Verantwortungsvoller Fischhändler

Fischprodukte auf Rettungsring
© Luzia Ellert © Luzia Ellert

Während der Fleischkonsum in den vergangenen Jahren leicht rückläufig war, steigt der Fischkonsum leicht an. Die Fischbestände in den Weltmeeren sind jedoch vielfach schon jetzt an ihren Belastungsgrenzen. SPAR arbeitet seit 2011 intensiv daran, der verantwortungsvollste Fischhändler Österreichs zu werden und lässt das Sortiment jährlich vom WWF Österreich nach einem Ampelsystem bewerten. In diese Bewertung fließen alle Produkte in Frischetheke, Dose, Glas, Kühlung oder Tiefkühlung ein, in denen Fisch oder Meeresfrüchte enthalten sind.

Schwerpunkte setzt SPAR bei Fisch aus heimischer Bio-Zucht, bei MSC- und ASC-Zertifizierungen der Fischtheken und Gastronomie sowie mit Vorzeigeprojekten wie Gelbflossen-Thunfisch aus nachhaltigem Handleinenfang von den Malediven.

Die Grundsätze des SPAR-Fischkeinkaufs in 8 Punkte hier zusammengefasst.

Fischtracking

SPAR Fischtracking
Folge deinem Fisch!

Mit dem SPAR Tracking Code, den Sie auf Produktverpackung finden, können Sie sich gezielt über Herkunft, Verarbeitung und Transport des SPAR-Fisch informieren. Jede einzelne Charge kann vom Fang weg zurückverfolgt werden.

Auf der Seitenlasche der Verpackung finden Sie Ihren Tracking Code!
Bitte geben Sie einen gültigen Code ein!
Folge deinem Fisch!

2017: SPAR-Fischprodukte zu 100 Prozent verantwortungsvoll

Schon am 2. August waren im Jahr 2017 die erneuerbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht – dieser alarmierende Earth Overshoot Day rückt im Kalender jedes Jahr weiter vor. Überbeansprucht sind unter anderem die Fischbestände in den Weltmeeren. SPAR hat sich daher bereits 2011 selbst verpflichtet, das gesamte Fischsortiment auf verantwortungsvolle Quellen umzustellen. Dazu prüft der WWF Österreich jährlich das gesamte Sortiment und berät bei Verbesserungen. Das erfreuliche Ergebnis 2017: 97 Prozent aller 457 Fisch-Produkte bei SPAR sind verantwortungsvoll gefangen oder gezüchtet. Alle 103 Fisch-Eigenmarken-Produkte von SPAR stuft der WWF als 100 Prozent verantwortungsvoll ein. 

Alle 103 SPAR-Eigenmarken-Produkte und insgesamt 442 aller bei SPAR erhältlichen Produkte, die Fisch oder Meeresfrüchte enthalten, stuft der WWF Österreich als verantwortungsvoll gefangen oder gezüchtet ein. Dieses beste Ergebnis seit Einführung der SPAR-Fisch-Einkaufspolitik 2011 ist der intensiven Zusammenarbeit zwischen Fischereien, WWF und SPAR-Einkauf zu verdanken. Laufend kontrolliert der WWF dabei Fisch-Bestände weltweit, beurteilt Fanggebiete und -methoden und empfiehlt Anpassungen im Sortiment für den verantwortungsvollsten Fischhändler im österreichischen Lebensmittelhandel. Der WWF-Meeresschutz-Experte Axel Hein analysiert Fische und Meeresfrüchte in Produkten, die Kunden bei SPAR in der Frische-Theke, in Kühlung, Tiefkühlung, Glas oder Dose finden, auf deren verantwortungsvollen Fang oder Zucht.

Die Ergebnisse im Detail: 97% des Sortiments aus verantwortungsvollen Quellen

  • SPAR-Eigenmarken: 82 Prozent der SPAR-Fisch-Eigenmarken sind „grün“, sie stammen also aus Quellen, die ein Gleichgewicht zwischen Fischfang und Fischbestand sicherstellen oder deren Zucht in einer für die Natur verträglichen Art und Weise durchgeführt wird. 18 Prozent sind „gelb“, sind also in Ordnung, kommen aber aus Quellen, die noch Verbesserungspotenzial haben. Keines der Produkte stufte der WWF als „rot“ also mit akutem Handlungsbedarf ein. Im Vergleich dazu waren 2012 noch 76 Prozent grün, 18 Prozent gelb und 6 Prozent rot eingestuft.
  • SPAR-Gesamtsortiment inklusive Markenprodukten: 71 Prozent aus nachhaltigem Fang oder Zucht, 26 Prozent aus Fang oder Zucht mit Verbesserungsmöglichkeiten und bei 3 Prozent sollten Lieferanten Umstellungen durchführen. SPAR und WWF forcieren diese Verbesserungen auch bei Marken-Produkten.

