Glyphosatfreies Erntefeld

SPAR verbannt Glyphosat

Glyphosat, das 1974 vom Agrochemiekonzern Monsanto in den Pflanzenschutzmittelmarkt eingeführt und unter dem Namen Roundup® bekannt wurde, ist das derzeit meist benutzte Breitbandherbizid der Welt. Das Spritzmittel hat viele Folgen für die Umwelt:

  • Es ist als Antibiotikum patentiert und  zerstört daher Bakterien und Mikroorganismen
  • Es vernichtet alle Pflanzen, die nicht dagegen mittels Gentechnik resistent gemacht wurden
  • Es schädigt unsere Böden und Gewässer 
  • Es hat einen erheblichen Anteil am Verlust der Artenvielfalt

Schädlicher Wirkstoff für die Gesundheit von Mensch und Umwelt 

In Argentinien und Paraguay, wo das Pflanzengift großflächig gesprüht wird, treten bei den Bewohnern der „eingenebelten Dörfer“ Gesundheitsschäden und erhöhte Fehlgeburtsraten auf. Glyphosat wurde 2015 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) und der WHO als „wahrscheinlich beim Menschen krebserregend“ eingestuft. Diese Einschätzung wird von Hormonspezialist Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber erhärtet: „Auf der Suche nach den Ursachen für die Zunahme an hormonabhängigem Brustkrebs und Prostatakrebs geraten Herbizide wie das Glyphosat immer mehr ins Visier. Der Grund dafür sind künstliche, hormonaktive Stoffe, sogenannte, Endokrine Disruptoren‘, die in diesen Unkrautvernichtungsmitteln vorkommen.“ Deshalb empfiehlt der Hormonspezialist: „Da Glyphosat eine derartige östrogenähnliche Wirkung zeigt, sollte ein Verbot durchgesetzt werden.“ Nicht zuletzt warnt auch ein internationales Forscherteam der University of Florida in einer Studie davor, dass Glyphosat nicht nur das Risiko für Krebs, sondern auch für Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Autismus erhöhen sowie sogar zu Kreuzresistenzen gegen Antibiotika führen kann. 

 

SPAR als Vorreiter für Glyphosat-freie Lebensmittel 

Glyphosat wurde von der EU-Kommission im November 2017 für weitere fünf Jahre zugelassen. SPAR setzte sich hier als Vorreiter in Österreich – für Glyphosatfreie Lebensmittel ein.  Glyphosat wurde aus allen SPAR-Eigenmarken-Produkten aus dem In- und Ausland verbannt. Die Gesundheit der Kundinnen und Kunden, der Schutz der Artenvielfalt sowie der Böden und Landwirtschaftsflächen haben für SPAR Priorität. Strenge internen Grenzwerten für Lieferanten aus dem In- und Ausland, werden regelmäßig überprüft.

Milchverarbeiter und Bauern verzichten auf Glyphosat

Zwei Mitstreiter von SPAR sind die österreichischen Molkereien Berglandmilch und Kärntnermilch. Beide Milchverarbeiter verzichten auf den Einsatz von Glyphosat. „Die Konsumentinnen und Konsumenten sind sehr verunsichert, die Informationslage ist vielschichtig und oft divergierend. Um größtmögliche Klarheit in dieser Situation zu schaffen, war die Entscheidung des Verbotes des Herbizides Glyphosat nur logisch. Dieser Schritt war aus unserer Sicht aber konsequent in unserem Bestreben, heimische, naturnah produzierte Milch und Molkereiprodukte in bester Qualität anzubieten“, unterstreicht Berglandmilch-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Josef Braunshofer.

Direktor Helmut Petschar, Geschäftsführer von Kärntnermilch sagt: „Wir haben den Anspruch, mit unseren Produkten Qualitätsführer zu sein und  Produktsicherheit zu bieten. Deswegen ist es uns wichtig, dass wir beim Thema Glyphosat mit unseren Bäuerinnen und Bauern den Dialog suchen und herausfinden, was nötig ist, damit eine Umstellung auf Glyphosat-frei funktionieren kann. Wichtig ist aber, dass die Qualitätsbemühungen, durch die wir uns deutlich vom benachbarten Ausland abheben, einen Mehraufwand für unsere Bauern bedeuten. Diese müssen zukünftig auch entsprechend abgegolten werden.“ Doch auch eine Reihe von konventionellen Obst- und Gemüsebauern, die SPAR beliefern – wie beispielsweise die Familie Winfried Markut aus Kärnten, die für SPAR Kartoffeln und Zwiebeln anbaut – haben sich freiwillig dazu entschlossen, kein Glyphosat mehr einzusetzen.