MAHLZEIT! MAGAZIN 02-2017

Ostereier färben wie zu Omas Zeiten

16.03.2017

Wer bei der Auswahl der Eier ans Tierwohl und den Umweltschutz denkt, sollte auch beim Färben nicht auf die Nachhaltigkeit vergessen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Ostereier ganz natürlich färben können.

Es ist ein schöner und vor allem sehr alter Brauch, zum wichtigsten Fest des Christentums Ostereier zu färben. Doch so traditionell der Brauch auch sein mag, so modern sind oft die chemischen Färbemittel, mit denen ans Werk gegangen wird. Dabei geht es auch viel ursprünglicher: Mit Zwiebelschalen, Rotkraut & Co kann man Eier natürlich färben und damit auch noch wunderschöne Effekte erzielen.

Eier in Top-Qualität
Ob weiß oder braun – die wichtigste Basis für durch und durch nachhaltige Ostereier sind die Eier selbst. Das heißt im Klartext: Die Legehennen sollten in Österreich ein artgerechtes Leben mit viel Auslauf im Freien führen können, in den Genuss von umfassenden Tierschutzmaßnahmen kommen, bestes Futter erhalten und die Qualität der Eier sollte regelmäßig strengen Kontrollen unterworfen sein. Die SPAR Natur*pur Bio-Freilandeier oder die SPAR PREMIUM Eier aus Freilandhaltung vom Wanderhuhn erfüllen diese wichtigen Kriterien.

Färbematerialien
Beim Färben kann man getrost auf synthetische Farben verzichten, denn auch die Natur bietet eine bunte Farbpalette. Mit Pflanzenteilen, Gemüse, Früchten und Kräutern aus Küche und Garten lassen sich sehr schöne Rot-, Gelb- und Violett-Töne auf die Eier zaubern. Die Naturfarben sind zwar oft nicht so kräftig wie chemische Farbpulver, dafür sind sie frei von künstlichen Zusatzstoffen. Schwarzer Tee färbt die Eier braun, Spinat und Petersilie grün, Rote Rüben ergeben eine blau-violette Färbung, Zwiebelschalen machen die Eier orange bis rostbraun und Kurkuma verhilft zu einem gelben Farbton.

Farbsud herstellen
Naturfarben lassen sich ganz einfach selbst herstellen, das macht vor allem Kindern Spaß! Frisches Gemüse, Obst oder Kräuter muss man nur grob zerkleinern, mit Wasser aufgießen, etwas Salz dazugeben und ca. 30 Minuten kochen. Um die Farbstoffe aus Beeren, Blüten oder Blättern herauszukitzeln, müssen diese zuerst zerkleinert werden, dann mindestens zwei Stunden eingeweicht werden und danach muss man sie noch ca. 30 Minuten kochen. Für jeden Farbsud gilt außerdem: Zum Schluss den Sud abseien und einen Schuss Essig hinzugeben (ca. 2–3 EL pro Liter Flüssigkeit), damit die Farbe intensiver wird.

Eier färben
Gefärbt werden können weiße ebenso wie braune Eier. Beim natürlichen Färben wird aber die Farbe auf weißen Eiern intensiver. Achtung: Verwenden Sie keine Eier, bei denen die Schale beschädigt ist, sonst verderben die Ostereier schneller. Piksen Sie die Eier vor dem Kochen auch nicht an, dann verfärbt sich das Eiweiß durch das Färben nicht. Außerdem sind hartgekochte Eier, die nicht vorher angestochen wurden, länger haltbar. Bevor es ans Färben geht, müssen die Eier entweder noch ausgeblasen oder hartgekocht werden. Tipp: Legt man das Ei vor dem Kochen in Essigwasser, wird es gereinigt und die Schale etwas aufgeraut, damit später die Farbe besser hält. Für das Färben lassen Sie die hartgekochten oder ausgeblasenen Eier entweder im heißen Farbsud ca. 30 Minuten köcheln oder im ausgekühlten Farbsud bei Zimmertemperatur mindestens vier Stunden (am besten über Nacht) ziehen. Zum Schluss die gefärbten Eier abtrocknen und mit Speiseöl abreiben, das macht die Farben leuchtender und die Eier bekommen einen schönen Glanz!

Farbton und Intensität
Je länger die Eier im Sud ziehen, desto intensiver wird die Farbe. In manchen Fällen variiert der Farbton: So können Cranberrysaft oder Rote Rüben die Eier rosa färben, wenn diese nur kurz im Sud liegen. Lässt man die Eier allerdings über Nacht in der Farbe ziehen, färben sie sich rot. Ähnlich verhält es sich beim Spinat: Die Eier können grau oder grün werden – je nach Färbezeit. Auch die Farbe der Eier beeinflusst das Endergebnis: Rotkraut zum Beispiel färbt weiße Eier bläulich und braune Eier grünlich. Rote Rübe färbt weiße Eier rosa, braune Eier eher rötlich. Andere Farben wie etwa Kurkuma sehen auf weißen Eiern knallgelb aus, während sie braune Eier eher bräunlich-gelb färben. Am besten Sie experimentieren selbst und lassen sich überraschen!

Naturfarben selbst hergestellt
Grün: 500 g Spinatblätter oder Petersilie in 1,5 Liter Wasser ca. 30 Minuten kochen
Gelb: 1 EL Kurkumapulver in 1,5 Liter Wasser 10 Minuten kochen
Blau/Lila: 1 Liter Heidelbeer- oder Holunderbeerensaft erhitzen; oder: 500 g geschnittenes Rotkraut ca. 30 Minuten in Wasser kochen
Rosa/Rot: 1 Liter Roter-Rüben-Saft oder Cranberrysaft erhitzen oder 1 Rote Rübe in 1 Liter Wasser ca. 30 Minuten kochen Goldorange/Rotbraun: 30 g Zwiebelschalen mit 1,5 l Wasser 10 Minuten kochen
Braun: 1 Liter Kaffee oder schwarzen Tee erhitzen