Vitaminbombe vom Melonenbaum

10.11.2016

Bunt und wohlgeformt – exotische Früchte sind meist echte Hingucker. Umso besser, wenn sie auch noch aufregend schmecken und uns so gut tun wie die Papaya.

Urlaub, Strand und Sonne – wie weit weg das alles jetzt scheint. Die gute Nachricht: In den SPAR-Obstregalen warten wahre Exoten, mit denen wir uns den Sommer auch in der nasskalten Jahreszeit nach Hause holen können. In allen möglichen Farben und Formen gibt es die Früchte aus den Tropen – einfach zum Anbeißen. Gerade im Herbst sind unsere Abwehrkräfte ohnehin dankbar für jeden extra Vitaminkick. Orangen, Grapefruits, Clementinen und andere Südfrüchte aus der Zitrus-Familie bewähren sich Jahr für Jahr. Höchste Zeit, auch weniger bekanntem Tropenobst eine Chance zu geben: Mango, Kaki, Litschi, Maracuja, Kumquat oder die als Sternfrucht bekannte Karambole bringen Farbe, Genuss und wertvolle Nährstoffe auf den Tisch.

Tausendsassa Papaya

Oder wie wäre es mit einer Frucht vom „Baum der Gesundheit“? So nannten die in Mittelamerika ansässigen Arawak-Indianer die vielseitig genutzte Papaya. Nachdem Christoph Kolumbus die Neue Welt entdeckt hatte, erkannten die Spanier rasch den Wert dieses Melonengewächses. Im 16. Jahrhundert kultivierten sie den auch „Melonenbaum“ genannten Neuling bereits auf den Antillen und den Philippinen. Heute ist er überall in den feuchten Tropen sowie den frostfreien Subtropen verbreitet. Die Früchte sind botanisch gesehen Beeren und hängen – wie bei der Kakao-Pflanze – direkt am bis zu zehn Meter hohen Stamm. Sie sind, je nach Sorte, meist länglich oval bis birnenförmig und können gute 45 cm lang sowie bis zu sechs Kilo schwer werden.

Gut und bekömmlich

Schon allein das Farbenspiel der grünlich-gelben Frucht mit dem orange-roten Inneren macht Appetit. Zu Recht, denn der intensiv aromatische Geschmack der kalorienarmen „Tropenbombe“, wie die Papaya mitunter genannt wird, ist unvergleichlich und erinnert an einen Mix aus Melone und Marille. Kenner schätzen nicht nur das butterweiche Fruchtfleisch, sondern verwerten auch die vielen schwarzen Kerne. Denn getrocknet eignen sie sich als sanfte Alternative in der Pfeffermühle. Befreien Sie dazu die Samen von ihrer gelartigen Schutzschicht, etwa indem Sie sie mit Küchenpapier abreiben. Anschließend trocknen Sie sie für rund drei Stunden im Backrohr bei 50 Grad.

Vielseitiges Papain

Papayas überzeugen nicht nur geschmacklich. Dank ihrer Inhaltsstoffe gelten sie sogar als „Superfood“.
Die basischen Papayas strotzen vor Vitamin C und enthalten auch sonst allerhand Mineralstoffe, Aminosäuren und Ballaststoffe. Ein besonders wertvoller Wirkstoff ist das Papain, ein Enzym, das die gründliche Verdauung von Proteinen sowie den Stoffwechsel unterstützt und das exotische Obst besonders bekömmlich macht. Die Antioxidantien machen die Papaya zu einem Anti-Aging-Geheimtipp, der sich sogar auf die Haut auswirken kann – am besten wird dazu das pürierte Fruchtfleisch als Gesichtsmaske aufgetragen. Um die Wirkung der Papaya ranken sich auch Legenden: Christoph Kolumbus war angeblich beeindruckt davon, wie die Karibik-Eingeborenen mit Papayas als Nachtisch Verdauungsproblemen vorbeugten. Marco Polo soll seinen Seeleuten Papayas gegen Skorbut gegeben haben. Und Vasco da Gama, der Entdecker des Seeweges nach Indien, nannte die Papaya-Pflanze „Goldener Baum des Lebens“. Sogar bei den Aborigines in Australien soll die Papaya schon vor Jahrhunderten als heilkräftig gegolten haben.

Eine Frage der Reife

Um die langen Transportwege gut zu überstehen, werden die Tropenfrüchte meist halbreif geerntet. Im Geschäft finden wir sie oft schon halbiert. So lässt sich beim Einkauf ihre Reife ohne Herumdrücken beurteilen: je dunkler das Fruchtfleisch, desto besser. Bei ganzen Papayas gibt das Äußere einen verlässlichen Hinweis: Essfertige Früchte sind außen möglichst gelb und lassen sich leicht drücken. Am besten werden sie im Kühlschrank gelagert. Püriert und tiefgekühlt sind sie eine optimale Ergänzung für fruchtige Smoothies. Soll eine Papaya erst daheim nachreifen, muss die Schale zumindest schon gelbliche Flecken oder Streifen aufweisen. Gönnen Sie der Exotin dann ein paar Tage Ruhe an einem warmen Plätzchen. Auf einer Fensterbank oder in Heizkörpernähe kann das recht schnell gehen.

Papa–JA!

Vollreife Papayas sind schon solo ein Genuss: einfach aufschneiden, Kerne entfernen und Fruchtfleisch herauslöffeln. Um das Obst schön anzurichten, wird es mit dem Sparschäler geschält, halbiert, entkernt und dann in Würfel oder Spalten geschnitten. Etwas Zitronensaft und Ingwer intensivieren den Geschmack noch. Mit dem Kugelausstecher bekommen Sie mundgerechte Portionen für ein exotisches Müsli oder einen tropischen Fruchtsalat. Papaya passt zu jeder Gelegenheit, bei der man auch gerne zur Melone greift. So harmoniert feiner Prosciutto oder Serrano-Schinken mit schmalen Papaya-Spalten und auch als molliger Salatbestandteil macht sich die edle Frucht gut.

Nebenrolle: Gemüse

Ist die Papaya außen völlig grün, so ist sie noch lange nicht reif – und wird es wohl auch nicht mehr. Kein Malheur – im Gegenteil: Unreife Papayas enthalten besonders viel Papain. In der Küche mutiert das Tropenobst dann kurzerhand zu Gemüse: Es passt gut in den thailändischen Papaya-Salat „Som Tam Thai“ sowie in asiatische Reisgerichte. Auch lässt es sich zu Chutneys, Currys und Salsas verarbeiten. Hühnerund Rindfleisch bekommt dank Papaya nicht nur eine karibische Note. Das Papain lässt das Fleisch außerdem zart werden. Für viele Rezepte eignet sich die Baummelone sogar reif und unreif gleichermaßen – etwa in der kreolischen Küche oder im Wok.