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NACHHALTIGKEIT

Studie: TTIP kostet Österreich Arbeitsplätze und beschleunigt Bauernsterben

Das US-europäische Freihandelsabkommen TTIP würde sich in Summe negativ auf den heimischen Arbeitsmarkt auswirken. Zu den stärksten Verlusten käme es in der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor. So lautet das Ergebnis einer umfassenden Studie zu den Beschäftigungseffekten von TTIP in Österreich, die heute in Wien präsentiert wurde. Die vom Institut für Höhere Studien (IHS) und der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) durchgeführte Studie wurde im Auftrag von SPAR, BIO AUSTRIA, NÖM und Greenpeace erstellt und sieht vor allem die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft bedroht. Am stärksten betroffen wären Betriebe bis zu 20 Hektar, was der durchschnittlichen österreichischen Bauernhofgröße entspricht. Insgesamt könnte TTIP den Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor über 4.600 Jobs kosten. Bis zu 590 kleinere Landwirtschaftsbetriebe, vorwiegend Bio- und Bergbauern, könnten bis 2025 vom österreichischen Markt verschwinden, weil sie dem Preisdruck der internationalen Agrarkonzerne nicht standhalten können.

Österreichische Qualitätslandwirte würden Preisschlacht nicht aushalten 

„Die Studie beweist nun, was wir seit langem versuchen aufzuzeigen: Der Feinkostladen Österreich ist tatsächlich bedroht“, kommentiert Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender der SPAR AG, die Ergebnisse. „Die österreichische Lebensmittel-Kultur und damit ein Teil unserer Identität sind nachweislich gefährdet.“ Als Beispiel nennt Drexel das AMA-Gütesiegel-Qualitätsfleisch: Die Studie belege ganz klar, dass eine Marktöffnung im Rindfleischsektor die Importe aus den USA exorbitant ansteigen lassen würde. Österreich, so Drexel, sei geprägt von einer kleinstrukturierten Landwirtschaft, in den USA gebe es kaum Farmen, die weniger als 2000 Rinder hätten. „Im Massengeschäft ist aber nicht hohe Qualität gefragt, sondern ein möglichst homogener Rohstoff, der zwecks Verarbeitung in den genormten Herstellungsverfahren der Ernährungsindustrie von einem zum anderen Kontinent transportiert werden kann. Alleine der billige Preis wird das alles entscheidende Kriterium bei dieser Marktöffnung sein. Das können auf Dauer unsere Qualitätslandwirte nicht mitmachen“, warnt der SPAR-Chef. Es entstehe eine negative Preisspirale nach unten, das sogenannte „race to the bottom“. Preis und Qualität würden nach unten gehen, österreichische Qualitätsfleischprodukte und ihre Produzenten aussterben – so belege es nun eindeutig die Studie. Drexel weiter: „Diese aktuelle Studie sollte also unsere Politiker aufrütteln, damit sie sich ganz klar gegen TTIP in Position bringen.“ 

Landwirtschaftliche Bereiche müssen aus den TTIP-Verhandlungen ausgeklammert werden

Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace, fasst zusammen: „Durch TTIP wird der mit niedrigeren ökologischen Standards produzierenden US-Wirtschaft Tür und Tor geöffnet. Die Studie belegt, dass damit vor allem in der Landwirtschaft in erheblichem Maß Arbeitsplätze verloren gehen könnten.“ Egit fordert daher Minister Rupprechter dazu auf, einen Regierungsbeschluss herbeizuführen, dass Österreich für eine sofortige Ausklammerung aller landwirtschaftlichen Bereiche aus den TTIP-Verhandlungen eintritt. Daneben müssten dem Abkommen auch andere „Giftzähne“ – vor allem Sonderklagerechte für Konzerne und die regulatorische Kooperation – gezogen werden. „Es ist inakzeptabel, dass der Minister immer noch glaubt, es gelte, Verhandlungsergebnisse abzuwarten. Bei TTIP gibt es für die Bäuerinnen und Bauern und für die Umwelt nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren“, so Egit abschließend. 

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Langfassung der Studie

Die gesamten Studie mit Hintergrundinformationen und Erhebungsmethoden können Sie hier nachlesen. 

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Kurzfassung der Studie

Hier können Sie die wichtigsten Ergebnisse der Studie in der Zusammenfassung nachlesen.