Weitergeben und verwenden statt verschwenden

SOMA Marchtrenk Rotes Kreuz Mitarbeiter und SPAR Mitarbeiterin mit Einkaufswagen voller Lebensmittel
© PHOTO-GRAPHICS Hillinger-Perfahl OG © PHOTO-GRAPHICS Hillinger-Perfahl OG

Jedes verschwendete Kilo Lebensmittel ist eines zu viel. Daher gibt SPAR Lebensmittel, die noch genießbar aber nicht mehr verkäuflich sind, an Sozialeinrichtungen weiter. Alle SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR-Filialen in deren Einzugsgebiet es einen Sozialmarkt oder ähnliche Einrichtungen gibt, haben einen fixen Kooperationspartner. Zusätzlich geben auch viele SPAR-Einzelhändler Waren weiter.

Lokale Kooperationen

In jedem Bundesland kooperiert SPAR mit anderen Sozialorganisationen. Beispielsweise holen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland „Le+O“ der Caritas und „Team Österreich Tafel“ Lebensmittel ab, in Vorarlberg ist es der Verein „Tischlein deck dich“, in Tirol unter anderem „TISO Innsbruck“ und das „Rote Kreuz“, in Salzburg „SOMA-Salzburg“ und die „Flachgauer Tafeln“. Die oberösterreichischen und Kärntner Märkte geben Waren an „SOMA“, das „Rote Kreuz“ oder "Food Sharing Kärnten" weiter. SPAR Steiermark spendet die Lebensmittel an die „Vinzimärkte“ und die „Team Österreich Tafel“.

© (c) Pannonische Tafel © (c) Pannonische Tafel

Lebensmittel sinnvoll nutzen und vor der Tonne bewahren

Nicht alles, was SPAR in den Filialen anbietet, wird auch verkauft. Rund ein bis zwei Prozent der angebotenen Produkte bleiben aufgrund von Verderb, Bruch und erreichtem Mindesthaltbarkeitsdatum übrig. Sind sie noch essbar, geben fast alle Filialen Lebensmittel an Sozialorganisationen wie SOMA, Caritas oder die Tafeln weiter. Lebensmittel im ursprünglichen Wert von über elf Millionen Euro wurden so 2017 vor dem Müll gerettet. Doch kommen die Lebensmittel auch bei Bedürftigen an? 

 

SPAR hat bei Alexandra Gruber, Obfrau des Verbands der österreichischen Tafeln nachgefragt.


Wie bringen die Tafeln Lebensmittel zu Menschen, die sie brauchen?

Insgesamt befinden sich unter dem „Dach“ des Verbands der österreichischen Tafeln mittlerweile 7 Mitgliedsorganisationen (www.dietafeln.at). Die Abholung der geretteten Lebensmittel erfolgt fast ausschließlich mit Tafel-eigenen Kühlfahrzeugen. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen holen an bis zu 6 Tagen die Wochen diese Warenspenden ab. Die Verteilung der geretteten Lebensmittel ist danach von Tafel zu Tafel unterschiedlich. Die Wiener Tafel, beispielsweise, liefert die gesammelten Waren direkt an einzelne Sozialeinrichtungen (wie Obdachloseneinrichtungen, Mutter-Kind-Häuser, Wärmestuben, Notschlafstellen etc.) und ermöglicht dadurch eine beinahe
flächendeckende und umfangreiche Versorgung armutsbetroffener Menschen mit kostbaren Lebensmitteln. In den anderen Bundesländern hingegen gibt es z.B. die
Flachgauer Tafel in Salzburg oder die Pannonische Tafel im Burgenland mit mehreren, eigenen Ausgabestellen, bei denen die KundInnen sich ihre Lebensmittel selbst abholen können.

 

Welche Lebensmittel sind besonders begehrt?

Prinzipiell gibt es so gut wie kein Lebensmittel, das nicht benötigt wird. Besonders begehrt sind neben frischen Produkten wie Obst, Gemüse und Milchprodukten natürlich Lebensmittel, die wir kaum bzw. nur ganz selten gespendet bekommen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Teigwaren, Kaffee, Tee, Süßwaren,... und Hygieneprodukte. Jedoch zählen genau diese Produkte zu den am dringendsten benötigten Artikeln, sowohl in den Sozialeinrichtungen als auch in den Ausgabestellen der einzelnen Tafeln. Gerade weil diese Produktgruppen so lange haltbar sind bzw. sich preislich im höheren Segment befinden, können wir diese 
Menschen in Armut nur selten zur Verfügung stellen.
 


Was sind Erfolgskriterien für eine gute Zusammenarbeit zwischen Filialen und Abholorganisation?

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Filiale und der abholenden, karitativen Organisation kann nur dann funktionieren, wenn beide Parteien den „Tafel-Gedanken“ teilen bzw. vom Wert jedes einzelnen Lebensmittels überzeugt sind.

Jeder der Beteiligten, sei es die Marktleiterin/der Marktleiter oder die Angestellte/der Angestellte der Supermarktfiliale, respektive die Ehrenamtliche/der Ehrenamtliche der abholenden Organisation, stellt ein wichtiges Glied in der Lebensmittelrettungskette dar und hilft dabei armutsbetroffene Menschen in ihrem täglichen Leben zu unterstützen! Deswegen ist vor allem der gegenseitige Respekt und das Verständnis gegenüber der Tätigkeit des Anderen ein wichtiges Erfolgskriterium einer positiven
Zusammenarbeit!