MAHLZEIT! MAGAZIN 02-2017

Kurkuma Wurzel mit Potenzial

16.03.2017

Die Schwester des Ingwers macht sowohl als Gewürzpulver als auch in der wurzeligen "Originalversion" eine gute kulinarische Figur. Plus: Sie kann weit mehr als nur Gewichte gelb färben.

Sie ist schon eine ordentlich betagte Dame, die Kurkumapflanze. In Indonesien und Malaysia ist das auch als Gelbwurz oder Turmerik bekannte Gewächs schon seit Jahrtausenden bekannt. Heute wird es unter anderem in China, Indien, Indonesien, Peru oder auf den Philippinen angebaut und ist mit seinen hübschen rosafarbenen oder weißlichen Blüten ein echter „Hingucker“. Kulinarisch interessant sind allerdings nur seine Rhizome – also die Wurzelstöcke, die nicht zufällig äußerlich stark an Ingwerwurzeln erinnern. Schließlich sind die beiden nahe Verwandte. Mit ihrem knall-orangegelben Innenleben stellt die Kurkuma den blässlichen Ingwer allerdings optisch ordentlich in den Schatten. Das verdankt sie einem Glykosid, das auch dem Safran seine leuchtende Farbe verleiht. Deswegen wurde Kurkuma früher auch irreführend „indischer Safran“ genannt.

HEILENDE TRADITION
Abgesehen von ihrer leuchtenden Farbe wartet die Kurkuma aber auch mit inneren Werten auf, weshalb sie einen fixen Platz in den Naturheilkunden dieser Welt erobert hat. Diätologin Maria Benedikt erklärt: „Kurkuma wurde bereits in medizinischen Abhandlungen um 3.000 vor Christi erwähnt. Vor allem in der Ayurveda-Medizin und in der Volksmedizin des südostasiatischen Raumes ist die Gelbwurz schon seit Jahrtausenden ein bewährtes Heilmittel.“ Aus dem Ayurveda stammt auch die berühmte „Goldene Milch“, die als anregendes und reinigendes Getränk geschätzt wird. Bei der Zubereitung wird zunächst aus Kurkuma, Wasser und schwarzem Pfeffer eine Gewürzpaste hergestellt, die dann mit Zimt, Kokosöl und Ingwer in Milch oder einem Pflanzendrink aufgelöst und heiß serviert wird. Johanna Maiers Rezept für die Latte Kurkuma finden Sie auf sparmahlzeit.at.

HOFFNUNG FÜR DIABETIKER
Hauptverantwortlich für die positiven Wirkungen der Kurkuma ist der Inhaltsstoff Kurkumin. Vor allem für Menschen mit Prädiabetes und Diabetes ist Kurkumin ein Hoffnungsträger, da es den Blutzuckerspiegel niedrig halten kann – wie vielversprechende Studienergebnisse gezeigt haben. So konnte bei einigen Teilnehmern einer thailändischen Studie, die neun Monate lang täglich Kurkumin einnahmen, das Fortschreiten der Zuckerkrankheit verhindert werden (www.ncbi.nlm.nih. gov/pubmed/22773702). Und Forschungsergebnisse an der Columbia University geben Anlass zur Vermutung, dass Kurkumin die Insulinresistenz herabsetzt und somit Typ-2-Diabetes entgegenwirkt (www.ncbi.nlm.nih.gov/ pmc/articles/PMC2453081/).

UNTERBEWERTETER KÜCHENSTAR
Während Kurkuma in traditionellen englischen Nahrungsmitteln wie der Worcestershiresauce, aber auch in Sirupen, Likören oder Senfmischungen enthalten ist, kennen wir die Gelbwurz meist nur als Bestandteil von Currypulver oder zumindest als Gewürz in Pulverform, das exotischen Speisen eine leuchtend gelbe Farbe und einen erdig-bitteren Geschmack verleiht. Derzeit gewinnt aber auch die Wurzel zunehmend an Beachtung. Sie kann – ähnlich wie Ingwer – geschält oder ungeschält gerieben werden und peppt Fleisch- oder Gemüsegerichte auf. Oder man schneidet sie in kleine Stücke und brät oder dünstet sie gemeinsam mit Gemüse. Der Experimentierfreude sind hier keine Grenzen gesetzt. Aber Achtung: So schön Kurkuma unsere Speisen färbt, so hartnäckig tönt sie etwa auch Plastikgeschirr wie Frischhalteboxen sowie unsere Finger in leuchtendes Gelb – was sich mit Einmalhandschuhen verhindern lässt. Auch einen stärkenden Tee kann man aus der frischen Wurzel zaubern. Da Kurkuma solo aber etwas bitter schmeckt, kombiniert man ein paar Scheiben dünn geschnittene Wurzel mit anderen Gewürzen wie Zimt oder Ingwerscheiben, gießt alles mit heißem Wasser auf und fügt noch ein wenig Honig hinzu.