Die Kunst des Schenkens

10.11.2016

Zu feierlichen Anlässen wie Weihnachten, dem Fest der Familie, der liebe und der Besinnlichkeit, machen sich die Menschen Geschenke. Was es mit diesem Brauch auf sich hat und warum kulinarische Geschenke besonders viel Freude bereiten, lesen sie hier.

Stimmungsvolle Beleuchtung in den Einkaufsstraßen, herrlicher Duft von gerösteten Mandeln, frischen Vanillekipferln, heißen Maroni und wärmendem Glühwein, hie und da etwas zu laute Weihnachtsklänge und dazwischen Menschen, beladen mit Packerln und Sackerln – kein Zweifel: Weihnachten naht in Riesenschritten. Jedes Jahr aufs Neue verfallen die meisten von uns in eine Mischung aus Vorfreude und Stress und wir setzen uns mit den verschiedensten Fragen auseinander: Tanne oder Fichte? Echte Kerzen oder elektrische? Weißwürstel, Karpfen oder üppiger Gänsebraten? Und natürlich: Was schenke ich wem zu Weihnachten?

Vom Nikolaus zum Christkind

Vor allem Kinder sollen am Festtag mit weit aufgerissenen Augen staunen und ihre Herzenswünsche erfüllt bekommen. Doch auch wir Erwachsenen – egal ob als Elternteil, Ehepartner, Geschwister, Freund oder Arbeitskollege – sind in dieser Hinsicht Kind geblieben und freuen uns über von Herzen kommende Aufmerksamkeiten. Dabei mag es verwundern, dass Weihnachten zwar seit jeher gefeiert wird, die Tradition des Schenkens am Weihnachtsabend – so wie wir sie heute kennen – aber erst seit rund 150 Jahren existiert. Kinder wurden schon im Mittelalter beschenkt – allerdings am Tag ihres Patrons, des heiligen Nikolaus. Einer alten Legende zufolge bewahrte Nikolaus, der Bischof von Myra, im 5. Jahrhundert einen Vater und seine Töchter vor einem sündigen Lebenswandel auf der Straße, indem er ihnen eines Nachts unerkannt und heimlich Goldtaler auf das Fenstersims legte. So hielt er ihnen den Weg zum Himmel offen und vermittelte ihnen, dass sie nicht vergessen und als Kinder Gottes geliebt waren. Daraus entwickelte sich der Brauch, Kindern im Namen des heiligen Nikolaus an dessen Namenstag Teller, Strümpfe, Sackerl oder Schuhe gefüllt mit Nüssen, Äpfeln und Süßigkeiten zu schenken – wodurch Nikolaus sehr beliebt wurde. Dieser Tradition sagte aber Martin Luther im 16. Jahrhundert den Kampf an: Um die Popularität des katholischen Heiligen zu brechen und die Aufmerksamkeit auf das göttliche Geschenk der Geburt Jesu zu lenken, hat er im Zuge der Reformation den Schenktermin vom Nikolaustag auf den Weihnachtstag verlegt. Während bei den Katholiken auch weiterhin die Tradition des 6. Dezembers aufrecht blieb, bescherte bei den Protestanten von da an das von Luther eingeführte „Christkind“.

Puppen für Mädchen, Zinnsoldaten für Buben

In den folgenden 200 Jahren vollzog sich die Wandlung von der evangelischen Kinderbescherung zum Familienfest für alle. In der Biedermeierzeit schließlich hielt Heiligabend im trauten Familienkreis mit Geschenken unter dem kerzengeschmückten Baum in unseren Wohnzimmern Einzug. Zu dieser Zeit änderte sich auch die Art der Geschenke: Luthers Idee war es, die Menschwerdung des Gottessohnes selbst als Geschenk zu feiern, wobei die Weihnachtsgeschenke die einfachen Gaben der Hirten wie auch die kostbaren Gaben der Weisen und Könige für das Jesuskind zur Geburt nachahmten. Jetzt wurde der Geburt Christi zwar weiterhin gedacht, der Fokus richtete sich aber zunehmend auf die Geschenke, wobei der materielle und vor allem der pädagogische Wert der Weihnachtsgeschenke in den Vordergrund rückte. Pädagogisches Spielzeug, nach Geschlechtern getrennt, sollte den Nachwuchs auf das Leben vorbereiten und wurde zu einem bewährten Erziehungsmittel. Steckenpferde, Zinnsoldaten und Dampfeisenbahnen für die Buben, Puppen samt Zubehör für die Mädchen. Doch nur, wer das ganze Jahr über auch brav gewesen ist, durfte auf Geschenke hoffen, wie man im „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann nachlesen kann: „Wenn die Kinder artig sind, kommt zu ihnen das Christkind; wenn sie ihre Suppe essen und das Brot auch nicht vergessen, wenn sie, ohne Lärm zu machen, still sind bei den Siebensachen, beim Spaziergehn auf den Gassen von Mama sich führen lassen, bringt es ihnen Gut's genug und ein schönes Bilderbuch.“ Seitdem hat sich nicht mehr viel geändert: Bis heute wird der Baum mit Kugeln und Kerzen geschmückt, die Eltern drapieren die liebevoll eingepackten Geschenke unter den Ästen, und eine kleine Glocke ruft die wartenden Kinder zur Bescherung.

