MAHLZEIT! MAGAZIN 02-2018

Der Geschmack des Südens

15.03.2018

UNTER DER SONNE SIZILIENS REIFEN ZITRONEN, ORANGEN, ARTISCHOCKEN, FENCHEL, ZUCCHINI, KAROTTEN & CO VON SPAR NATUR*PUR. EIN BESUCH AUF DEM BIO-BAUERNHOF VON CHIARA LOBIANCO.

Zitronen, überall Zitronen. Sie sind das Sinnbild Siziliens. Die Araber brachten sie schon vor 1.000 Jahren auf die sonnengeküsste Mittelmeerinsel, mit Goethe fanden sie Eingang in die Literatur. „Das Land, in dem die Zitronen blühen“, stellte er einst fasziniert fest. Hunderte, vielleicht tausende Zitronenbäume wachsen heute in dem 120 Hektar großen biologischen Hain in Cassibile, den Chiara LoBianco bewirtschaftet; beheimatet an der Ostküste zwischen den bekannten Barockstädten Syrakus und Noto, nur fünf Kilometer vom Meer entfernt. Es ist ein kleines Paradies, voll singender Vögel, summender Bienen und bunter Schmetterlinge. „Alles Tiere, die man in einer konventionellen Landwirtschaft wohl nicht sehen würde“, sagt Chiara LoBianco stolz. „Das ist nach 25 Jahren Arbeit als Bio-Bauern vielleicht der größte Erfolg unserer Familie: Wir sehen untertags Schmetterlinge und in der Nacht Glühwürmchen fliegen.“

LEIDENSCHAFT FÜR LANDWIRTSCHAFT 
36 der 120 Hektar Fläche werden mit Zitrusfrüchten bestellt. Hier wachsen sowohl Valencia-Orangen als auch typisch sizilianische Zitrusfrüchte wie Tarocco-Orangen und Feminello- Zitronen. Auf der restlichen Fläche gedeihen Fenchel, Zucchini, Artischocken, Fisolen, Kartoffeln, Karotten, Kohlrabi, Zwiebeln und Salat. Alles in bester Bio-Qualität und bei SPAR unter der Bio-Eigenmarke SPAR Natur*pur erhältlich. LoBianco: „Biologische Landwirtschaft ist extrem anspruchsvoll. Wenn eine Pflanze krank wird, können wir nicht in ein Geschäft gehen und ein Pestizid kaufen. Wir müssen darauf achten, dass die Pflanze erst gar nicht erkrankt. Dafür benötigt man viel Erfahrung.“ Erfahrung, die Chiara LoBianco reichlich besitzt. Sie ist Bio-Landwirtin mit Leib und Seele. Das sieht man und das schmeckt man. Zwar wuchs sie in Rom auf, weil ihr Vater Giuseppe dort als Ingenieur arbeitete. Doch als dieser von seiner Mutter ein Stück Land mit Hunderten Zitronenbäumen erbte, verbrachte die Familie fortan die Ferien auf Sizilien. „Für mich war das ein Traum“, erinnert sich die 36-Jährige. „Jede freie Minute war ich mit meinem Vater und den Bauern auf den Feldern, um Kartoffeln und Fisolen zu ernten.“ Schon damals sagten die Leute zu der kleinen Chiara: „Da wächst wohl eine künftige Landwirtin heran.“

AUSGEBILDETE AGRARINGENIEURIN 
Als Chiara neun Jahre alt war, entschloss sich der Vater, seinen Job an den Nagel zu hängen, nach Sizilien zu ziehen und sein geerbtes Land professionell zu bestellen. „Für meine Eltern war es ein Opfer, ihr Leben in Rom hinter sich zu lassen. Ich war die einzig Glückliche, denn ich empfand schon immer eine sehr starke Zuneigung für dieses Stück Erde. Ich liebe den Geruch der Zitronen im Frühling, und ich genieße das Licht unter der Sonne Siziliens.“ Nach der Schule studierte LoBianco Agrarwissenschaften an der Uni von Viterbo, einer kleinen Stadt in der Nähe von Rom. Als Agraringenieurin erhielt sie danach Aufträge in Kalifornien und Spanien – und war sich nicht mehr sicher, ob sie nach Sizilien zurückkehren würde. Vater Giuseppe, mittlerweile 86 Jahre alt, stellte ihr im Jahr 2009 ein Ultimatum: „Nur du entscheidest über dein Leben und deine Zukunft. Wenn du aber jemals ernsthaft daran gedacht hast, den Hof zu übernehmen, ist dies nun deine letzte Chance. Denn ohne deine Hilfe kann ich nicht mehr weitermachen.“ Also überredete sie Lorenzo, die Liebe ihres Lebens, packte ihren Hund Melo und zog von Viterbo nach Sizilien – wo sie gemeinsam in das neue Abenteuer starteten.

MINERALISCHE ERDE UND MEDITERRANES KLIMA
Aus der Küche von Chiara LoBianco riecht es verführerisch nach gebackenem Fenchel mit Brösel, Parmesan und schwarzem Pfeffer. Inmitten ihres Zitrusfruchthaines haben sie und ihr Mann den Agriturismo La Casa di Melo, ein kleines, feines Bio-Hotel entstehen lassen, mit freiliegenden Holzbalken und sizilianischem Kopfsteinpflaster. Gekocht wird nach den Rezepten der Mutter und natürlich mit dem Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau. An diesem Tag serviert sie ihren Gästen auf Sizilien jenen Fenchel, der in Österreich bei SPAR als SPAR Natur*pur Bio-Fenchel erhältlich ist. „Sein Geschmack und seine Farbe sind einmalig“, verspricht LoBianco. Das liege an der dunklen, mineralischen Erde, die ihre Pflanzen nähre. Und natürlich an dem mediterranen Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. 

BIO-PIONIER SEIT ÜBER 25 JAHREN 
Biologisch oder konventionell – diese Frage stellte sich für die LoBiancos nie. Schon Chiaras Vater Giuseppe war ein überzeugter Anhänger des Bio-Anbaus. Er war schlicht nicht bereit, Geld für chemische Pflanzenschutzmittel auszugeben, die sein Land schädigen würden. Bereits im Jahr 1992 erhielt sein Bauernhof das Bio-Gütesiegel. „Er war ein wahrer Bio-Pionier und Vorreiter“, sagt LoBianco stolz. Noch 2005 musste sie sich von ihrem Professor an der Uni anhören lassen: „Ach, Ihre Familie betreibt eine biologische Landwirtschaft? Das ist nur ein momentaner Trend und hat keine Zukunft!“ Doch genau diese Form der Landwirtschaft war immer der Traum ihrer Familie – und er sollte sich erfüllen. Mit SPAR fand Chiara LoBianco einen Partner, der dabei half, den eingeschlagenen Weg erfolgreich weiter zu beschreiten. „SPAR ist unser größter und wichtigster Kunde. Der einzige, der es mit dem Bio-Gedanken wirklich ernst meint. Wir mussten hart arbeiten, um alle Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Mittlerweile fühlt sich SPAR wie ein Teil der Familie an.“