Lebensmittel sind kostbar

Der Anteil des Lebensmittelhandels an nicht verbrauchten Lebensmitteln ist viel kleiner als gemeinhin angenommen: Laut europäischen Studien stammen 53 Prozent der Lebensmittelabfälle im Rest- und Biomüll aus privaten Haushalten, 30 Prozent aus der Landwirtschaft, 12 Prozent aus der Gastronomie und nur 5 Prozent aus dem Handel – diese Werte sind europaweit annähernd gleich. Bei SPAR sind alle Systeme darauf ausgelegt, möglichst alle Lebensmittel zu verkaufen, denn jedes verlorene Stück ist ein ökologischer und ökonomischer Verlust. SPAR setzt daher in allen Ländern auf möglichst genaue Bestellung, eine schonende und schnelle Logistik sowie auf Abverkäufe von Lebensmitteln, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatumsstehen. Zusätzlich setzt jedes SPAR-Land unterschiedliche Maßnahmen, um Lebensmittelverschwendung weitestgehend zu vermeiden.

SOMA Marchtrenk Rotes Kreuz Mitarbeiter und SPAR Mitarbeiterin mit Einkaufswagen voller Lebensmittel

Spenden an Sozialmärkte

Bei SPAR in Österreich haben alle Filialen, in deren Umgebung es den Bedarf gibt, Kooperationen mit Sozialeinrichtungen, die unverkäufliche Lebensmittel ein- oder mehrmals pro Woche abholen. Brot und Gebäck, das nicht weitergegeben werden kann, wird in vier von sechs Zweigniederlassungen in die Zentrale retourniert, dort gesammelt und zur Tierfuttererzeugung weitergegeben.


SPAR österreichweit mit starken Partnern an der Seite

Jeder SPAR-Markt in dessen Umgebung es einen Sozialmarkt, eine Tafel-Organisation oder eine Foodsharing-Initiative gibt, arbeitet mit diesem zusammen – auf freiwilliger Basis, effizient ohne große organisatorische Aufwände und ohne gesetzlichen Zwang. Diese unbürokratische Unterstützung von Sozialorganisationen ist in den vergangenen Jahren vom gesamten Handel intensiviert worden, wie auch im Aktionsprogramm „Lebensmittel sind kostbar“ des BMNT vom August 2019 festgehalten wurde: „In den vergangenen Jahren wurden freiwillige Kooperationen zwischen Unternehmen und sozialen Einrichtungen zur Weitergabe von Lebensmitteln in verstärktem Ausmaß abgeschlossen. Deshalb steht eine gesetzliche Regelung zur Verpflichtung zur Weitergabe, wie bereits in anderen EU-Mitgliedstaaten erfolgte, derzeit nicht zur Diskussion.“ Pro Jahr werden laut Ministeriumsbericht 12.250 t Lebensmittel durch den Handel an Sozialorganisationen gespendet. Österreich ist damit EU-weit ein Vorzeigeland und Ländern weit voraus, in denen es gesetzliche Verpflichtungen für ethisch selbstverständliche Unterstützung von Sozialorganisationen braucht.


Insgesamt hatten die von SPAR Österreich gespendeten Lebensmittel im Jahr 2019 einen Neuwert von 18,6 Mio. Euro.

 

Darüber hinaus ist SPAR Teil der Aktionsplattform Lebensmittelhandel zur Förderung der Tafelarbeit und zur Vermeidung von Lebensmittelabfall, die vom Verband der Tafeln ins Leben gerufen wurde. Damit soll das bereits sehr gut funktionierende System der Weitergabe noch weiter optimiert werden.

 

Zusammenfassung der unterschiedlichen Maßnahmen, die SPAR zur Reduktion von Lebensmittelverderb setzt.