Auf natürliche Veränderungen reagieren

Ökosysteme sind ständigen Veränderungen unterworfen, die sich auf die Fischbestände in den Weltmeeren auswirken. Ein verantwortungsvolles Fischsortiment ist damit ständige Arbeit. Für Fischarten oder Fanggebiete, die der WWF in einem Jahr noch als grün einstuft, können im nächsten Jahr schon Verbesserungen nötig sein. Aber aufgrund unserer laufenden Analysen können wir immer sehr schnell darauf reagieren und Verbesserungen herbeiführen.

Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitsprogramm

Die Vereinten Nationen haben mit den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) im Jahr 2015 wesentliche Bereiche für eine nachhaltige weltweite Entwicklung definiert. Eines dieser Ziele betrifft das Leben unter Wasser und soll bis 2020 die Fischerei effektiv regulieren sowie Überfischung, illegale Fischerei und schädliche Fischereimethoden beenden. Die Selbstverpflichtung von SPAR zu einem verantwortungsvollen Fischsortiment war bereits 2011 ein Beitrag zu diesen international anerkannten Zielen.

INTERSPAR Mitarbeiterin zeigt Fisch
© HELGE KIRCHBERGER Photography © HELGE KIRCHBERGER Photography

MSC-Zertifizierung der INTERSPAR-Fischtheken

Das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) stellt die nachhaltige Herkunft von wildgefangenen Fischen auf Produktpackungen sicher – und einmalig bei INTERSPAR auch an den Frischfischtheken. Die Frischfischtheken aller österreichischen INTERSPAR-Standorte sind seit 2013 MSC-zertifiziert. Damit kann INTERSPAR - und auch jeder Kunde - jeden Frischfisch mit dem MSC-System bis zur zertifizierten Fischerei zurückverfolgen. Das das blaue MSC-Zeichen gibt Kunden die Sicherheit, auch beim Frischfisch und bei Meeresfrüchten aus verantwortungsvollen Quellen einzukaufen.

Um die hohen MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards zu erfüllen, mussten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassende Schulungen und eine Prüfung rund um MSC, deren nachhaltige Arbeit und die internen Prozesse zu den MSC-Richtlinien absolvieren. Über 800 MSC-Fisch-Experten können Beratung zu Herkunft und Fang der Fische bieten. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle überprüft jährlich die lückenlose Einhaltung der strengen MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards.

MSC- und ASC Zertifizierung bei SPAR-Gourmet

Seit Juli 2015 sind alle Frischfisch-Bedientheken in SPAR-Gourmet-Märkten MSC- und ASC-zertifiziert und dürfen daher nachhaltig gefangene und verantwortungsvoll gezüchtete Fische- und Meeresfrüchte mit den bekannten blauen und türkisen Siegeln ausweisen. Verantwortungsvoll gefangener und gezüchteter Fisch ist damit für Kunden auf den ersten Blick erkennbar. 

Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) hat Standards zur Bewertung und Kontrolle von Fischzuchten weltweit entwickelt. Nur wer diese Auflagen zu Tiergesundheit, Umweltverträglichkeit der Zuchtstandorte und Wasserqualität einhält, darf auf Produkten das türkise ASC-Siegel führen. Der Marine Stewardship Council (MSC) hat die Bestandssituation, die Auswirkungen auf das Ökosystem und das Management von Wildfischereien im Visier und vergibt das blaue MSC-Siegel. Zusätzlich muss die gesamte Lieferkette von der Zucht oder vom Fang bis zur einzelnen Fischtheke nachvollziehbar sein. Die ASC- und MSC-Zertifizierung haben alle SPAR-Gourmet-Märkte, in denen Frischfisch in Bedienung angeboten wird, nun durchlaufen und dürfen damit als erste im österreichischen Lebensmittel-Einzelhandel auch bei Frischfisch das MSC- und zusätzlich das ASC-Siegel anbringen. Für Kundinnen und Kunden ist damit auf den ersten Blick ersichtlich, welche Fisch- und Meeresfrüchte aus verantwortungsvollem Fang oder Zucht kommen.

MSC ASC Fisch in der Silbergasse, am 31.07.2015 | (c) Johannes Brunnbauer
© SPAR/Johannes Brunnbauer © SPAR/Johannes Brunnbauer
© markuswache.com © markuswache.com

Nachhaltig gefangener Fisch in allen INTERSPAR-Restaurants

Nach der ersten flächendeckenden MSC-Zertifizierung im österreichischen Lebensmittelhandel hat INTERSPAR die Nachhaltigkeitsinitiative auf die Gastronomie ausgeweitet und hat alle INTERSPAR-Restaurants nach dem Standard des Marine Stewardship Council (MSC) zertifizieren lassen. Die beliebtesten Fischgerichte wie gebackene Scholle oder Dorsch stammen damit verlässlich aus nachhaltigem Fang und sind am blauen MSC-Siegel zu erkennen. „Wir haben bereits 2013 als erster flächendeckender Lebensmittelhändler alle INTERSPAR-Frischfischtheken nach den Richtlinien des MSC zertifizieren lassen. Unsere strenge Fisch-Einkaufspolitik endet aber natürlich nicht an der Kassa der Märkte, sondern gilt auch für die INTERSPAR-Gastronomie. Es war daher ein logischer und konsequenter Schritt, auch die INTERSPAR-Restaurants nach dem MSC-Standard zertifizieren zu lassen“, so INTERSPAR Österreich-Geschäftsführer Mag. Markus Kaser.

