Nicht perfekt, trotzdem gut

Immer wieder taucht das Gerücht auf, dass Obst und Gemüse verschwendet wird, weil es für den Lebensmittelhandel nicht gut genug sei. Das stimmt so nicht, denn dieser wichtige Rohstoff wird vielfach verwertet. Der Großteil des für den Frischemarkt erzeugten Obst und Gemüses entspricht den Anforderungen von Handel und Kunden und wird daher in den Märkten auch angeboten. Der verhältnismäßig kleine Anteil an Produkten zweiter Wahl wird von der Lebensmittelindustrie als Rohstoff genutzt.

SPAR bietet nicht perfekte Ware an

SPAR bietet Obst und Gemüse mit Makeln (Klasse II) an, es wurde dafür aber keine eigene Marke kreiert. Besonders in der heimischen Erntezeit bietet SPAR beispielsweise besonders große Äpfel mit leichten Schalenverletzungen in Großkisten an. Auch Einkochmarillen mit Schalenfehlern (beispielsweise durch Sonnenbrand oder Hagel) werden in 5 kg Kartons oder Kübeln verkauft. Zudem sind in den Packungen der Marke S-BUDGET (Äpfel, Zitronen, Kartoffeln u.a.) Früchte enthalten, die rein optisch nicht perfekt sind.

Akzeptierte Preise liegen oft unter tatsächlichen Herstellerkosten

Wenn 1. Wahl und nicht perfekte Früchte nebeneinander angeboten werden, greifen Kundinnen und Kunden erfahrungsgemäß zur schöneren Ware. Dadurch wird die zweite Wahl nicht verkauft, muss an Sozialmärkte weitergegeben werden oder verdirbt im schlimmsten Fall – ein Schluss, der weder für SPAR als Händler, noch für Kunden oder die Umwelt wünschenswert ist. Erst ab einer deutlichen Preisreduktion sind Kunden bereit, auch zu Obst und Gemüse außerhalb der Norm zu greifen. Wenn man Verpackung, Transport und Nebenkosten mit einrechnet, liegen die nötigen niedrigen Preise oft unterhalb dessen, was Landwirte von der Lebensmittelindustrie für ihre Früchte angeboten bekommen. Für die Landwirtschaft wäre es also ein schlechtes Geschäft, ihre Ware zweiter Wahl im Handel anzubieten.

„2. Wahl“ ist wichtiger Rohstoff

Von der landwirtschaftlichen Produktion ist ein weit höherer Teil als angenommen verkaufsfähig. Die weit verbreiteten Obst- und Gemüsesorten sind so gezüchtet, dass nur ein kleiner Teil nicht der Norm entspricht. Dieses wird jedoch auch nicht entsorgt, sondern ist wichtiger Rohstoff für die Nahrungsmittel-Industrie. In Säften über Suppen bis hin zu Fertiggerichten finden Kunden diese „2. Wahl“.