Abverkauf statt Lebensmittelverschwendung

Jedes verschwendete Kilo Lebensmittel ist eines zu viel. Daher setzt SPAR zahlreiche Maßnahmen zur Lebensmittelverwertung unter dem Motto „Lebensmittel sind kostbar bei SPAR“. Lebensmittel, die kurz vor dem Ablauf des gesetzlich festgelegten Min-desthaltbarkeitsdatums (MHD) stehen, und auch Schwarzbrot vom Vortag sind qualitativ noch einwandfrei. Jedoch greifen viele Kunden zu Packungen mit längerem Haltbarkeitsdatum. Die älteren Packungen bleiben im Markt und verderben. SPAR verkauft diese Produkte vergünstigt ab. Kunden können mit dem Kauf die eigene Geldtasche und die Umwelt schonen, denn vielen Kunden ist der Umweltaspekt beim Kauf nicht bewusst: Bei der Produktion von Lebensmitteln wird CO2 ausgestoßen und Wasser verbraucht – werden Lebensmittel nicht konsumiert, war dieser Aufwand umsonst. Mit dem Logo „Lebensmittel sind kostbar“ auf vielen Abverkaufsständern macht SPAR Kunden darauf aufmerksam, dass sie mit dem Kauf des vergünstigten Produkts Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Lebensmittel sind kostbar! Wir retten Lebensmittel Logo

Nicht perfekt, trotzdem gut

Immer wieder taucht das Gerücht auf, dass Obst und Gemüse verschwendet wird, weil es für den Lebensmittelhandel nicht gut genug sei. Das stimmt so nicht, denn dieser wichtige Rohstoff wird vielfach verwertet. Der Großteil des für den Frischemarkt erzeugten Obst und Gemüses entspricht den Anforderungen von Handel und Kunden und wird daher in den Märkten auch angeboten. Der verhältnismäßig kleine Anteil an Produkten zweiter Wahl wird von der Lebensmittelindustrie als Rohstoff genutzt.

SPAR bietet nicht perfekte Ware an

SPAR bietet Obst und Gemüse mit Makeln (Klasse II) an, es wurde dafür aber keine eigene Marke kreiert. Besonders in der heimischen Erntezeit bietet SPAR beispielsweise besonders große Äpfel mit leichten Schalenverletzungen in Großkisten an. Auch Einkochmarillen mit Schalenfehlern (beispielsweise durch Sonnenbrand oder Hagel) werden in 5 kg Kartons oder Kübeln verkauft. Zudem sind in den Packungen der Marke S-BUDGET (Äpfel, Zitronen, Kartoffeln u.a.) Früchte enthalten, die rein optisch nicht perfekt sind.

Akzeptierte Preise liegen oft unter tatsächlichen Herstellerkosten

Wenn 1. Wahl und nicht perfekte Früchte nebeneinander angeboten werden, greifen Kundinnen und Kunden erfahrungsgemäß zur schöneren Ware. Dadurch wird die zweite Wahl nicht verkauft, muss an Sozialmärkte weitergegeben werden oder verdirbt im schlimmsten Fall – ein Schluss, der weder für SPAR als Händler, noch für Kunden oder die Umwelt wünschenswert ist. Erst ab einer deutlichen Preisreduktion sind Kunden bereit, auch zu Obst und Gemüse außerhalb der Norm zu greifen. Wenn man Verpackung, Transport und Nebenkosten mit einrechnet, liegen die nötigen niedrigen Preise oft unterhalb dessen, was Landwirte von der Lebensmittelindustrie für ihre Früchte angeboten bekommen. Für die Landwirtschaft wäre es also ein schlechtes Geschäft, ihre Ware zweiter Wahl im Handel anzubieten.

„2. Wahl“ ist wichtiger Rohstoff

Von der landwirtschaftlichen Produktion ist ein weit höherer Teil als angenommen verkaufsfähig. Die weit verbreiteten Obst- und Gemüsesorten sind so gezüchtet, dass nur ein kleiner Teil nicht der Norm entspricht. Dieses wird jedoch auch nicht entsorgt, sondern ist wichtiger Rohstoff für die Nahrungsmittel-Industrie. In Säften über Suppen bis hin zu Fertiggerichten finden Kunden diese „2. Wahl“.