Sortenvielfalt bei Obst und Gemüse

SPAR legt seit vielen Jahren großen Wert darauf, die Vielfalt in der Natur zu schützen. Durch den erhalt der Artenvielfalt und vor allem durch die Erweiterung der Sortenvielfalt kann den Kundinnen und Kunden ein breitgefächertes und regionales Produktsortiment angeboten werden.

Mit dem eigenen Programm "Gemeinsam die Vielfalt retten" wird beispielsweise die Biodiversität und damit eine breite, einzigartige und regionale Produktpalette mit außergewöhnlichen Spezialitäten weiterhin bewahrt. Ein Schwerpunkt dabei ist der Bienenschutz. Expretinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis arbeiten im SPAR Bienenrat zusammen, um die Bienenpopulation und -gesundheit in Österreich zu fördern.

Auch die Entwicklung neuer Eigenmarkenprodukte zum Fortbestand der Kulturpflanzenvielfalt und zur Revitalisierung von Sotenraritäten trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei. So können Kundinnen und Kunden bei jedem Einkauf besondere Obst- und Gemüsespezialitäten in den Regalen entdecken oder  mit unterschiedlichsten Setzlingen der Eigenmarke SPAR wie früher die Vielfalt auch im eigenen Garten oder am Balkon einziehen lassen. 

Vielfalt bei SPAR SPAR Bienenrat

Ursprünglicher Genuss - SPAR wie früher

Die Eigenmarke SPAR wie früher vereint traditionelle Sorten, schonende Produktionsmethoden, unverfälschten Geschmack und besondere Sortenvielfallt miteinander. Regional, authentisch und hochwertig - diese Eigenschaften zeichnen alle Produkte aus. Alte Sorten und besondere Raritäten gibt es nicht nur für Kühl- oder Vorratschrank, sondern auch für den eigenen Garten.

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Shooting Erich Stekovics, am 09.03.2017 | (c) Johannes Brunnbauer

Edition Erich Stekovics

Gemeinsam mit seiner Frau Priska, geht Erich Stekovics auf seinem Betrieb nahe dem Neusiedlersee seiner Leidenschaft nach und züchtet auf seinen Feldern zum Beispiel über 3.200 Sorten Tomaten. Auch bei Knoblauch, Chili und Zwiebeln wird großer Wert auf Sortenvielfalt gelegt

Unter der Edition Erich Stecovics,  finden Kundinnen und Kunden bei SPAR unter anderem vielfältige Obst- und Gemüseraritäten. Zu entdecken gibt es heimischen Knoblauch, der vor wenigen Jahren als so gut wie ausgestorben galt, verschiedenste Chilisorten und eine Vielzahl an Tomatenraritäten in allen Farben und Formen. 

Naturtrüber Bio-Apfelsaft aus Äpfeln von österreichischen Streuobstwiesen

Der naturtrübe Bio-Apfelsaft gespritzt aus Österreich steht mit seinem unverfälschten Geschmack für Tradition und Sortenvielfalt. Die Äpfel für den Saft stammen von Streuobstwiesen aus dem Südburgenland und der  angrenzenden Steiermark.

Auf diesen Wiesen wachsen viele verschiedene Sorten wie z.B. "Kronprinz Rudolf" oder der "Ilzer Rosenapfel", die sich durch ihren intensiven Geschmack auszeichnen, der auch das fertige Produkte einzigartig macht. Die frisch geernteten Früchte werden direkt zur Presse gebracht und sofort verarbetet - Diese Frische schmeckt man. 

Bio-Apfelsaft von Streuobstwiesen
Verschiedene Arten von Erdäpfelraritäten in der Holzbox

SPAR und ARCHE NOAH beleben Erdäpfel-Raritäten wieder

5.000 Erdäpfelsorten gibt es weltweit, in Österreich ist nur ein kleiner Bruchteil davon registriert. Abseits dieser gängigen Sorten existieren unzählige Raritäten, für die sich SPAR gemeinsam mit dem Verein ARCHE NOAH einsetzt.

Die saisonal erhältlichen Bio-Erdäpfel-Raritäten von „SPAR wie früher“ tragen klingende Namen wie „Rote Emma“, „Blaue Elise“, „Rosa Tannenzapfen“ und „Sieglinde“. 

