Verantwortungsvoller Fischhändler

MSC Fischprodukte auf Rettungsring

Während der Fleischkonsum in den vergangenen Jahren leicht rückläufig war, steigt der Fischkonsum leicht an. Die Fischbestände in den Weltmeeren sind jedoch vielfach schon jetzt an ihren Belastungsgrenzen. SPAR arbeitet seit 2011 intensiv daran, der verantwortungsvollste Fischhändler Österreichs zu werden und lässt das Sortiment jährlich vom WWF Österreich nach einem Ampelsystem bewerten. In diese Bewertung fließen alle Produkte in Frischetheke, Dose, Glas, Kühlung oder Tiefkühlung ein, in denen Fisch oder Meeresfrüchte enthalten sind.

Schwerpunkte setzt SPAR bei Fisch aus heimischer Bio-Zucht, bei MSC- und ASC-Zertifizierungen der Fischtheken und Gastronomie sowie mit Vorzeigeprojekten wie Gelbflossen-Thunfisch aus nachhaltigem Handleinenfang von den Malediven.

Fisch-Einkaufspolitik: Unser Plan für mehr Vielfalt

Ziel ist es, konsequent und laufend am 100 Prozent verantwortungsvollen Fischsortiment zu arbeiten, um damit folgende Zielsetzungen zu erreichen:

  • Fischbestände schonen und Beifang minimieren
  • Die Artenvielfalt schützen und damit die Biodiversität fördern
  • Pflege eines kooperativen Ansatzes mit Lieferanten und NGOs
  • Größtmögliche Transparenz
  • Wahrung der Menschen- und Arbeitsrechteentlang der Wertschöpfungsketten
  • Anforderungen von Tierwohl-Kriterien
  • Sensibilisierung und Aufklärung der Mitarbeiter:innen und Konsument:innen

Zur Erfolgsmessung und laufenden Optimierung der gesetzten Maßnahmen und Ziele werden zusammen mit dem WWF Österreich regelmäßige Sortimentsanalysen durchgeführt. Diese Kooperation soll:

  • für Transparenz sorgen
  • Expertenwissen einbringen und Effektivität erhöhen
  • bei veränderten Umwelt- und Marktbedingungen zu einer flexiblen, qualitativen Verbesserung der Maßnahmen führen
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Unser 10-Punkte-Programm für verantwortungsvollen Fischeinkauf

1. Keine bedrohten Fischarten im SPAR-Sortiment

  • SPAR führt nur Fische und Meeresfrüchte aus legaler, regulierter und registrierter Fischerei, die nicht gefährdet sind. Dabei orientieren wir uns an der Roten Liste der International Union for Conservation of natures red list of threatened Species (IUCN).
  • Wir verzichten ganz bewusst auf folgende Fischarten: Hai, Schwertfisch, Europäischer Aal, Rochen, Seeteufel.
  • SPAR führt in Zukunft ausschließlich Produkte aus rückverfolgbarer, entwaldungsfreier („conversion-free“ – keine Entwaldung nach 1999) und ressourcenschonender Aquakultur. Auch die Herkunft der Futtermittel wird hinsichtlich dieser Kriterien überprüft bzw. verbessert.

2. Laufende nachhaltige Sortimentsgestaltung

  • Nach Bewertung durch den WWF anhand internationaler Kriterien erfolgt bei der Feststellung, dass sich die Bestandssituation oder die Produktionsmethode einer bestimmten Art verschlechtert hat und mit „rot“ kategorisiert wurde, die sofortige Auslistung bzw. die Umstellungauf eine Alternative, oder die Fischerei oder der Zuchtbetrieb legt einen Verbesserungsplan vor.
  • Die Umstellung von Alternativen erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten und dem WWF.

3. Zertifizierte Produkte werden überprüft

  • SPAR forciert Fisch-Produkte mit Bio-, MSC- oder ASC-Zertifizierung.
  • Darüber hinaus werden alle MSC-Fischereien vom WWF Österreich überprüft, um ggf. problematische MSC-Fischprodukte zu entdecken. Deshalb kann es auch bei MSC-zertifizierten Produkten zu Auslistungen bzw. Umstellungen kommen.
  • Bei ASC-Produkten wird zusätzlich die Gentechnikfreiheit bei den Futtermitteln überprüft.

