SPAR ist Vorreiter bei fairem Handel

FAIRTRADE Teesammlung

FAIRTRADE Österreich feierte 2018 sein 25-Jahr-Jubiläum. Von der Idee des fairen Handels und der hohen Qualität der Produkte überzeugt, ist SPAR seit 1999 Partner von FAIRTRADE. 40 Artikel zählte das Sortiment zu Beginn, mittlerweile finden Kunden in den Regalen von SPAR über 500 FAIRTRADE-Produkte.

Um besonders ProduzentIInnen und LieferantInnen aus Entwicklungsländern eine wirtschaftliche und soziale Existenz zu sichern, lag es für SPAR auf der Hand, die Partnerschaft mit FAIRTRADE einzugehen. Denn FAIRTRADE steht  für qualitativ hochwertige Produkte aus Entwicklungsländern, für eine faire Entlohnung der Produzentenorganisationen und für die Bekämpfung der Ursachen der ausbeuterischen Kinder- und Zwangsarbeit.

Sortiment hat sich mehr als verzehnfacht

SPAR hat sich bereits 1999 dazu entschlossen, FAIRTRADE-Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Viele der damals geführten Artikel hat SPAR als erstes Unternehmen überhaupt nach Österreich gebracht, darunter FAIRTRADE-Bananen und -Rosen. Von den mittlerweile über 500 Artikeln im Sortiment sind schon über 65 SPAR-Eigen- und Exklusivmarkenprodukte. Die SPAR Natur*pur Bio-FAIRTRADE-Bananen sind mit Abstand das am meisten verkaufte Produkt im Sortiment. Hinter den Bananen liegen die FAIRTRADE-Rosen auf dem zweiten Platz, gefolgt vom SPAR Natur*pur Bio-Kaffee. Dieser wird in der SPAR-eigenen Kaffeerösterei REGIO in Marchtrenk (OÖ) verarbeitet. 2012 ist es SPAR gelungen, eine SPAR PREMIUM „Edition Zotter“ bestehend aus Bio-FAIRTRADE-Schokoladen und Bio-FAIRTRADE-Eissorten, die noch dazu in Österreich produziert werden, auf den Markt zu bringen. SPAR war damit das erste Lebensmittelhandelsunternehmen mit Bio-FAIRTRADE-Eis im Sortiment. Zum ersten Mal hat der berühmte Chocolatier Josef Zotter, der ausschließlich auf Bio-FAIRTRADE-Qualität setzt, seinen Namen und seine Schokoladenkreationen für eine Eigenmarke zur Verfügung gestellt.

Rückverfolgbarkeit von FAIRTRADE

Wenn ein Produkt bei SPAR das FAIRTRADE-Siegel trägt, bedeutet dies, dass es gemäß den internationalen FAIRTRADE-Standards gehandelt wurde. Im Normallfall (über 75 Prozent) stammen auch das Produkt und sein Inhalt 1:1 von der FAIRTRADE-Produzentenorganisation: die direkte physische Rückverfolgbarkeit zum Ursprung ist gegeben. Die einzelne Zutat wird in jeder Phase der Produktion von "nicht‐FAIRTRADE"‐ Rohstoffen getrennt weiterverarbeitet. Das ist vor allem bei Kaffee, SPAR-Bananen, Rosen oder Reis der Fall und gilt auch für viele Mischprodukte.

Als entwicklungspolitisches Instrument der Armutsbekämpfung ist es laut FAIRTRADE Standards möglich, Tee- Kakao- Zucker- oder Fruchtsäfte im Mengenausgleich/indirekter Rückverfolgbarkeit zu produzieren (sogen. "mass balance"): Hier werden die Rohstoffe von zertifizierten Organisationen eingekauft und die ProduzentInnen in den Entwicklungsländern profitieren von den Vorteilen des fairen Handels, wie Marktzugang, stabile und höhere Preise etc. In der Lieferkette werden diese Mengen jedoch mit konventionellen vermischt, denn die Produzenten können ihre Produkte nicht separat weiterverarbeiten lassen und sind auf zentrale Produktionsanlagen angewiesen, da die Chargen zu gering sind. Die nach FAIRTRADE Standards gehandelten Mengen werden genau dokumentiert, unabhängig überprüft und es dürfen nur so viele Endprodukte das FAIRTRADE-Gütesiegel tragen, wie mengenmäßig eingekauft wurde. 

Mehr dazu unter Was ist Fairtrade.

FAIRTRADE Reis
Fairtrade-Logo

2018: 25 Jahre Fairtrade Österreich

Im Jahr 1993 wurde FAIRTRADE Österreich gegründet, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Plantagenarbeitern in den sogenannten Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern. Von der Idee des fairen Handels und der hohen Qualität der Produkte überzeugt, ist SPAR seit 1999 Partner von FAIRTRADE. Im Interview aus dem jahr 2018 mit SPAR Mahlzeit! Zieht Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich, Bilanz über die vergangenen 25 Jahre, spricht über bedeutsame Meilensteine und erzählt, wie SPAR zu einem der wichtigsten Partner wurde.

SPAR Mahlzeit!: Das Motto des Jubiläums lautet: „Es liegt in deiner Hand“. Was hat es damit auf sich? 

