MAHLZEIT! MAGAZIN 03-2017

SMOOTHIES - Der Geschmack des Sommers

24.05.2017

Manchmal im Leben entsteht Großes im Kleinen. Im Fall von Reinhard Mösl war es sein Kleiner, Sohn Julian, damals ein Jahr alt. Mösl, promovierter Jurist, hatte sein Geld jahrelang als Stiftungsexperte für eine internationale Finanzgruppe in Liechtenstein verdient. 2005 nahm er sich eine halbjährige Auszeit, die er mit Partnerin und Sohn in Australien verbrachte. Und siehe da: Söhnchen Julian, der Obst- und Gemüse normalerweise strikt verweigerte, liebte die bunten Smoothies, die damals in Australien groß in Mode waren. „Dabei bestand dieses Getränk aus nichts anderem als Obst!“, erzählt Reinhard Mösl. Der Niederösterreicher war von der Idee und dem Geschmack der Smoothies begeis­tert. „Es war so einfach und doch so erfolgreich – und bei uns daheim noch unbekannt. Außer Multivitaminsaft hat es da nicht viel gegeben.“

TREND AUS DEN USA

Tatsächlich stammt der Trend der bunten Mixgetränke aus den USA. Dort waren Smoothies (vom engl. smooth: „fein“, „cremig“) bereits im Kalifornien der 1960er-Jahre hip. Anders als bei Fruchtsäften wurde die ganze Frucht – teilweise auch mit Schale – verarbeitet, nicht bloß der Saft. Le­diglich der Kern wurde nicht püriert. Anfangs gab es Smoothies nur in Saftbars, wo sie frisch zubereitet wurden. Erst später fanden sie als Fertigprodukt ihren Weg in Gastronomie und Handel.

GRÜNDUNG

Wieder zurück in Österreich hängte Mösl die Juristerei an den Nagel, um der erste Smoothie-Hersteller Österreichs zu werden. Eigentlich wollte er die Produk­tion des pürierten Obstes und Gemüses auslagern, doch dafür fand er keinen geeigneten Abfüllbetrieb. Also muss­te er selbst eine entsprechend große Betriebsstätte finden und eine eigene Produktionsschiene errichten – und da­für Hunderttausende Euro investieren. „Ich habe mich blutig durchgekämpft. Ich hatte null Erfahrung, keine Ahnung von der Technik, von dem Markt und von der Lebensmittelbranche.“ An ein Scheitern dachte er dennoch nie: Zu sehr war Mösl von der Idee und seinem Produkt überzeugt. Im Jänner 2006 lief die erste Smoothie-Flasche unter dem Namen jucyou über das Fließ­band. Geschmack: Apfel-Birne. Seitdem folgten viele Millionen weiterer Flaschen und es kamen etliche neue Sorten hinzu. Heute ist jucyou der größte Smoothie-Hersteller des Landes.

KOOPERATION MIT SPAR

Mösls Erfolgsgeschichte hat auch ganz wesentlich mit SPAR zu tun. „Ich werde den Tag nie vergessen. Es war im Jahr 2008, als mein Telefon läutete und ich eingeladen wurde, meine Produkte bei SPAR zu präsentieren.“ Offensichtlich mit Erfolg. Wenige Wochen später wa­ren seine Drinks österreichweit in allen SPAR-Märkten erhältlich. Seit 2009 stellt jucyou auch die Smoothies für die SPAR-Eigenmarke her. Diese finden sich unter SPAR enjoy im Sortiment, und zwar in den Sorten Orange-Mango, Apfel-Birne, Marille-Karotte und Weichsel-Banane. Zusätzlich produziert man noch SPAR enjoy Smoothie+Water, zwei Light-Varianten in den Geschmacksrichtungen Mango-Maracuja und Ananas-Banane, beide gespritzt mit stillem Wasser. Und, jetzt neu: der SPAR enjoy Antioxidant-Smoothie und der SPAR enjoy Energy-Smoothie. Was alle Sorten auszeichnet: Sie enthalten keinen zugesetzten Zucker, keine Konservierungsstoffe und werden ausschließlich aus Direktsaft und Püree hergestellt (und nicht aus Konzentrat). Die Rezepturen für die fruchtig-frischen Getränke stammen allesamt vom Chef persönlich. Mit SPAR und einem Team des Kompetenzzentrums für Lebens­mitteltechnologie in Wieselburg werden die Produkte entwickelt.

VOM OBST ZUM SMOOTHIE

In Haag, im westlichsten Winkel des nie­derösterreichischen Mostviertels, hat jucyou seine Produktionsstätte. Sieben Mitarbeiter werken im Zweischichtbe­trieb von 6 bis 22 Uhr. Sie verarbeiten pro Monat 50.000 Kilo Rohwaren, das entspricht der Ladung von drei Sattel­zügen. Im Kühlbereich lagern bei zehn Grad Celsius Dutzende 200-Kilo-Fässer, vollgefüllt mit Bananenmark, Birnen­püree oder Pfirsichmark. „Wir müssen die Bananen nicht selbst schälen, wir bekommen das Obst schon püriert“, sagt Mösl lachend. Im 1000-Liter-Tank werden die jeweiligen Rezepturen gemischt und homogenisiert, also unter Druck verdichtet. Dadurch erhalten die Smoothies ihre sämige Konsistenz. Danach rinnen sie durch Vorlauftanks, werden zuerst auf 75 Grad erhitzt, um mögliche Keime zu töten, und danach auf acht, neun Grad gekühlt. Zwei Minu­ten dauert dieser Prozess. Der soge­nannte „Abfüllbereich“ ist der „heiligste Raum“ (Mösl) der Produktionshalle, es herrscht eine spezielle, keimfreie At­mosphäre. Hier werden die Smoothies abgefüllt, verschraubt und etikettiert. Anschließend landen sie im Kühllager, und nur zwei Tage später stehen sie im SPAR-Kühlregal.

BELIEBTES GETRÄNK

Es hat zwar etwas Zeit gebraucht, aber mittlerweile lieben die Österreicher Smoothies. Im Pro-Kopf-Verbrauch rangieren wir europaweit an dritter Stelle, nur geschlagen von Großbri­tannien und Irland. So waren es auch Reinhard Mösl und sein Sohn Julian, die diesen Siegeszug möglich gemacht haben. Julian ist mittlerweile 13 Jahre alt. Obst und Gemüse mag er noch immer nicht. Von Papas Smoothies kriegt er aber nicht genug.

NEU: Der neue, gekühlte SPAR enjoy Energy-Smoothie Banane, Rote Rübe mit  Guarana & Leinsamen ist genau das Richtige für einen kleinen, erfrischend  fruchtigen Energie-Kick für zwischendurch, um seinen Körper zu revitalisieren. Das Motto des neuen, gekühlten SPAR enjoy Antioxidant-Smoothie Limette, Gurke, Kiwi mit Weizengras & Leinsamen heißt: Zurücklehnen und genießen!