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Italienische Pizza-Arten im Überblick

Sie ist einer der beliebtesten Klassiker der italienischen Küche: die Pizza. Knuspriger Teig, fruchtige Tomatensauce, köstlicher Belag – ein simpler Genuss, der einfach immer schmeckt. Wer die Karte italienischer Restaurants aber schon einmal etwas genauer studiert hat, merkt: So simpel ist Pizza gar nicht, denn es gibt gleich mehrere Arten, die sich in Geschmack, Herkunft und Zubereitung unterscheiden. Wir stellen sie näher vor!

Welche Arten von Pizza gibt es?

Pizza ist nicht gleich Pizza! Tatsächlich unterscheidet man mehrere Arten wie Pizza Napoletana, Pizza Romana, Calzone und Co. Hier die wichtigsten im Kurzportrait:

Pizza Napoletana
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Pizza Napoletana

Neapolitanische Pizza gilt als die “Originalversion” und wurde in der süditalienischen Stadt Neapel erfunden. Sie zeichnet sich durch ihren hohen, fluffigen Rand sowie den weichen, fast schon elastischen Kern aus. Möglich wird diese besondere Konsistenz durch das Backen: Neapolitanische Pizzen werden bei 450°C und mehr nur 60 - 90 Sekunden im Holzofen gebacken. So kann der Teig am Rand luftig aufgehen, das Innere bleibt aber herrlich weich. Apropos Teig: Im Gegensatz zu anderen Pizzasorten enthält dieser nur Mehl, Wasser, Salz und Hefe und ruht oft 24 Stunden oder länger. Das macht die Pizza aus Neapel nicht nur fluffig, sondern auch besonders bekömmlich.

Schon gewusst? Neapolitanische Pizza hat ihre eigene geschützte Herkunftsbezeichnung! Als “Pizza Napoletana STG” (Specialità Tradizionale Garantita) dürfen nur Varianten bezeichnet werden, die strengen EU-Richtlinien entsprechen. Dazu gehören etwa hochwertige Zutaten, ein Durchmesser von maximal 35 cm und der typische erhobene Rand. Zugelassen sind außerdem nur zwei Pizzasorten: Margerita und Marinara (mit bzw. ohne Käse).

Pizza Romana
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Römische Pizza

Römische Pizza ist die knusprige, flachere Variante des Originals aus Neapel. Sie besteht ebenfalls aus Weizenmehl, Wasser, Hefe und Salz, im Unterschied zur Pizza Napoletana kommt aber noch etwas Olivenöl in den Teig. Eine weitere Besonderheit: Der Teig wird traditionell nicht mit den Händen geformt, sondern mit dem Nudelholz ausgerollt, so verschwinden Luftbläschen und der Boden bleibt beim Backen schön flach. Gebacken wird römische Pizza bei niedrigeren Temperaturen und dafür länger als die neapolitanische Variante – das verleiht ihr die typisch krosse, fast schon brüchige Konsistenz.

Calzone

Unter “Calzone” versteht man eine runde Pizza, die vor dem Backen zusammengeklappt wird, sodass sie an eine leicht überdimensionierte Teigtasche erinnert. Das Rezept stammt aus Süditalien und hat hier lange Tradition, aber auch in den übrigen Teilen des Landes findet sich die Calzone standardmäßig auf fast jeder Pizzakarte. Verwendet wird dafür ganz normaler Hefeteig, die klassische Füllung sind Tomatensauce und Mozzarella – grundsätzlich darf in eineCalzone aber hinein, was schmeckt.
 

Wichtig: Jede Calzone ist eine Pizza, aber nicht jede Pizza eine Calzone! Um diesen Namen tragen zu dürfen, muss eine Pizza die typische Halbmond-Form haben, die durch das Zusammenklappen entsteht.

Pizza Calzone
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Pizza al taglio
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Pizza Al Taglio

Pizza Al Taglio ist eine rechteckige Pizza, die ihren Ursprung in Rom hat. Im Unterschied zu anderen Pizza-Arten wird sie nicht einzeln, sondern als großer Teigfladen auf rechteckigen Blechen gebacken und erst im Anschluss in Portionen geteilt – meist handliche Stücke, die sich direkt genießen lassen. Daher auch der Name: “Al taglio” steht nämlich für “in Stücken”. Zum Einsatz kommt klassischer römischer Pizzateig mit einem Schuss Olivenöl, die Variante vom Blech ist daher ebenfalls ein heißer Tipp für alle, die ihre Pizza lieber knusprig als luftig haben.

