MAHLZEIT! MAGAZIN 01-2018

Power-Duo Hafer & Gerste

01.02.2018

UNSER TÄGLICHES QUANTUM HAFER UND GERSTE VERSORGT UNS NICHT NUR MIT EINER BREITEN PALETTE AN NÄHRSTOFFEN, SONDERN AUCH MIT BESONDERS WERTVOLLEN BALLASTSTOFFEN, DEN BETA-GLUCANEN.  

Was verbindet die Gerste mit dem Hafer, dem Jungspund unter den kultivierten Süßgräsern? Ganz einfach: Sie sollten auf keinem Speisezettel fehlen, liefern sie doch beide jede Menge wertvoller Nähr- und Ballaststoffe, darunter die noch nicht allgemein bekannten Beta-Glucane – doch davon später. Das Feine daran: Hafer und Gerste lassen sich nicht nur via Müsli oder Porridge ins Frühstück, sondern auch in alle anderen Mahlzeiten des Tages einbauen – seien es Mittag- oder Abendessen oder auch Snacks für zwischendurch. Denn mittlerweile sind die beiden Getreide bereits in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Lebensmittelprodukte zu finden: Von Flocken über Nudeln bis hin zu Haferdrinks reicht die Palette.

KRAFTVOLLES GETREIDE

Den Hafer hat die Sportwelt schon seit Längerem als „Superfood“ für sich entdeckt. Eiweiß, B-Vitamine, Vitamin K sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Selen und Eisen machen ihn zum Nährstofflieferanten. Außerdem enthält er haut- und haarfreundliches Biotin sowie Zink, das zur Erhaltung normaler Knochen und zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Und auch die Gerste spielt in einer ähnlichen Liga. Komplexe Kohlenhydrate machen das Getreide zu einem energiereichen Sattmacher. Gleichzeitig versorgt es uns mit Ballaststoffen und Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium, Eisen und Phosphor.

LÖSLICHE BALLASTSTOFFE
Womit sich das starke Körner-Duo aber klar die Pole-Position unter den Getreiden holt, hat noch nicht die große Runde gemacht: Es sind die Beta-Glucane. Ernährungsexpertin und Diätologin Maria Benedikt klärt auf: „Beta-Glucane sind lösliche Ballaststoffe, die sich in Zellwänden von Getreiden, Pilzen, Hefen und manchen Bakterien finden. Gerste und Hafer haben besonders viel davon.“ „Und“, fügt Maria Benedikt hinzu: „dass die Beta-Glucane unserer Gesundheit förderlich sind, wurde sogar von der europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) bestätigt.“

VIELFÄLTIGE WIRKUNGEN
Die Wissenschaft hat diese bioaktiven Ballaststoffe schon länger im Visier und bereits einige positive Wirkungen erforscht. So können Beta-Glucane aus Hafer, Haferkleie, Gerste und Gerstenkleie zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels beitragen – und das geht so: Gallensäuren werden aus Cholesterin gebildet. Ein hoher Anteil an Beta-Glucan bindet diese Gallensäuren im Darm, sodass die Leber sie neu produzieren muss. Dafür verarbeitet sie Cholesterin aus dem Blut, wodurch das ungeliebte LDL Cholesterin, aber auch der Cholesterinspiegel insgesamt konstant gehalten werden.

HOHE ERWARTUNGEN

Die Liste der weiteren Talente, die den Beta-Glucanen zugeschrieben werden, ist lang. „Beta-Glucane gelten auf vielen Gebieten als wirksame Naturstoffe“, zeigt sich Maria Benedikt begeistert. So erzählt die Diätologin: „Die Aufnahme von Beta-Glucanen aus Hafer oder Gerste als Bestandteil einer Mahlzeit kann auch dazu beitragen, dass der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit weniger stark ansteigt. Das gilt aber nur dann, wenn pro 30 Gramm Kohlenhydrate in einer angegebenen Portion mindestens vier Gramm Beta-Glucane aus Hafer oder Gerste aufgenommen werden.“

WEITERE FORSCHUNGEN
Ob die Beta-Glucane in jeder Hinsicht der „Stein der Weisen“ in Sachen bewusster Ernährung sind, ist noch nicht restlos geklärt. Laut Maria Benedikt sind eine Menge der positiven Wirkungen wissenschaftlich belegt, manche jedoch beruhen bislang nur auf Labor-Untersuchungen. „Ob diese Ergebnisse im echten Leben halten, was sie bei Experimenten versprechen, daran wird eifrig geforscht.“ „Aber“, so die Expertin weiter: „als wertvolle Bestandteile unserer Ernährung können wir die Beta-Glucane und ihre wichtigsten Lieferanten, den Hafer und die Gerste, derzeit auf jeden Fall betrachten.“ 

Maria Benedikt: „Wir können Beta-Glucane und ihre wichtigsten Lieferanten, den Hafer und die Gerste, als wertvolle Bestandteile unserer Ernährung betrachten.“ 

Frühstück für Selbermacher
Porridge, der Ruckzuck-Haferbrei, gibt uns einen Energieschub zum Start in den Tag. Drei Esslöffel Haferflocken und eine Zimtstange in einem Viertel Liter Milch (oder auch in Hafer-, Mandel- oder einem anderen Pflanzendrink) fünf Minuten kochen lassen; gelegentlich umrühren. Genuss-Tipp: Mit Beeren, frischen oder getrockneten Früchten lässt sich der Porridge täglich neu erfinden.