Lokale Fische bei INTERSPAR

Nachhaltig ist besonders jener Fisch, der in natürlicher Umgebung, in sauberem Wasser und mit gesundem Futter aufgewachsen ist und keine langen Transportwege hinter sich hat. Darum setzt INTERSPAR auf die Fische aus der direkten Umgebung der 60 INTERSPAR-Hypermärkte. In Niederösterreich und Wien liefert beispielsweise Ferdinand Trauttmansdorff vom Gut Dornau seine Fische an INTERSPAR. Die Lage des Gutes an den Ufern der Triesting und Piesting schafft ideale Bedingungen für die Fischzucht: „Unberührte Natur und kristallklares Quell- und Flusswasser machen unseren Standort so besonders“, so Trauttmannsdorff. Bereits seit 400 Jahren werden im Gut Dornau schmackhafte Fische im Einklang mit der Natur gezüchtet. Trauttmannsdorff übernahm den Familienbetrieb von seinem Vater, der Großteil des Fischfutters stammt aus gutseigener Landwirtschaft. Seine lokale Fischzucht setzt auf beste Qualität statt großer Mengen. „Für die kleineren Fischzuchten in Österreich ist Qualität oberste Priorität. Daher arbeiten wir mit reinem Quellwasser, niedrigen Besatzdichten und bestem Futter. Das Ergebnis sind beste Speisefische aus einer behutsamen und nachhaltigen Fischerei.“ INTERSPAR führt die Karpfen- und Welsfilets von Ferdinand Trauttmannsdorff nur in den INTERSPAR-Märkten in Wien, Leobersdorf, Klosterneuburg und Vösendorf. In allen Bundesländern liefern lokale Fischzuchten und Fischer ihre Spezialitäten an INTERSPAR.

5 Fragen an den Heringsschmaus

1 Wann wurdest du geboren? Im 4. Jahrhundert führte das Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit ein, die auf Ostern vorbereiten soll. In dieser Zeit waren weder Alkohol noch Fleisch erlaubt. So hat sich Fisch als Alternative angeboten. Aber erst ab dem Mittelalter wurde mein Hauptbestandteil, der eingelegte und geräucherte Salzhering, eine begehrte Fastenspeise, sodass ich traditionell ab Aschermittwoch gegessen wurde.

2 Weshalb hat man dich nach dem Hering benannt? Dafür waren gleich drei Gründe ausschlaggebend. Zum einen ist der Hering ein nahrhaft er Fisch, der eine wunderbare Eiweißquelle ist. Zweitens konnte man ihn problemlos mittels Salz und Kalträuchern konservieren. So wurde er lange haltbar und konnte vom hohen Norden – er ist in der Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik beheimatet – über weite Strecken transportiert werden. Und drittens gab es viele Heringe, weshalb sie günstig waren und sich auch in der ärmeren Bevölkerung verbreiten konnten. So wurde er bald zur Standard-Fastennahrung. Also gab man mir seinen Namen.

3 Wie hast du dich vom Fasten-Brauch zum „Schmaus“ entwickelt? Ich liefere wichtige Mineralien und Salze, die ein dehydrierter Körper braucht, um seinen Elektrolythaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Deshalb eigne ich mich nach dem feucht-fröhlichen Faschingsdienstag gut als Katerfrühstück. Das haben sich die Gastronomen nach dem Zweiten Weltkrieg zunutze gemacht und mit mir als Hauptspeise aus dem ersten Fasttag nach dem Fasching ein kulinarisches Fest gemacht, das mittlerweile zur Tradition wurde.

4 Musst du immer mit Salzheringen zubereitet werden? Nein, das war nur früher so, weil es kaum andere Varianten gab. Heute kann man auch milde Matjes, sauer eingelegte, kopflose Bismarckheringe, eingerollte, pikant gefüllte Rollmöpse ohne Kopf und Schwanzflosse, fein und marinierte Russen, über Buchen- und Eichenholz heißgeräucherte Bücklinge oder kaltgeräucherte Lachsheringe servieren. Zu einem warmen Schmaus werde ich, wenn man den rohen, „grünen Hering“ in einen Brathering verwandelt.


5 Wie genießt man dich am besten? Ein Klassiker bin ich als Salat, den man mit Zutaten wie Kapern, Essiggurkerln, Kartoffeln, Nüssen, Äpfeln, grünen Bohnen oder Roter Rübe verfeinern kann und mit verschiedenen Mayonnaise-, Sauerrahm oder Jogurt-Dressings mariniert. Wurde früher meist Hering in verschiedenen Varianten für meine Zubereitung verwendet, sind heute auch Krabben und Lachs oft mit dabei.