Schon gewusst? Durch die praktischen Portionen ist Pizza Al Taglio bei Italiener:innen beliebt, wenn es einmal schnell gehen muss. In vielen Pizzerien wird sie daher als Snack zum Mitnehmen angeboten. Verrechnet wird dabei übrigens nicht nach verkauften Stücken, sondern nach deren Gewicht.

Pizza Fritta

Pizza Fritta ist ein beliebtes Street Food aus Neapel: Sie besteht aus herkömmlichem Pizzateig, wird aber nicht im Ofen gebacken, sondern in Öl frittiert und dampfend heiß serviert. Gängig ist sie in zwei Varianten: Als gefüllte Teigtasche oder als knuspriger Fladen (ähnlich wie ein ungarischer Langos), der erst nach dem Herausbacken mit Tomatensauce, Käse und Co. belegt wird. Kreiert wurde der trendige Snack übrigens übrigens nicht erst vor ein paar Jahren, sondern bereits nach dem Zweiten Weltkrieg von findigen italienischen Nonnas: Da Brennholz für Pizzaöfen damals zu teuer war, halfen sie sich in der Küche mit heißem Fett. Das Ergebnis fand so viel Anklang, dass es auch in besseren Zeiten auf Speisekarten und -plänen blieb – und von dort bis heute nicht mehr wegzudenken ist.

Schon gewusst? Die vermutlich vielfältigste Pizzakultur außerhalb Italiens gibt es in den USA, besonders in den großen Städten an der Ostküste, die früher viele italienische Einwander:innen anzogen. Die New York Style Pizza ist etwa für ihre großen, dünnen Varianten mit knusprigem Rand und weichem Kern bekannt. In Detroit isst man Pizza in quadratischen Schnitten aus dickem, flaumigen Teig. Besonders speziell wird es in Chicago: Die Stadt am Lake Michigan ist Heimat der Deep Dish Pizza, die aus Maismehl hergestellt, üppig gefüllt und im Anschluss wie ein Kuchen in einer runden Form gebacken wird. 

Pinsa
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Was ist Pinsa und woher kommt sie?

Pinsa ist eine Art warmes, belegtes Fladenbrot, das in den frühen 2000er-Jahren in der Nähe von Rom erfunden wurde (daher wird sie häufig auch als “Pinsa Romana” bezeichnet). Man könnte sie auch als Mischung aus Focaccia und Pizza bezeichnen – außen knusprig, innen aber noch wunderbar luftig. Der Grund dafür: Eine Kombination aus dreierlei Mehlen (Weizen, Soja, Reis), hohem Wassergehalt im Teig und einer langen Ruhezeit. Diese sorgt dafür, dass derBoden beim Backen kross wird, aber innen dennoch locker bleibt. Auch optisch ähnelt die Pinsa der Pizza: Zwar sind Pinsen oval statt rund, werden aber genauso nach Lust und Laune belegt. Klassisch natürlich herzhaft, aber auch süße Varianten mit Mascarpone, frischen Früchten oder Nuss-Nougat-Creme finden sich immer wieder auf italienischen Speisekarten.

Was ist der Unterschied zwischen Pizza und Pinsa?

Pizza und Pinsa unterscheiden sich hauptsächlich in Teig, Form und Gehzeit. Hier die wichtigsten Besonderheitenim Überblick:

