MAHLZEIT! MAGAZIN 04-2017

Länger haltbar: Lebensmittel richtig lagern

13.07.2017

Wir verraten Ihnen die besten Tipps und Tricks, wie Ihre Produkte in der heissen Jahreszeit über das Mindesthaltbartkeitsdatum hinaus geniessbar bleiben.

Im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung spielt der richtige Umgang mit unseren Lebensmitteln eine wesentliche Rolle. Gerade bei hohen Temperaturen vermehren sich Bakterien, Hefen und Schimmelpilze sehr schnell. Sie lassen Lebensmittel faulen, gären oder verschimmeln. Aber auch Kälte, Wärme oder Feuchtigkeit können zum vorzeitigen Verderb mancher Produkte führen. Das muss aber nicht sein! Beachtet man, dass jedes Lebensmittel unterschiedliche Anforderungen an seinen idealen Lagerort hat, wird die Haltbarkeit verlängert und Müll vermieden.

Richtiger Einkauf und Transport
Der korrekte Umgang mit Lebensmitteln beginnt bereits beim Einkauf. Die wichtigste Regel lautet: Bei gekühlten Produkten – besonders bei Fisch, Fleisch und Faschiertem – sollte die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Am besten man legt diese Nahrungsmittel erst zum Schluss in den Einkaufswagen und sorgt mit einer Kühltasche oder -box für einen gut gekühlten, möglichst raschen Transport nach Hause. Auch frisches Obst, Gemüse, Salat und Brot trocknen aus und bauen Inhalts-, Farb- und Aromastoffe ab, wenn sie stundenlang im heißen Auto zwischengeparkt werden.

Ordnung im Kühlschrank

Während für die meisten Lebensmittel eine kühle (etwa 0 bis 12° C), nicht zu feuchte und nicht zu trockene sowie dunkle Aufbewahrung in der Küche, in der Vorratskammer oder im Keller genügt, ist für empfindliche Lebensmittel der Kühlschrank der wichtigste Aufbewahrungsort (siehe auch großes Bild). Aber aufgepasst: Man sollte nach dem Einkauf also nicht einfach dort einräumen, wo gerade Platz ist, denn die Kälte nimmt im Kühlschrank nach unten hin zu. Die tiefsten Temperaturen – da herrschen rund zwei Grad – werden über der Glasplatte des Gemüsefachs erreicht. Dieser Platz ist reserviert für leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst. In der Mitte liegt die Temperatur zwischen vier und fünf Grad – optimale Lagerbedingungen für Milchprodukte. Käse kommt in den obersten Bereich des Kühlschranks, wobei vor allem Schimmelkäse vom restlichen Käse getrennt abgepackt werden sollte, damit der Schimmel nicht auf die anderen Käsesorten übergreifen kann. Tipp: Käse sollte man nach dem Öffnen jedes Mal wieder in frische Folie einpacken. Das garantiert ein dichtes Abschließen, sodass sich keine Feuchtigkeit und damit kein Schimmel bilden kann. Auch gekochte Lebensmittelreste – abgekühlt und abgedeckt – fühlen sich im obersten Fach wohl. In der Tür werden Butter, Eier, Dressings und Getränke aufbewahrt. Obst und Gemüse finden Platz im etwa 10 Grad warmen Gemüsefach ganz unten im Kühlschrank.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Oft sind Lebensmittel auch noch nach Ablauf des Datums geniessbar.


Wir bleiben draussen
Ganz nach der Faustregel „Heimisches liebt es kühl, Exoten mögen es warm“ gehören exotische Früchte wie Ananas, Mango oder Bananen sowie Zitrusfrüchte nicht in den Kühlschrank. Auch stark wasserhaltiges Gemüse wie Gurken, Paprika und Tomaten fühlt sich in der Kälte nicht wohl und verliert Geschmack. Aber Achtung: Es gibt nachreifende Obst- und Gemüsesorten, die das Phytohormon Ethylen absondern und damit den Reifeprozess bzw. den Verderb anderer Obst- und Gemüsesorten beschleunigen. Starke Ethylen-Produzenten sind zum Beispiel Äpfel, Marillen, Bananen, Avocados und Birnen. Sie sollten getrennt voneinander aufbewahrt werden.

Vertrauen Sie auf Ihre Sinne: Durch anschauen, riechen, schmecken und fühlen kann jeder selbst feststellen, ob ein Lebensmittel noch geniessbar ist.

Verdorben oder nicht?

Achten Sie schon beim Einkauf darauf: Leicht verderbliche Lebensmittel wie frischer Fisch und Fleisch führen auf der Verpackung ein Verbrauchsdatum. Läuft das Datum ab, dürfen diese Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verzehrt oder im Supermarkt verkauft werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung hingegen gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem das Produkt bei Einhaltung der angegebenen Lagerbedingungen garantiert ohne Qualitätsverlust mindestens haltbar ist. Oft genug sind diese Lebensmittel aber auch noch nach dem Ablauf des Datums genießbar. Das lässt sich mit einem einfachen Sinnestest überprüfen: Sehen, Riechen, Schmecken oder Fühlen – vertrauen Sie Ihren Sinnen! Denn: Wenn Lebensmittel verderben, beginnen sie zu riechen und ihre Konsistenz verändert sich – oft ins Schleimige. Meistens reicht auch ein Blick: So sollte man Konserven, bei denen Boden oder Deckel nach außen gewölbt sind, nicht mehr verzehren. Bei angeschimmelten Lebensmitteln – z. B. Jogurt, Brot und Marmelade – muss das ganze Lebensmittel entsorgt werden, denn auch wenn der Schimmel nicht sichtbar ist, können Schimmelsporen vorhanden sein. Ausnahme: Beim Käse reicht es, den Schimmel großflächig wegzuschneiden.