MAHLZEIT! MAGAZIN 02-2017

Zucker sparen

16.03.2017

Während in den vergangenen Jahren eine möglichst fettarme Ernährung als gesund gegolten hat, liegt der Fokus gesundheitsbewusster Esser im Jahr 2017 auf Zuckerreduktion. Lesen Sie in diesem Dossier, warum es sich lohnt, seinen Zuckerkonsum zu hinterfragen. Plus: SPAR spart Zucker bei seinen Eigenmarken ein.

Er gilt als Quell der Freude, als Seelentröster, als Energiespender: der Zucker. Ohne Zucker wäre der Körper mit seinen Organen und dem Gehirn nicht funktionsfähig, denn Zucker ist seine wichtigste Energiequelle. So benötigt etwa das Gehirn, obwohl es nur zwei Prozent des Körpergewichts auf die Waage bringt, 20 Prozent der Energie. Weil Zucker als Energielieferant so wichtig ist, kann der Körper ihn aus fast jeder Nahrungsquelle gewinnen, die die Natur ihm bietet: aus Früchten ebenso wie aus Kartoffeln, Getreide und Reis. Was die Natur allerdings nicht kennt, ist Zucker pur. Die weißen, süßen Kristalle kommen in der Natur nirgends vor. Anti-Aging-Experte Markus Metka erklärt: „Über Millionen von Jahren war es der Normalzustand, dass die Menschen oft nur im Spätsommer durch Beeren, Früchte und manchmal auch Honig in den Genuss von Zucker kamen, was in dieser Form dem Menschen gut tat.“ Aber, so der Experte weiter: „Zum echten Risikofaktor für den Menschen entwickelte sich Zucker erst, als er industriell hergestellt werden konnte und zur billigen Massenware wurde.“

Die Dosis macht das Gift
Etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm in Europa die industrielle Verarbeitung des süßen Pulvers rasant zu, der tägliche Konsum von raffiniertem Zucker wurde zum Massenphänomen. Ob in Kaffee und Tee, in Kuchen, Keksen oder süßen Aufstrichen – Zucker wurde bedenkenlos konsumiert. Und gleichzeitig begann die Lebensmittelindustrie, Zucker in allerlei Süßigkeiten, Snacks, Soft Drinks, Fertiggerichten, Saucen, Konserven und Milchprodukten zu verarbeiten. In den 1980er-Jahren wurde in den USA eine – noch billigere – Zuckerart entdeckt: industriell aus Mais hergestellte Fruktose in Form von „high fructose corn syrup“. Heute weiß man: Die Überdosierung von raffinierter Fruktose ist mindestens so gefährlich wie die von Rüben- oder Rohrzucker.

Dramatische Folgen
Heute nimmt der österreichische Durchschnittsbürger ca. 35 Kilogramm reinen Zucker pro Jahr zu sich. Das entspricht einem Zuckerverbrauch von etwa 23 Zuckerwürfeln pro Tag und Person. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält aber maximal 25 Gramm für sinnvoll, das sind sechs Stück Zucker. Wir essen also viermal mehr Zucker, als wir sollten. Metka: „Der Konsum hat mittlerweile so bedenkliche Ausmaße angenommen, dass Zucker in vielen Fällen nicht mehr richtig vom Körper verarbeitet werden kann.“ Und weiter: „Jetzt haben die Menschen mit den negativen Seiten zu kämpfen und sind mit den Folgen der jahrelangen Zuckerüberdosierung konfrontiert.“ Im Licht neuer Erkenntnisse und Forschungsergebnisse werden Übergewicht und Adipositas, Diabetes, die nichtalkoholische Fettleber, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Karies, Alzheimer und Krebs mit überhöhtem Zuckerkonsum in kausalen Zusammenhang gebracht. Metka: „Die Fähigkeit, Zucker in Fett zu verwandeln, wird dem Körper nun zum Verhängnis. Was früher eine Überlebensstrategie war, ein Notprogramm für schlechte Zeiten, ist heute zur lebensgefährlichen Falle geworden.“ Friedrich Hoppichler, Vorstandsmitglied der Österreichischen Adipositas- und Diabetes-Gesellschaft, liefert die alarmierenden Zahlen dazu: „Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass bereits 30 Prozent der 14-Jährigen übergewichtig oder sogar adipös sind.“ Das bedeutet: In jeder zweiten Schulbank sitzt ein übergewichtiges Kind, und auf jede Klasse kommen zwei adipöse Kinder. Hinzu kommt, dass bereits 40 Prozent der Erwachsenen übergewichtig sind. „Besonders auffallend ist“, ergänzt Metka, „dass linear mit dem Anstieg der Fruktosekonsumation auch schon bei jungen Menschen die Erkrankungen an nichtalkoholischer Fettleber steigen. Diese entsteht dadurch, dass über­schüssige Fruktose direkt in der Leber in Fett umgewandelt und dort als Fettreserve gespeichert wird.“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt: Wir nehmen vier mal mehr Zucker zu uns als empfohlen.

