser SPAR-Bienenrat einen offenen Brief an die Österreichische Bundesregierung und forderte ein klares NEIN zu Glyphosat auf EU-Ebene. Auch nach der Entscheidung der EU-Kommission im November 2023, die Zulassung für weitere zehn Jahre zu verlängern, verfolgen wir unsere Position konsequent weiter: Wir setzen uns für ein endgültiges Verbot und die Förderung von Alternativen ein.

 

Unkrautbekämpfung

Bio als Umwelt-Höchstleistung

Mit der EU-Richtlinie 2024/825 werden Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel europaweit geregelt, um Greenwashing zu verhindern – ein Ziel, das wir ausdrücklich unterstützen. Während die Verordnung allerdings Begriffe wie „ökologisch" und „biologisch" erlaubt, verbietet die neue Richtlinie solche Aussagen ohne Nachweis einer „anerkannten hervorragenden Umwelthöchstleistung".

Gemeinsam mit BIO AUSTRIA und weiteren Partnern setzen wir uns dafür ein, dass die biologische Landwirtschaft explizit als solche anerkannt wird. Denn ihre Umweltleistungen sind wissenschaftlich belegt: ressourcenschonendes Wirtschaften, Schutz von Biodiversität, Boden und Wasser sowie aktive Klimaanpassung. Auch die strengeren Standards privater Bio-Verbände, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen, sollen weiterhin beworben werden dürfen. Denn Österreich nimmt im Bereich Bio eine europaweite Führungsrolle ein – diese Position gilt es zu sichern.

Glyphosatfreies Erntefeld
© Werner Krug © Werner Krug

EU-/Mercosur-Pakt

SPAR hat sich früh und deutlich gegen den EU-Mercosur-Handelspakt positioniert und unterstützt gemeinsam mit Partnern Initiativen für höhere Umwelt-, Klima- und Qualitätsstandards im Handel. Mit dem Inkrafttreten des Abkommens am 9. Jänner 2026 bekräftigen wir weiterhin unsere klare Haltung: Freihandel ist wichtig, doch Lebensmittelsicherheit, Qualität und heimische Herkunft sind für uns nicht verhandelbar. Als regionaler Nahversorger setzen wir seit jeher auf die österreichische Landwirtschaft und stärken diese bewusst – insbesondere beim sensiblen Bereich Frischfleisch.

 

Konkret bedeutet das: Wir haben noch nie Rindfleisch aus Südamerika geführt und werden dies auch künftig nicht tun. Unser Frischfleisch bei Rind, Schwein und Kalb bleibt zu 100 Prozent österreichisch. Damit unterstreichen wir unsere Verantwortung gegenüber Kund:innen und lokalen Produzent:innen – und unser Bekenntnis zu höchsten Standards, kurzen Transportwegen und transparenter Herkunft.

 

Kind mit Kuh
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