SOMA Marchtrenk Rotkreuzmitarbeiter und SPAR Mitarbeiterin mit Einkaufswagen voller Lebensmittel
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Lebensmittel sind kostbar

Der Anteil des Lebensmittelhandels an nicht verbrauchten Lebensmitteln ist viel kleiner als gemeinhin angenommen: Laut europäischen Studien stammen 42 Prozent der Lebensmittelabfälle im Rest- und Biomüll aus Haushalten, 39 Prozent aus der Landwirtschaft, je 17 Prozent aus der verarbeitenden Industrie und von Großverbrauchern und nur 5 Prozent aus dem Handel – diese Werte sind europaweit annähernd gleich. Bei SPAR sind alle Systeme darauf ausgelegt, möglichst alle Lebensmittel zu verkaufen, denn jedes verlorene Stück ist ein ökologischer und ökonomischer Verlust. SPAR setzt daher in allen Ländern auf möglichst genaue Bestellung, eine schonende und schnelle Logistik sowie auf Abverkäufe von Lebensmitteln, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatumsstehen. Zusätzlich setzt jedes SPAR-Land unterschiedliche Maßnahmen, um Lebensmittelverschwendung weitestgehend zu vermeiden.

Spenden an Sozialmärkte

Bei SPAR in Österreich haben alle Filialen, in deren Umgebung es den Bedarf gibt, Kooperationen mit Sozialeinrichtungen, die unverkäufliche Lebensmittel ein- oder mehrmals pro Woche abholen. Brot und Gebäck, das nicht weitergegeben werden kann, wird in vier von sechs Zweigniederlassungen in die Zentrale retourniert, dort gesammelt und zur Tierfuttererzeugung weitergegeben.

Zusammenfassung der unterschiedlichen Maßnahmen, die SPAR zur Reduktion von Lebensmittelverderb setzt.

Abverkauf statt Lebensmittelverschwendung

Jedes verschwendete Kilo Lebensmittel ist eines zu viel. Daher setzt SPAR zahlreiche Maßnahmen zur Lebensmittelverwertung unter dem Motto „Lebensmittel sind kostbar bei SPAR“. Eine davon sind neue Abverkaufskleber, die Lebensmittelverschwendung vermeiden und Kunden Geld sparen!

Lebensmittel, die kurz vor dem Ablauf des gesetzlich festgelegten Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) stehen, und auch Schwarzbrot vom Vortag sind qualitativ noch einwandfrei. Jedoch greifen viele Kundinnen und Kunden zu Packungen mit längerem Haltbarkeitsdatum. Die älteren Packungen bleiben im Markt und verderben. Mit bis zu -50% auf diese Waren mit kürzerem MHD bietet SPAR einen starken Kaufanreiz für Kunden und dämmt damit Lebensmittelverschwendung weiter ein.

Gelebte Praxis neu verpackt

Der verbilligte Abverkauf von Lebensmitteln ist nichts Neues. „Vielen Kunden ist der Umweltaspekt beim Kauf nicht bewusst. Bei der Produktion von Lebensmitteln wird CO2 ausgestoßen und Wasser verbraucht – werden Lebensmittel nicht konsumiert, war dieser Aufwand umsonst. Hinzu kommt der ethische Aspekt: Lebensmittel wirft man einfach nicht weg!“, analysiert SPAR-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel. Auf den neuen -25%-Pickerl ist daher deutlich das Logo von „Lebensmittel sind kostbar“ zu sehen. Damit macht SPAR Kundinnen und Kunden darauf aufmerksam, dass sie mit dem Kauf des vergünstigten Produkts Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen können.

Brot reduziert

Nicht perfekt, trotzdem gut

Immer wieder taucht das Gerücht auf, dass Obst und Gemüse verschwendet wird, weil es für den Lebensmittelhandel nicht gut genug sei. Das stimmt so nicht, denn dieser wichtige Rohstoff wird vielfach verwertet. Der Großteil des für den Frischemarkt erzeugten Obst und Gemüses entspricht den Anforderungen von Handel und Kunden und wird daher in den Märkten auch angeboten. Der verhältnismäßig kleine Anteil an Produkten zweiter Wahl wird von der Lebensmittelindustrie als Rohstoff genutzt.

SPAR bietet nicht perfekte Ware an

SPAR bietet Obst und Gemüse mit Makeln (Klasse II) an, es wurde dafür aber keine eigene Marke kreiert. Besonders in der heimischen Erntezeit bietet SPAR beispielsweise besonders große Äpfel mit leichten Schalenverletzungen in Großkisten an. Auch Einkochmarillen mit Schalenfehlern (beispielsweise durch Sonnenbrand oder Hagel) werden in 5 kg Kartons oder Kübeln verkauft. Zudem sind in den Packungen der Marke S-BUDGET (Äpfel, Zitronen, Kartoffeln u.a.) Früchte enthalten, die rein optisch nicht perfekt sind.

Akzeptierte Preise liegen oft unter tatsächlichen Herstellerkosten

Wenn 1. Wahl und nicht perfekte Früchte nebeneinander angeboten werden, greifen Kundinnen und Kunden erfahrungsgemäß zur schöneren Ware. Dadurch wird die zweite Wahl nicht verkauft, muss an Sozialmärkte weitergegeben werden oder verdirbt im schlimmsten Fall – ein Schluss, der weder für SPAR als Händler, noch für Kunden oder die Umwelt wünschenswert ist. Erst ab einer deutlichen Preisreduktion sind Kunden bereit, auch zu Obst und Gemüse außerhalb der Norm zu greifen. Wenn man Verpackung, Transport und Nebenkosten mit einrechnet, liegen die nötigen niedrigen Preise oft unterhalb dessen, was Landwirte von der Lebensmittelindustrie für ihre Früchte angeboten bekommen. Für die Landwirtschaft wäre es also ein schlechtes Geschäft, ihre Ware zweiter Wahl im Handel anzubieten.

„2. Wahl“ ist wichtiger Rohstoff

Von der landwirtschaftlichen Produktion ist ein weit höherer Teil als angenommen verkaufsfähig. Die weit verbreiteten Obst- und Gemüsesorten sind so gezüchtet, dass nur ein kleiner Teil nicht der Norm entspricht. Dieses wird jedoch auch nicht entsorgt, sondern ist wichtiger Rohstoff für die Nahrungsmittel-Industrie. In Säften über Suppen bis hin zu Fertiggerichten finden Kunden diese „2. Wahl“.