  • Mehl: Pizza wird typischerweise aus Weizenmehl hergestellt, bei Pinsa kommen zusätzlich noch Soja- und Reismehl in den Mixer. Weizenmehl sorgt dafür, dass der Teig gut aufgeht, Reismehl für eine weiche Konsistenz und Soja macht den Boden schön knusprig.
  • Gehzeit: Pinsateig darf länger ruhen als die meisten Pizzateige, meist zwischen 24 und 72 Stunden. So hat er reichlich Zeit zum Gären und die Stärke im Teig wird abgebaut, was Pinsa besonders luftig und bekömmlich macht.
  • Form: Pinsa ist länglich-oval, Pizza hingegen (meistens) rund.
  • Sauerteig: Im Gegensatz zum klassischen Pizzarezept enthalten viele Pinsen auch etwas Sauerteig, der sie zusätzlich auflockert.
  • Belag: Pinsa wird häufig erst nach dem Backen belegt, bei Pizza hingegen kommen Käse, Schinken & Co. gleich mit in den Ofen.
  • Backen: Pizza wandert roh in den Ofen und wird dort komplett durchgebacken. Pinsa hingegen wird meist kurz vorgebacken, dann belegt und gegebenenfalls noch fertig gebacken.
Pizza & Pinsa
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Wie isst man eine Pinsa?

Genossen wird eine Pinsa ganz ähnlich wie eine frische Pizza: Direkt nach dem Backen und warm, wahlweise mit Besteck oder mit den Händen. In kleine Stücke geschnitten, eignet sie sich auch perfekt für zwischendurch oder als Vorspeise zum Teilen. Und auch kalt schmeckt der vielseitige Snack aus Rom ausgezeichnet!

FAQs: Häufige Fragen & Antworten zu Pizza

Woher kommt Pizza ursprünglich?

Die erste Pizza wurde vermutlich im 18. Jahrhundert in Neapel gebacken. Zwar wurden knusprige Teigfladen davor auch schon von den Griechen und Etruskern genossen, die Kombination aus krossem Boden, Tomatensauce und Belägen geht aber auf Italien zurück. Mit der “Antica Pizzeria Port’Alba” eröffnete auch die weltweit erste Pizzeria 1738 in Neapel – und existiert dort bis heute.

Was ist der Unterschied zwischen Pizza- und Pinsateig?

Der wichtigste Unterschied sind die Zutaten: Pizzateig wird aus Weizenmehl gemacht, Pinsateig hingegen aus einer Mischung von Weizen-, Soja- und Reismehl. Pinsateig darf zudem länger gehen als Pizzateig, typisch sind 24 bis 72 h. Es gibt zwar auch Pizza-Arten, die lange ruhen (z. B. Neapolitanische Pizza), selbst diese wandern aber meist nach rund 24 h ins Backrohr.

Was ist der Unterschied zwischen Pinsa und Focaccia?

Die beiden Fladenbrote unterscheiden sich in Teig und Gehzeit: Focaccia besteht  aus Weizenmehl und ruht nur rund 6-12 Stunden. Pinsa hingegen wird aus drei verschiedenen Mehlsorten (Weizen, Reis, Soja) gemacht und rastet deutlich länger, oft bis zu 72 h.

Wird Pinsa wie Pizza belegt?

Ja, grundsätzlich darf auf eine Pinsa alles, was auch auf Pizza schmeckt. Einziger Unterschied: Pinsa wird etwas häufiger als Dessert genossen und dafür mit Obst, Schokolade, Nüssen und Co. garniert. Das gibt es zwar auch bei Pizza, ist in Italien aber seltener.

Kann man eine Pinsa ohne Tomatensauce belegen?

Selbstverständlich! Wer keine Tomatensauce mag, kann sie einfach weglassen und stattdessen Ricotta, Sauerrahm, Pesto oder ein gutes Olivenöl als Basis verwenden. Die offizielle Bezeichnung für diese Variante: “Pinsa Bianca”.

Noch mehr genussvolles Wissen gefällig?

Falls Sie bei all dem Dolce Vita nun das Fernweh gepackt hat, können wir dieses besänftigen – zumindest kulinarisch! In unserer großen Küchenkunde   finden Sie jede Menge weiteres Know-how zur italienischen Esskultur, etwa alles zu Pastasorten, authentischen Antipasti und Co. Auch die übrigen Genuss-Hotspots dieser Welt steuern wir darin an: Entdecken Sie etwa, was Dumplings sind oder lernen Sie die wichtigsten asiatischen Grundzutaten näher kennen. Und falls es doch lieber etwas Grundwissen sein soll, haben wir natürlich auch die besten Tipps rund ums Backen[4] und Grillen für Sie!