Ziel: Den Menschen die Sortenvielfalt zugänglich machen

SPAR und ARCHE NOAH setzen ein Zeichen für die Zukunft der Kartoffeln außerhalb der Massenproduktion.  Seltene Sorten sollen so vielen Menschen wie möglich zur Verfügung stehen.

  • Blaue Elise: Die Bio-Erdäpfelsorte mit dunkel-violetter Schale und violettem Fruchtfleisch ist eine Augenweide im Erdäpfelsalat. Tipp: Mit der Schale garen, das erhält ihre schöne Marmorierung.
  • Rote Emma: Auffällig rot gefärbt hat sie hat einen würzigen Geschmack und eignet sich perfekt für Erdäpfelsalat, Beilagen sowie für Gnocchi. 
  • Rosa Tannenzapfen: Der würzige Geschmack kommt besonders in Salaten zur Geltung. Die Kartoffel kann mit Schale genossen werden und ist daher ideal für die schnelle Küche. 
  • Sieglinde: Die Sorte existiert bereits seit 1935 und zählt zu den ältesten zugelassenen Erdäpfelsorten. Sie ist festkochend und eignet sich hervorragend für Erdäpfelsalat, Salz- und Braterdäpfel.

SPAR und Arche Noah forcieren Vielfalt auch beim Saatgut

Gemeinsames Ziel von SPAR und dem Verein ARCHE NOAH ist es, einen Beitrag zum Schutz und Fortbestand der Kulturpflanzenvielfalt zu leisten und Bio-Raritäten aus vergangenen Tagen zu revitalisieren. Denn die Industrialisierung der Landwirtschaft sowie Saatgutmonopole haben dazu beigetragen, dass laut Schätzungen der Welternährungsorganisation „Food and Agriculture Organization of the United Nations“ in den vergangen 100 Jahren rund drei Viertel aller Kulturpflanzen weltweit verloren gegangen sind. Gentechnik und Klimawandel haben ihr übriges getan.

In Kooperation mit ARCHE NOAH bietet SPAR insgesamt 37 verschiedenen Bio-Saaten-Raritäten an. So werden alte und längst vergessene Sorten wiederbelebt und gleichzeitig wird ein Beitrag zum Schutz und Fortbestand der Kulturpflanzenvielfalt geleistet. Dem Einzug der Sortenvielfalt auch in den Gärten  und auf den Balkonen der Kundinnen und Kunden steht nichts mehr im Weg.

SPAR wie früher Bio Malabarspinat
SPAR Mahlzeit Urban Gardening

Stecklinge und Jungpflanzen für Zuhause

Pünktlich zum Start der Gartensaison gibt es bei SPAR Sortetraritäten zum selbst Pflanzen in Form von Stecklingen und Jungpflanzen für Garten, Balkon oder Fensterbrett. Mit den insgesamt über 40 Sortenraritäten der SPAR wie Früher Edition Erich Stekovics finden teilweise längst vergessene Sorten, den Weg zu den Kundinnen und Kunden nach Hause.  Dazu zählen die "Gelbe Johannisbeere", eine 1.000 Jahre alte, fast vergessene Tomate, die extra scharfe Chilisorte "Afrikanischer Wurm" sowie die mildere Variante "Bischofsmütze" und viele mehr. 

Auch unter der SPAR-Biomarke SPAR Natur*pur  sind saisonal einige besondere Sorten zum selbst anpflanzen zu finden. Zum Beispiel eine Bio-Wassermelone.

Interview mit Dr. Gerhard Drexel zum Schutz der Sortenvielfalt

Die EU-Saatgutverordnung wurde 2015 vom EU-Parlament abgeleht und anschließend von der EU-Kommission zurückgezogen. Welche fatalen Auswirkungen eine derartige Verordnung für die Sortenvielfalt und die Ernährungssicherheit gehabt hätte, können Sie auch weiterhin hier nachlesen:

Die Umsetzung dieser Verordnung hätte  verheerenden Folgen nach sich gezogen. Bei Erfolg müssen hunderte alte Obst- und Gemüsesorten aus den Supermarkt-Regalen genommen werden. Für den ehemaligen SPAR-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Drexel ist das ein „EU-Skandal“, der nicht hingenommen werden darf.

Die geplante EU-Saatgutverordnung sieht vor, dass nur noch lizenzierte und geprüfte Obst- und Gemüsesorten angebaut werden dürfen – angeblich zum Schutz der Konsumenten. Warum kämpfen Sie dagegen?