4. Mehr regionalen Fisch aus Österreich

  • SPAR forciert vor allem im Frischfisch-Bereich das Angebot von regionalen und lokalen Fischarten aus österreichischen Gewässern.
  • Auch bei geräucherten Fischprodukten im SB-Bereich wird auf österreichische Herkunft Wert gelegt.

5. MSC- bzw. ASC-zertifizierte Fischtheken

  • Alle INTERSPAR-Frischfischtheken sind MSC-zertifiziert und alle SPAR-Gourmet-Märkte mit Frischfischbedientheken sind zusätzlich zur MSC-Zertifizierung auch ASC-zertifiziert.
  • Außerdem sind alle INTERSPAR-Restaurants MSC-zertifiziert.
  • Intensive MSC- und ASC-Schulungen der Mitarbeiter:innen begleiten die Zertifizierungen.

6. Forcierung von Fischalternativen

  • Ausbau des Angebots von pflanzenbasiertem Fisch („plant based fish“) in Zusammenarbeit mit österreichischen start-up-Unternehmen
  • Mehr Vielfalt im Frischfisch-Bereich (Erweiterung des Sortiments) mit Informationen zu Zubereitungsarten von nicht alltäglichen Speisefischen (z.B. Karpfen, Hecht und Schleie).

7. Rückverfolgbarkeit und Transparenz

  • SPAR verfolgt eine lupenreine Deklaration der Produkte mit lateinischem Namen, FAO-Fanggebiet und Fangmethode (gemäß der Verordnung (EU)Nr. 1379/2013)
  • Der Ausbau von Rückverfolgbarkeits-Systemen wird forciert, um vom Schiff und Fangereignis bis zum Teller volle Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu bieten.
  • Über eine Transparenz-Plattform soll der Kunde in Zukunft jegliche Herkunft nachvollziehen können.

8. Leuchtturmprojekte

  • Projekt zur garantierten elektronischen Rückverfolgbarkeit von Garnelen von der Farm bis zum Teller.
  • Alternativlösungen zu Fischmehl und Fischöl im Sinne einer Kreislaufwirtschaft mit Fischfutter-Insekten bzw. Algenprotein und -öl.
  • Gentechnikfreie Fütterung bei ASC-Produkten (Ausschluss von Soja aus Gebieten, wo Waldumwandlung stattgefunden hat).
  • Projekte zur Förderung von Meeresschutzgebieten im Zuge des Meeresschutzprogramms des WWF Österreich (Teilfinanzierung über die Lizenzgebühren für WWF gekennzeichnete Produkte) sowie Fischereiverbesserungsprojekte.

9. Laufende Kontrollen und Monitoring-Prozess

  • SPAR arbeitet mit einer Umsetzungs-Überprüfung, die eine jährliche Sortimentsanalyse durch den WWF, laufende Anpassungen der Sortimente und Überprüfungen bei Neueinlistungen vorsehen.
  • Es erfolgt ein jährlicher Bericht an den Vorstand über die Entwicklung des SPAR-Fischsortiments.
  • Wir veröffentlichen unsere Zielsetzungen und Fortschritte im jährlich erscheinenden SPAR-Nachhaltigkeitsbericht.

10. Kommunikation und Bewusstseinsbildung

  • Durch gezielte Information soll bewusster Genuss von Fisch gefördert werden.
  • Die Kundenkommunikation erfolgt über Flugblätter, Kundenmagazin, Webseite, PR- und Marketing-Aktivitäten.
  • Die Mitarbeiterkommunikation findet über die Mitarbeiter:innenzeitung, Info-Screens und Intranet sowie über Schulungen statt.
  • Die SPAR-Fischlieferanten erhalten die SPAR-Fischeinkaufspolitikim Rahmen eines persönlichen Gesprächs vom jeweils zuständigen Sortimentsmanager.
  • SPAR Österreich beteiligt sich an internationalen Stakeholderdialogen für einen verantwortungsvollen Fischfang und unterstützt umweltpolitische Initiativen, die den Erhalt und die Förderung der Vielfalt in den Meeren und Seen zum Ziel haben.
  • Darüber hinaus informiert und unterstützt SPAR Österreich seine Auslands-Töchter in Ungarn, Slowenien, Kroatien, Italien bei der Entwicklung einer verantwortungsvollen Fischeinkaufspolitik.

