MAHLZEIT! MAGAZIN 02-2017

Zucker sparen - Das sagt der Experte

16.03.2017

PRIM. UNIV.-PROF. DIR. DR. Friedrich Hoppichler, Vorstand der Abteilung für innere Medizin am Akademischen Lehrkrankenhaus  Barmherzige Brüder Salzburg, Vorstandsmitglied der österreichischen Adipositas Gesellschaft (ÖAG) sowie der österreichsichen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und Vorstand des Instituts SIPCAN, erklärt, warum eine zuckerreduzierende Ernährung gerade bei Kindern wichtig ist.

SPAR MAHLZEIT!: WARUM IST ZUCKER IM ÜBERMASS GEFÄHRLICH FÜR DEN MENSCHEN, VOR ALLEM AUCH FÜR KINDER?

Friedrich Hoppichler:
In Studien konnte festgestellt werden, dass sich vor allem zugesetzter Zucker, also
z. B. aus Limonaden, Süßigkeiten etc., negativ auf die Gesundheit auswirkt, wenn er über Jahre regelmäßig aufgenommen wird. Dieser fördert Übergewicht und Adipositas sowie in weiterer Folge auch Erkrankungen wie Diabetes Mellitus.

SPAR MAHLZEIT!: WARUM MACHT ZUCKER DICK?


Hoppichler: Zucker wird im Körper zwei- bis fünfmal schneller zu Fett umgebaut als Stärke, wie sie in Kartoffeln enthalten ist. Das heißt, mit Zucker füttern wir eigentlich direkt unsere Fettzellen. Zum anderen liefert Zucker auch jede Menge Energie, die im Übermaß aufgenommen ebenfalls als Fett im Körper gespeichert wird. Einen besonderen Fall stellt die Zuckerart Fruktose dar, die über die Leber verstoffwechselt wird und die Bildung einer Fettleber begünstigen kann.

SPAR MAHLZEIT!: HEISST DAS, DASS WIR AUCH BEIM OBST AUFPASSEN MÜSSEN?

Hoppichler: Zucker aus natürlichen Quellen, wie in Form von komplexen Kohlenhydraten aus Vollkornbrot, oder Fruchtzucker aus Obst hat grundsätzlich keine so negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Die im Obst enthaltene Fruktose wirkt sich weniger belastend für den Körper aus als isolierte Fruktose zum Beispiel in Getränken. Das liegt daran, dass die Ballaststoffe der Früchte ebenfalls verdaut werden müssen und so dafür sorgen, dass die Fruktose nicht zu schnell in die Leber gelangt.

SPAR MAHLZEIT!: WIE UNTERSTÜTZT DER PRÄVENTIV-MEDIZINER DIE KINDER BEI DER ZUCKERREDUKTION?

Hoppichler: Gerade Kinder sind einer besonderen Zuckerflut ausgesetzt: Zum Frühstück gibt es gezuckertes Müsli, in der Schulpause einen Softdrink, zu Mittag ein Fertiggericht mit verstecktem Zucker und am Nachmittag ein Stück Kuchen oder Schokolade. SIPCAN setzt sich mit mehreren Projekten intensiv dafür ein, dass Kinder und Jugendliche an den Schulen mehr über gesunde Ernährung erfahren. SIPCAN hat zum Lehrplan passende Materialien wie den „Trink- und Jausenführerschein“ entwickelt, die den Schulen mit Unterstützung von SPAR kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Weiters unterstützt SIPCAN in Zusammenarbeit mit SPAR Schulbuffets dabei, viele gesunde Produkte anzubieten, damit die gesündere Wahl auch tatsächlich die leichtere Wahl wird.

SPAR MAHLZEIT!: WIE BEURTEILEN SIE DIE INITIATIVE VON SPAR, DEN ZUCKERGEHALT VIELER EIGENMARKENPRODUKTE ZU REDUZIEREN?

Hoppichler: Ich begrüße diese Initiative sehr. SPAR setzt damit ein wichtiges Zeichen und wird aktiv dazu beitragen, dass weniger Zucker konsumiert wird und jeder von uns die Möglichkeit erhält, sich schrittweise an weniger Zucker zu gewöhnen. Damit kann ein wichtiger Akzent für eine gesündere Zukunft gesetzt werden.