„Die EU schiebt den Konsumentenschutz vor, um internationalen Saatgutkonzernen noch mehr Macht zu verleihen. Die künftig erforderliche Lizenzierung von Sorten ist teuer und aufwändig. Kleine Züchter und Bauern, die alte Sorten anbauen, können diese EU-Auflagen nicht erfüllen. Sie dürfen zukünftig nur noch das Einheitsgemüse der Saatgutkonzerne produzieren und sind von diesen abhängig! Dabei geht es hier um Sorten, die seit Jahrhunderten bei uns kultiviert werden – welche Gefahr für Konsumenten sollte von diesen ausgehen? Keine! Das ist der größte Anschlag auf die Artenvielfalt und auf den Feinkostladen Österreich, seit es die EU gibt!“

Haben Sie dafür Beispiele?

„Viele! Destillerien wie Freihof aus Lustenau verwenden Früchte von alten Obstbäumen für ihre Spezialbrände, wie zum Beispiel die Subirer. Niemand weiß mehr, welche Sorten bei diesen jahrzehntealten Bäumen gekreuzt wurden. Eine Lizenz nach der Saatgutverordnung wäre hier unmöglich. Damit würden die Vorarlberger Obstlieferanten einen wichtigen Abnehmer ihrer traditionellen Obstsorten verlieren. Besonders hart betroffen wäre der Bio-Landwirt Erich Stekovics, der im Burgenland 3.500 alte Tomaten- und Chili-Sorten bewahrt und anbaut. Er müsste alle Sorten registrieren lassen oder könnte nur noch ab Hof verkaufen. Die dafür anfallenden Kosten von 3,5 Millionen Euro und jährlich 63.000 auszufüllenden Formularseiten (nämlich 18 Formulare pro Sorte) für die Zulassungen sind für Stekovics unmöglich. Noch viel ärger: Selbst bei all diesem Aufwand sind viele alte Sorten in Brüssel gar nicht zertifizierungsfähig! Stekovics dürfte nicht mehr über den Handel verkaufen und wäre zum Zwerg-Sein verurteilt."

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Drexel

Sind Geld und Bürokratie die einzigen Hindernisse?

„Nein, die Saatgutverordnung lässt faktisch nur Industrie-Sorten zu. Denn eine Sorte muss, damit sie anerkannt wird, uniforme, also einheitliche Früchte produzieren. So wie die längst bekannten Bananen oder Gurken mit einer bestimmten Krümmung. Das gibt es bei vielen Sorten nicht. Außerdem muss bewiesen werden, dass die Sorten schon immer bei uns gewachsen sind. Bei Tomaten, die bekanntlich nicht aus Österreich stammen, ist das unmöglich.“

Wie sind Sie als Lebensmittelhändler betroffen?

„Wir bemerken in den vergangenen Jahren eine stark steigende Nachfrage bei alten Sorten. Den Grund dafür sehen wir im besonderen Geschmack dieser Früchte und im Gesundheits- und Traditionsbewusstsein unserer Kundinnen und Kunden. Dementsprechend passen wir unser Sortiment an: Wir bieten seit mehreren Jahren Pflanzen, Samen und Früchte alter Sorten in Kooperation mit dem Verein ARCHE NOAH und dem Tomaten-Pionier Erich Stekovics. All diese Produkte, bei denen alte Sorten verwendet werden, müssten wir aus den Regalen aller 1.500 SPAR-Märkte nehmen. Solche wunderbaren Produkte dürfen dann nicht mehr über Handelsgeschäfte verkauft werden! Ein unfassbarer EU-Skandal!“

Wie wollen Sie diese Verordnung noch verhindern?

„Der Wahnsinn ist, dass der Entwurf der Saatgutverordnung all unsere Bemühungen zur Bewahrung und Verbreitung alter Sorten zunichtemacht! Unsere Kundinnen und Kunden werden damit vom Angebot an Sortenraritäten komplett abgeschnitten. Damit kann ich mich nicht abfinden. Der Bundesrat hat sich kürzlich gegen den aktuellen Entwurf ausgesprochen und ortet sogar demokratiepolitische Probleme. Ich appelliere an Bundesrat und Parlament, sich weiter für eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung einzusetzen und die Interessen von Kunden und Wählern wieder über jene der internationalen Saatgut-Konzerne zu stellen. Solange werden wir von SPAR nicht still sein und unsere Kunden über diesen EU-Skandal informieren.“