SPAR-Fischprodukte zu 100 Prozent verantwortungsvoll

Schon am 2. August waren im Jahr 2017 die erneuerbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht – dieser alarmierende Earth Overshoot Day rückt im Kalender jedes Jahr weiter vor. Überbeansprucht sind unter anderem die Fischbestände in den Weltmeeren. SPAR hat sich daher bereits 2011 selbst verpflichtet, das gesamte Fischsortiment auf verantwortungsvolle Quellen umzustellen. Dazu prüft der WWF Österreich jährlich das gesamte Sortiment und berät bei Verbesserungen. Das erfreuliche Ergebnis 2020: Alle Fisch-Produkte der SPAR-Marken wurden verantwortungsvoll (gelb oder grün bewertet) gefangen oder gezüchtet. Von allen 550 angebotenen Fischen und Meeresfrüchten in Frische, Tiefkühlung, Kühlung, Dose oder verarbeiteter Form inklusive Markenartikeln sind 99% aus verantwortungsvollen Quellen.

Dieses beste Ergebnis seit Einführung der SPAR-Fisch-Einkaufspolitik 2011 ist der intensiven Zusammenarbeit zwischen Fischereien, WWF und SPAR-Einkauf zu verdanken. Laufend kontrolliert der WWF dabei Fisch-Bestände weltweit, beurteilt Fanggebiete und -methoden und empfiehlt Anpassungen im Sortiment für den verantwortungsvollsten Fischhändler im österreichischen Lebensmittelhandel. Und diese Kooperation setzt SPAR auch die nächsten Jahre fort, mit dem Ziel eines komplett nachhaltigen Fisch-Sortiments. Der WWF-Meeresschutz-Experte Axel Hein analysiert Fische und Meeresfrüchte in Produkten, die Kunden bei SPAR in der Frische-Theke, in Kühlung, Tiefkühlung, Glas oder Dose finden, auf deren verantwortungsvollen Fang oder Zucht.

 

Auf natürliche Veränderungen reagieren

Ökosysteme sind ständigen Veränderungen unterworfen, die sich auf die Fischbestände in den Weltmeeren auswirken. Ein verantwortungsvolles Fischsortiment ist damit ständige Arbeit. Für Fischarten oder Fanggebiete, die der WWF in einem Jahr noch als grün einstuft, können im nächsten Jahr schon Verbesserungen nötig sein. Aber aufgrund unserer laufenden Analysen können wir immer sehr schnell darauf reagieren und Verbesserungen herbeiführen.

Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitsprogramm

Die Vereinten Nationen haben mit den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) im Jahr 2015 wesentliche Bereiche für eine nachhaltige weltweite Entwicklung definiert. Eines dieser Ziele betrifft das Leben unter Wasser und soll bis 2020 die Fischerei effektiv regulieren sowie Überfischung, illegale Fischerei und schädliche Fischereimethoden beenden. Die Selbstverpflichtung von SPAR zu einem verantwortungsvollen Fischsortiment war bereits 2011 ein Beitrag zu diesen international anerkannten Zielen.

INTERSPAR Mitarbeiterin zeigt Fisch

MSC-Zertifizierung der INTERSPAR-Fischtheken

Das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) stellt die nachhaltige Herkunft von wildgefangenen Fischen auf Produktpackungen sicher – und einmalig bei INTERSPAR auch an den Frischfischtheken. Die Frischfischtheken aller österreichischen INTERSPAR-Standorte sind seit 2013 MSC-zertifiziert. Damit kann INTERSPAR - und auch jeder Kunde - jeden Frischfisch mit dem MSC-System bis zur zertifizierten Fischerei zurückverfolgen. Das blaue MSC-Zeichen gibt Kunden die Sicherheit, auch beim Frischfisch und bei Meeresfrüchten aus verantwortungsvollen Quellen einzukaufen.

Um die hohen MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards zu erfüllen, mussten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassende Schulungen und eine Prüfung rund um MSC, deren nachhaltige Arbeit und die internen Prozesse zu den MSC-Richtlinien absolvieren. Über 800 MSC-Fisch-Experten können Beratung zu Herkunft und Fang der Fische bieten. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle überprüft jährlich die lückenlose Einhaltung der strengen MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards.

MSC- und ASC Zertifizierung bei SPAR-Gourmet

Seit Juli 2015 sind alle Frischfisch-Bedientheken in SPAR-Gourmet-Märkten MSC- und ASC-zertifiziert und dürfen daher nachhaltig gefangene und verantwortungsvoll gezüchtete Fische- und Meeresfrüchte mit den bekannten blauen und türkisen Siegeln ausweisen. Verantwortungsvoll gefangener und gezüchteter Fisch ist damit für Kunden auf den ersten Blick erkennbar. 

Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) hat Standards zur Bewertung und Kontrolle von Fischzuchten weltweit entwickelt. Nur wer diese Auflagen zu Tiergesundheit, Umweltverträglichkeit der Zuchtstandorte und Wasserqualität einhält, darf auf Produkten das türkise ASC-Siegel führen. Der Marine Stewardship Council (MSC) hat die Bestandssituation, die Auswirkungen auf das Ökosystem und das Management von Wildfischereien im Visier und vergibt das blaue MSC-Siegel. Zusätzlich muss die gesamte Lieferkette von der Zucht oder vom Fang bis zur einzelnen Fischtheke nachvollziehbar sein. Die ASC- und MSC-Zertifizierung haben alle SPAR-Gourmet-Märkte, in denen Frischfisch in Bedienung angeboten wird, nun durchlaufen und dürfen damit als erste im österreichischen Lebensmittel-Einzelhandel auch bei Frischfisch das MSC- und zusätzlich das ASC-Siegel anbringen. Für Kundinnen und Kunden ist damit auf den ersten Blick ersichtlich, welche Fisch- und Meeresfrüchte aus verantwortungsvollem Fang oder Zucht kommen.

MSC Hinweisschild und Fischgerichte im INTERSPAR-Restaurant

Nachhaltig gefangener Fisch in allen INTERSPAR-Restaurants

Nach der ersten flächendeckenden MSC-Zertifizierung im österreichischen Lebensmittelhandel hat INTERSPAR die Nachhaltigkeitsinitiative auf die Gastronomie ausgeweitet und hat alle INTERSPAR-Restaurants nach dem Standard des Marine Stewardship Council (MSC) zertifizieren lassen. Die beliebtesten Fischgerichte wie gebackene Scholle oder Dorsch stammen damit verlässlich aus nachhaltigem Fang und sind am blauen MSC-Siegel zu erkennen. INTERSPAR hat bereits 2013 als erster flächendeckender Lebensmittelhändler alle INTERSPAR-Frischfischtheken nach den Richtlinien des MSC zertifizieren lassen. Die strenge Fisch-Einkaufspolitik endet aber natürlich nicht an der Kassa der Märkte, sondern gilt auch für die INTERSPAR-Gastronomie. Es war daher ein logischer und konsequenter Schritt, auch die INTERSPAR-Restaurants nach dem MSC-Standard zertifizieren zu lassen.

Lokale Fische bei INTERSPAR

Nachhaltig ist besonders jener Fisch, der in natürlicher Umgebung, in sauberem Wasser und mit gesundem Futter aufgewachsen ist und keine langen Transportwege hinter sich hat. Darum setzt INTERSPAR auf die Fische aus der direkten Umgebung der INTERSPAR-Hypermärkte. In Niederösterreich und Wien liefert beispielsweise Ferdinand Trauttmansdorff vom Gut Dornau seine Fische an INTERSPAR. Die Lage des Gutes an den Ufern der Triesting und Piesting schafft ideale Bedingungen für die Fischzucht: „Unberührte Natur und kristallklares Quell- und Flusswasser machen unseren Standort so besonders“, so Trauttmannsdorff. Bereits seit 400 Jahren werden im Gut Dornau schmackhafte Fische im Einklang mit der Natur gezüchtet. Trauttmannsdorff übernahm den Familienbetrieb von seinem Vater, der Großteil des Fischfutters stammt aus gutseigener Landwirtschaft. Seine lokale Fischzucht setzt auf beste Qualität statt großer Mengen. „Für die kleineren Fischzuchten in Österreich ist Qualität oberste Priorität. Daher arbeiten wir mit reinem Quellwasser, niedrigen Besatzdichten und bestem Futter. Das Ergebnis sind beste Speisefische aus einer behutsamen und nachhaltigen Fischerei.“ 

Zukunftsweisendes Leuchtturm-Projekt auf den Philippinen

Manche Fische und Meeresfrüchte müssen langfristig geschont werden. Um hier die Bestände, wie z.B. beim beliebten Gelbflossen-Thunfisch, zu schonen, bzw. eine Erholung der Bestände zu ermöglichen, wurde die Kooperation mit dem WWF noch verstärkt. So läuft auf den Philippinen derzeit ein Projekt zum Erhalt der Thunfisch-Population. Diese Fischart wird dabei von kleinen Fischerbooten aus per Handleine gefangen um eine Überfischung zu vermeiden.