Blumenerde richtig entsorgen – so geht’s!

Besonders bei einjährigen Topfpflanzen, die wir nicht durch den Winter bringen können, stellt sich die Frage: Wohin mit der alten Blumenerde? Vor allem bei größeren Pflanzen kann Blumenerde nicht einfach in den Restmüll wandern. Oftmals verbieten regionale Bestimmungen größere Mengen Erde im Restmüll. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Blumenerde richtig entsorgen oder weiterverwenden können.

Restmüll oder Biotonne?

Kleinere Mengen an Erde können getrost in den Restmüll gegeben werden. Handelt es sich jedoch um größere Mengen, ist die Biotonne die richtige Anlaufstelle. Befindet sich Tongranulat (z. B. Blähton) in der alten Erde, kann dieser zwar nicht biologisch abgebaut werden, schafft aber – als naturbelassenes Substrat – keine Probleme im Kompost.

Aufzupassen ist, sollten sich Ungeziefer oder Schädlinge in der Erde befinden. Der Befall würde sich im Kompost nur noch weiter vermehren. Verfrachten Sie die Erde deshalb entweder in den Restmüll oder in eine spezielle Mülldeponie.

Von schimmelnder Blumenerde geht weniger Gefahr aus: Sie kann entweder großflächig in der Gartenerde verteilt oder im Restmüll entsorgt werden.

Was passiert mit sehr großen Mengen Erde?

Wohin die Erde entsorgt werden darf, entscheidet die Zusammensetzung. Die Biotonne nimmt nur natürliche Bodenarten auf, es dürfen sich also keine Kunststoffe eingeschlichen haben. Nur Lehm, Sand, Mutterboden und Grasboden sind erlaubt. Beinhaltet das Substrat aber Bauschutt, Steine, Asphalt, Kiesel, Ziegelsteine oder gar Chemikalien hat das Substrat nichts in der Biotonne verloren und muss auf einer speziellen Deponie entsorgt werden. Einige Baumärkte und Gartencenter bieten an, eingereichte Bodenproben zu analysieren. Somit können Sie exakt feststellen, welche Bestandteilen Ihre Erde aufweist.

Aufgepasst: Erdaushub sollte nicht einfach im Wald oder auf einem Acker weggeworfen werden, da es der Bodenqualität langfristig schaden könnte. Handelt es sich um Mutterboden, kann die Erde an dankbare Gärtner verschenkt werden. Tausch- und Bodenbörsen bringen hier Interessenten und Anbieter zusammen.

Garten 2021

Kann man alte Erde wiederverwerten?

Erde aus Töpfen und Blumenkästen sollte nach einer Saison ausgetauscht werden, da sie bereits alle wichtigen Nährstoffe verloren hat und die Struktur zu unstabil geworden ist: Alte Erde fällt in sich zusammen, wodurch sich die Durchlüftung zwangsläufig verschlechtert und die Erde so nicht mehr vollständig trocknen kann. Und wo dauernasse Erde ist, lassen Schimmelbefall und Fäulnis nicht lange auf sich warten.

Ist die Erde nur “alt”, landet sie idealerweise im Kompost und wird dort Teil des Zersetzungskreislaufs. Mit der Zeit bilden sich darin neue Nährstoffe und beleben die Erde sozusagen neu. Und das Beste daran: Die alte Erdschicht kann nach einiger Zeit als Bodenverbesserer wiederverwendet werden. Pflanzen Sie im Garten beispielsweise Stauden, reichert der untergemischte Kompost die Gartenerde mit wertvollen Inhaltsstoffen an.

Weitere Verwendungen von alter Blumenerde

Nicht nur im Kompost kann alte Blumenerde gute Dienste leisten. Als eine oberste Erdschicht für Pflanzen wirkt das Substrat Austrocknung und Unkrautbildung entgegen.

Zudem kann alte Blumenerde zum Mulchen eingesetzt werden: Vor allem Rosengewäche und Kübelpflanzen schätzen die wärmende Erddecke in der kalten Jahreszeit und schaffen es so besser zu überwintern.
Doch auch Nützlingen können Sie mit alter Erde etwas Gutes tun: Gemischt mit Stroh, Rasenschnitt und Reisig lassen sich im Garten Winterquartiere für Igel oder Blaumeisen bauen.

Genauso können kleinere Mengen Erde mit organischem Dünger (Hornmehl oder Hornspänen) oder mit Bodenaktivatoren (Algen oder Urgesteinsmehl) vermengt und angereichert werden. Diese Zusatzstoffe machen die verlorenen Nährstoffe der Blumenerde wieder wett. Alternativ lässt sich Blumenerde unter die Gartenerde ins Beet einarbeiten.