"17 Prozent des Zuckers nehmen wir direkt auf, aber 83 Prozent konsumieren wir in Form von Fertigsuppen, Dosengerichten, Pizza, Brot, Wurstprodukten & Co."
Markus Metka, Anti-Aging-Experte

„Versteckter“ Zucker
Ein Bewusstseinswandel hin zu weniger Zucker ist aber gar nicht so leicht. Denn Zucker ist praktisch allgegenwärtig und hat viele Namen: Daher ist ohne Fachwissen nicht ohne Weiteres zu erkennen, dass auch Dextrose, Dicksaft, Fruktose, Glukose, Jogurtpulver, Laktose, Magermilchpulver, Maltose, Oligofruktose und Saccharose nur andere Bezeichnungen für Zucker sind. Geschmacklich lässt sich freilich erkennen, dass Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen und Limonaden süß schmecken und daher viel Zucker enthalten müssen – egal wie er bezeichnet wird. Dabei wird mit einem halben Liter Limonade schon die mehrfache Tagesempfehlung der WHO von 25 Gramm Zucker überschritten. Aber würden Sie auch in vegetarischen Würsteln, in Extrawurst, in einer Salamipizza oder in einer Packerl-Nudelsuppe Zucker vermuten? Experten schätzen, dass nahezu jedes zweite Produkt irgendeine Form von Zucker enthält. Vor allem der versteckte Zucker ist für den größten Teil unseres Zuckerkonsums verantwortlich und daher besonders gefährlich. Metka: „17 Prozent des Zuckers nehmen wir direkt auf, aber 83 Prozent konsumieren wir in Form von Fertigsuppen, Dosengerichten, Pizza, Brot, Wurstprodukten & Co.“ SPAR-Offensive zu gesunder Ernährung Jetzt könnte man sagen: Die Menschen sind mündig und daher sind sie selbst dafür verantwortlich, wie viel Süßes sie essen. Aber: Weil Zucker immer besser in den Lebensmitteln versteckt wird, nascht jetzt auch derjenige, der das gar nicht weiß. Hinzu kommt, dass es für die heutigen Konsumenten aufgrund der Informationsflut durch Werbung, Zeitungen, Fernsehen und Internet immer schwieriger wird, sich zu orientieren. Genau hier setzt SPAR mit seiner Initiative für Zuckerreduktion an. SPAR-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel bringt die Offensive auf den Punkt: „Als Lebensmittelhändler und -produzent des Vertrauens wollen wir die Konsumenten dabei unterstützen, sich für eine gesunde Ernährung mit weniger Zucker zu entscheiden. Wir wollen unsere Konsumenten nicht erziehen, sondern bei ihrer bewussten Ernährung begleiten.“ In diesem Sinne setzt SPAR folgende Maßnahmen:

1. Zuckerreduktion in Eigenmarken
SPAR hat sich bereits 1989 zu seiner gesellschaftlichen Mitverantwortung für eine gesunde Ernährung bekannt und diese in den Unternehmensgrundsätzen verankert. Der Idee folgte alsbald die Umsetzung, als SPAR vor zwölf Jahren die Initiative „SPAR Ernährung heute – für ein gesundes Österreich“ ins Leben gerufen hat. Teil dieser Initiative ist seither der wissenschaftliche Beirat, bestehend aus Medizinern, Diätologen, Ernährungswissenschaftern und Praktizierenden der Traditionellen Europäischen Heilkunst. In regelmäßigen Treffen werden dabei neueste Ernährungstrends gemeinsam besprochen, Studien diskutiert, Empfehlungen abgegeben und Produktinnovationen geprüft. Dabei entwickelte sich die Zuckerreduktion zu einem sehr wichtigen Anliegen. So sollten wir bereits beim Frühstück auf Ausgewogenheit achten und nicht schon mit den ersten Bissen die empfohlene Tagesdosis an Zucker erreichen oder gar überschreiten. Gelingen kann das beispielsweise mit den SPAR Vital Cornflakes, die gänzlich ohne zugesetzten Zucker hergestellt werden. Das ist einzigartig, denn es gibt in Österreich keine anderen vergleichbaren Maisflocken. Ebenfalls ohne Zuckerzusatz kommen der SPAR Natur*pur Bio-Haferbrei Früchte und der SPAR Natur*pur Bio-Haferbrei Nüsse aus. Das macht sie ideal für einen sättigenden, wertvollen Start in den Tag. Auch bei den SPAR Natur*pur Bio-Jogurts wird mit dem Zucker gegeizt: Statt der üblichen 14-16 Gramm Zucker ist deutlich weniger Zucker enthalten. Denn derzeit wird der Zuckergehalt bei weiteren Bio-Fruchtjogurt-Sorten reduziert. SPAR orientiert sich dabei an dem Richtwert von maximal 12 Gramm Zucker pro 100 Gramm, der von österreichischen Ernährungsexperten auf Basis der WHO-Empfehlung festgelegt wurde. Ebenfalls in Arbeit: Der Zuckergehalt bei den SPAR fresh und S-BUDGET Limonaden wird um zehn Prozent reduziert. Dadurch können jährlich 81 Tonnen Zucker eingespart werden, bei den acht Bio-Fruchtjogurts, die 2017 zuckerreduziert werden, sind es 3,3 Tonnen jährlich.