Die Kunst des Schenkens

Schenken ist ein hochgradig kommunikativer Akt und eine Geste der Liebe und Zuneigung. Mit jedem Geschenk drücken wir etwas aus und lassen so erkennen, was wir über den anderen denken. Wir hoffen natürlich, dass wir mit unserem Geschenk Freude bereiten. Klar, dass Menschen, die erst einen Tag vor Heiligabend an die Weihnachtsgeschenke denken und einfach irgendetwas kaufen, andere Reaktionen hervorrufen als solche, die ihre Geschenke mit Bedacht, Sorgfalt und Liebe auswählen oder in mühevoller und zeitaufwendiger Arbeit selbst gemachte Präsente überreichen. Obwohl die Facette an Geschenken heute breiter gefächert ist als jemals zuvor, erfreuen sich kulinarische Geschenke wie edle Genussmittel, Wein oder Schokolade besonders großer Beliebtheit. Nicht zuletzt deshalb, weil mit ihnen die wunderbare Assoziation des – im besten Fall gemeinsamen – Genießens hervorgerufen wird.

Geschenke aus der Küche

Besonders persönlich und immer etwas Spezielles sind mit viel Liebe selbst gemachte Köstlichkeiten wie etwa unser Chutney, der Weihnachts-Mini-Kuchen im Weck-Glas oder die hausgemachte heiße Schokolade. Sie sind echte Unikate und ein schönes Zeichen der Wertschätzung, sorgen für eine herzliche Verbundenheit und beweisen, dass Zeit immer noch das kostbarste Geschenk ist, das man einem Menschen machen kann. Und das Schöne: Auch das Herstellen macht großen Spaß – das Naschen zwischendurch nicht zu vergessen! Aber zur Kunst des Schenkens gehört nicht nur, dass man die geschmacklichen Vorlieben des Beschenkten kennt und berücksichtigt, sondern auch die richtige Verpackung. Denn: Ein selbst gemachter Mini-Kuchen schmeckt umso besser, wenn sich nicht nur der Gaumen, sondern auch das Auge daran erfreuen kann.

Liebevoll verpacken

Also geben Sie Ihren selbst gemachten Geschenkideen aus der Küche eine Chance, ganz groß raus zu kommen, indem sie auch eine hübsche Verpackung gestalten. Schon mit einfachsten Mitteln können Sie unübersehbare Ergebnisse erzielen, aber achten Sie darauf, dass die verwendeten Materialien für Lebensmittel geeignet sind. Besonders schön anzusehen ist etwa durchsichtiges Zellophan- oder färbiges Seidenpapier, das mit einer festlichen Schleife zusammengehalten wird. Einmachgläsern etwa können Sie eine Haube aus einer weihnachtlichen Serviette, Seidenpapier oder feinem Stoff aufsetzen und mit einem passenden Geschenkband befestigen. Und vergessen Sie nicht, Ihre Geschenkideen mit Etiketten zu verzieren, auf denen steht, was drin ist und wann es hergestellt wurde. Denn bei Chutneys etwa ist oft nicht gleich zu erkennen, was man da genau vor sich hat. Auch Infos für die Verwendung machen sich gut auf Anhängern. Tipp: Auf sparmahlzeit.at gibt's festliche Etiketten zum Gratis-Download. In diesem Sinne: Viel Freude beim Schenken und Beschenkt- Werden!

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