Hartwig Kirner: Der Slogan soll unterstreichen, was schon bei der Gründung vor 25 Jahren Ziel des Vereins war: Zu zeigen, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Welt ein Stück besser zu machen – mit der bewussten Entscheidung für FAIRTRADE-Produkte.

SPAR Mahlzeit!: Wie sieht die Bilanz nach 25 Jahren in Zahlen aus? 

Hartwig Kirner: Als mit der Gründung des Vereins der Grundstein für das FAIRTRADE-Gütesiegel in Österreich gelegt wurde, hat niemand geahnt, welche Dimensionen FAIRTRADE in unserem Land einmal annehmen würde. Hier ein paar Zahlen: Heute gibt es über 1.900 Produkte mit dem FAIRTRADE-Siegel, mehr als 5.000 Verkaufsstellen österreichweit und über 130 lizenzierte Partnerunternehmen. Der Bekanntheitsgrad des FAIRTRADE-Siegels in Österreich liegt bei 92 Prozent, das Siegel selbst zählt zu den Top-23-Marken des Landes. Aus den Verkäufen von FAIRTRADE-Produkten sind mehr als 39 Mio. Euro Direkteinnahmen in Form von FAIRTRADE-Mindestpreisen, Prämien für Soziales, Infrastruktur und Bildung sowie Bioaufschläge an kleinbäuerliche Produzenten und Plantagenarbeiter in den Entwicklungsländern gegangen.

SPAR Mahlzeit!: Worin sehen Sie das Erfolgsgeheimnis von FAIRTRADE? 

Hartwig Kirner: Mit dem Begriff Fairness können viele Menschen etwas anfangen. Kaum jemand kann sich dem Gefühl verschließen, dass es unfair ist, wenn harte Arbeit nicht gerecht entlohnt wird. Und da sind die meisten Menschen bereit, etwas dagegen zu tun.

SPAR Mahlzeit!: Was wurde vor Ort in den Ländern konkret erreicht? 

Hartwig Kirner: Durch FAIRTRADE konnten hunderttausende Kleinbauern in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen. Gelungen ist das einerseits, weil wir forciert haben, dass sich die Bauern zu Genossenschaften zusammenschließen. Denn eine große Gruppe hat bei der Vermarktung und beim Verkauf der Produkte eine bessere Verhandlungsposition als ein Einzelner. Noch viel wichtiger aber sind die faireren Preise, die wir den Bauern für ihre Ware zahlen, und die Prämien, die sie in Gemeinschaftsprojekte wie Schulen, Wasserleitungen oder Transport-LKWs investieren. Durch diese Maßnahmen wird das Leben der Menschen nachhaltig und für kommende Generationen verbessert.

SPAR Mahlzeit!: Gibt es konkrete Beispiele? 

Hartwig Kirner: Bananenkooperativen in Lateinamerika investierten beispielsweise verstärkt in die Produktivität – hier hat sich das Erntevolumen in nur sieben Jahren um bis zu 50 Prozent erhöht. In Mexiko arbeitet man daran, künftig resistentere und dennoch qualitativ hochwertige Kaffeepflanzen zu züchten, um gegen den Klimawandel gewappnet zu sein. Coopérative Agricole N’Zrama de N’Douci (CANN), eine Kakaokooperative im Süden der Republik Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), hat im Dorf Tiemokokro eine Schule errichtet, um in die Bildung der Kinder und damit nachhaltig in die Zukunft zu investieren. All diese Projekte wurden mithilfe der FAIRTRADE-Prämie finanziert.

SPAR Mahlzeit!: Können Sie ein paar Meilensteine für die erfolgreiche Entwicklung von FAIRTRADE nennen? 

Hartwig Kirner: Bei der Gründung wurde als Ziel definiert, eine möglichst breite Masse zu erreichen. Der faire Handel sollte in Richtung Mainstream entwickelt werden, um möglichst viel zum Positiven verändern zu können. Klar war, dass wir daher mit unseren Produkten aus der Nische der Weltläden herauskommen mussten hinein in die Supermärkte. Ein Meilenstein für FAIRTRADE war deshalb, als SPAR 1999 Partner wurde und seither sein FAIRTRADE-Sortiment immer mehr erweitert hat. Heute gibt es bei SPAR mehr als 400 faire Produkte. Ein weiterer Meilenstein war, als SPAR als erster großer Lebensmittelhändler FAIRTRADE-Bananen ins Sortiment genommen und damit für den täglichen Einkauf verfügbar gemacht hat. Auch bei den Rosen war SPAR absoluter Vorreiter. Dadurch wurde mit einem Mal das Siegel unübersehbar für Millionen Menschen in Österreich. Ohne SPAR würden wir heute nicht da stehen, wo wir jetzt stehen.

SPAR Mahlzeit!: Wo liegen die Herausforderungen für die Zukunft?

Hartwig Kirner: Um die Lebensbedingungen der Bauern weiter zu verbessern, wäre es besonders wichtig, dass die Produzentenorganisationen mittelfristig zumindest fünfzig Prozent ihrer Ernte als FAIRTRADE-Ware verkaufen können. Das ist noch nicht überall der Fall. Deshalb ist eines unserer ganz großen Anliegen, den Absatz der bestehenden Produkte zu erhöhen und die Nachfrage anzukurbeln. Dabei zählen wir auch weiterhin auf Partner wie SPAR und auf Menschen, die sich beim täglichen Einkauf bewusst für FAIRTRADE entscheiden.