2. Gesündere Kinderernährung
Gesunde Ernährung beginnt im Kindesalter. Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Gesundheit und das Gewicht ist das Ess- und Trinkverhalten in der Schule. Primar Friedrich Hoppichler über die Gründe: „Im Laufe eines Lebens gewöhnen wir uns an eine bestimmte Süße. Diese Süße wird als angenehm und positiv eingestuft. Wenn wir uns bereits in der Kindheit an eine geringere Süße gewöhnen, kann dies auch im Erwachsenenalter beibehalten werden. Damit sinkt auch der Zuckerkonsum.“ Um den gesellschaftlichen Sprengkörper Übergewicht – Diabetes – Herz-Kreislauf-Leiden zu entschärfen, gründete Primar Friedrich Hoppichler „SIPCAN – Initiative für ein gesundes Leben“, deren Hauptzielgruppe Kinder sind. Diese Initiative klärt Kinder unter anderem über eine gesunde Schuljause auf und macht Schulbuffets gesünder. SPAR unterstützt das SIPCANPROF. Projekt „Trink- und Jausen-Führerschein“, ein Unterrichtsset mit fünf Modulen für das Fach Biologie der ersten Klasse Hauptschule und Gymnasium, sowie die Initiative „Schulbuffet-Check“. Hier stellt SPAR ernährungswissenschaftlich überprüfte Produkte ohne Gewinnspanne zur Verfügung, wodurch es möglich wird, dass auch Bio-Müsliriegel, Trockenfrüchte oder Reiswaffeln zu einem attraktiven Preis angeboten werden können. Hoppichler: „Unsere gemeinsame Arbeit ist von Erfolg gekrönt. Bereits 60.000 Schüler profitieren bereits vom Engagement an den Schulbuffets. Zudem zeigt sich, dass die Kinder, die den ,Trink- und Jausenführerschein‘ absolvieren, zu weniger ungesunden Lebensmitteln wie zum Beispiel Süßgikeiten, Limonaden oder Fast Food greifen.“

3. Zuckeralternativen
Auf Süßes gänzlich zu verzichten muss auch für Übergewichtige und Diabetiker nicht sein. Da können pflanzliche und künstliche Süßstoffe Abhilfe schaffen, weil sie zu einem süßen Geschmack beitragen, ohne den Insulin- und Blutzuckerspiegel wesentlich zu beeinflussen. Zudem enthalten sie keine oder zumindest weniger Kalorien. Deshalb macht SPAR in seiner Initiative auf Zuckeralternativen bzw. auf Produkte, die mit Zuckeralternativen hergestellt wurden, deutlich aufmerksam. Wichtig ist SPAR dabei, dass zuckerhaltige Produkte nicht verboten und die Konsumenten nicht bevormundet werden. Es geht hier darum, vom wissenschaftlichen Beirat geprüfte und freigegebene, wertvolle Alternativen wie den SPAR Vital Birkenzucker oder den SPAR Vital Reissirup mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken.


4. Aufklärung und Information
Was nützen die besten Produkte, wenn der Informations-Dschungel zu dicht ist, um sich durchkämpfen zu können? Bei der unüberschaubaren Informationsflut, die auf die Menschen niederprasselt, fällt die Orientierung oft sehr schwer. Deshalb hat SPAR es sich zur Aufgabe gemacht, im Kundenmagazin SPAR Mahlzeit! und auf seiner Website sparmahlzeit.at regelmäßig über aktuelle Trends, Entwicklungen, bewusste Ernährung und neue Produkte zu berichten. Unterstützt wird SPAR dabei vom wissenschaftlichen Beirat, mit dem gemeinsam die neuesten Studien und Ernährungserkenntnisse aufgearbeitet und für die Leser verständlich aufbereitet werden.


5. Rezeptideen mit weniger Zucker
Schließlich gehören zu einer gesunden Ernährung mit weniger Zucker auch praktische Anwendungsmöglichkeiten. Denn: Wer selbst kocht, weiß, was in seinem Essen drin ist. Da bei neuen Produkten wie Birkenzucker oder Reissirup oft noch die Erfahrung fehlt, entwickelt SPAR in Zusammenarbeit mit Kochprofis wie Johanna Maier, Haya Molcho oder den beiden Foodbloggerinnen Ju und Mara köstliche Rezepte. Diese finden Sie entweder im SPAR Mahlzeit!-Magazin oder im Videoblog „Kochstories“ auf sparmahlzeit.at. Entdecken Sie gleich die neue Lust an der Zuckerreduktion mit den Low Carb-Rezepten ab S. 32. Und vielleicht gelingt Ihnen sogar der Zugang, dass Sie in Zukunft Zucker wie ein kostbares Gewürz verwenden, um besondere Momente zu versüßen.