MAHLZEIT! MAGAZIN 02-2017

Schwarzer Bio-Amaranth aus Österreich

16.03.2017

Pionierleistung im heimischen Ackerbau: Erstmals wird das „Getreide der Inkas“ in Niederösterreich angebaut. Damit bereichert Amaranth den Kreis regionaler Lebensmittel.

Die steigende Nachfrage nach außergewöhnlichen und regionalen Bio-Produkten in Top-Qualität treibt oft sehr spannende Blüten – so auch in Niederösterreich. Dort hat sich das familiengeführte Unternehmen Eusebio darauf spezialisiert, mit dem Anbau von nichtindigenen (nicht in Österreich heimischen) Bio-Sonderkulturen zu experimentieren. Ein gelungenes Ergebnis dieser Bemühungen gibt es jetzt bei SPAR: den SPAR Vital schwarzen Bio-Amaranth. Sabine Krachbüchler, Geschäftsführerin von Eusebio, erklärt: „In jahrelanger Forschungsarbeit ist es gelungen, dass diese nicht gerade einfach zu kultivierende Pflanze, die sich bisher nur in Äquatornähe wohlfühlte, auch in Österreich hervorragend wächst und gedeiht.“ Das führt zu zwei wunderbaren Nebeneffekten: Erstens fallendamit die langen Transportwege weg, wodurch die Umwelt geschont wird. Und zweitens verleihen die für die Pflanzen ungewohnten Klima- und Bodenverhältnisse dem Lebensmittel eine ganz eigene Geschmacksdimension. Krachbüchler: „Das macht den heimischen schwarzen Bio-Amaranth zu einem exklusiven Nischenprodukt, das sowohl bei Hobbyköchen als auch in der Spitzengastronomie auf reges Interesse stößt.“

NEUE HEIMAT THERESIENFELD
Beim Besuch des Biohofs Krachbüchler, der betriebseigenen Landwirtschaft mit rund 60 Hektar Anbaufläche im niederösterreichischen Theresienfeld, erzählt Biohof-Betriebsführer Robert Resch, welchen Herausforderungen sich die Anbaupioniere stellen mussten: „Da wir in Österreich die Ersten waren, die sich mit dem Anbau von schwarzem Bio-Amaranth auseinandersetzten, mussten wir jeden Produktionsschritt selbst erarbeiten.“ Und, so der Experte weiter: „Wir haben in den letzten Jahren enorm viel Aufwand betrieben, um herauszufinden, was der Pflanze gut tut und mit welchen Maschinen wir am effektivsten säen und ernten können.“ Eine der ersten Hürden, die es zu nehmen galt, war die Aussaat. Resch: „Wir haben eine eigene Saattechnik entwickelt, die es uns möglich macht, die Samen in optimaler Tiefe und Menge einzusetzen.“ Mit der Aussaat wird Mitte April begonnen, die Blütezeit ist von Juli bis August. Während dieser Zeit gilt es, Schädlinge und Unkraut fern zu halten. 100 Prozent biologisch bedeutet außerdem den Verzicht auf Pestizide und chemische Düngemittel. „Unser Erfolgsrezept ist die Fruchtfolge. Wir bauen unseren Bio-Amaranth nur alle drei bis vier Jahre auf dem gleichen Feld an“, erläutert Resch. Der Standort helfe bei der Unkrautminimierung. „Theresienfeld ist ein Paradies für schwarzen Amaranth. Die Böden sind steinig, trocken und nährstoffarm. Bedingungen, die die genügsame Pflanze aus Südamerika mag, dem Beikraut aber nicht so gut schmecken“, so der Experte. Einzige Gefahr für die Pflanze, sind Frost und Nässe, wie der Fachmann festhält.

VOM FELD BIS ZU SPAR
Geerntet werden die Samen im September, da werden die Blütenstände abgeschnitten und die dunkelroten bis schwarzen Samen gedroschen, getrocknet und gereinigt. Resch: „Da die Amaranth-Körner extrem klein sind, haben wir eigene Maschinen umgebaut, die die Körner von unerwünschten Fremdkörpern trennen.“ Bisher wurde der schwarze Bio-Amaranth nur auf den betriebseigenen Äckern angebaut. Aber heuer sollen weitere Bauern für den Anbau gewonnen werden. Krachbüchler: „Die Ausweitung verdanken wir auch der Zusammenarbeit mit SPAR“, denn, so die Eusebio-Chefin: „Dadurch wird das Produkt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.“

BEREICHERUNG IN DER HEIMISCHEN KÜCHE
In Zukunft könnte schwarzer Bio-Amaranth nicht nur zu einer Alternative im heimischen Ackerbau werden, sondern auch in unseren Küchen. Denn das „Pseudogetreide“ enthält eine Fülle an verwertbaren Nähr- und Vitalstoffen und stellt die meisten Getreidesorten in den Schatten: Es weist einen höheren Anteil an Kalzium, Eisen, Magnesium und den Vitaminen B1 und B2 auf, ist ein Toplieferant von Eiweiß, Fett und Ballaststoffen und ist somit eine wertvolle Eiweißquelle für Vegetarier und Veganer. Und: Sehr zur Freude all jener, denen das Klebereiweiß im Getreide gesundheitliche Probleme bereitet, ist Amaranth glutenfrei. Ob als klassische Beilage oder als Zugabe in Brot und Gebäck, Suppen, Eintöpfen, Aufläufen und Müslimischungen: Lassen auch Sie sich von seinem feinen, nussigen Geschmack sowie von seinen vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten überzeugen.