Mahlzeit! Junior Magazin 05-2016

So werde ich ein Feinschmecker!

05.10.2016

Ein Feinschmecker genießt mit Augen, Nase und Mund und er erkennt gute Zutaten auf den ersten Biss. Er kostet sich durch die ganze Welt der Lebensmittel, Kräuter und Gewürze und entdeckt viele unterschiedliche Geschmacksfeinheiten.

 

Feinschmecker wissen, dass sie ein neues Lebensmittel mindestens sieben Mal kosten müssen, damit sie sich an den Geschmack gewöhnen.

Zum Hinschmecken kostet der Genießer nur kleine Häppchen, er kaut gut und lässt die Speise solange im Mund, bis sich alle Geschmäcker entfalten können. Er freut sich auf ein Aroma, das in die Nase steigt, sobald er den Mund zum Schlucken schließt.

Dass die Nase beim Feinschmecken mitwirkt weiß jeder seit dem letzten Schnupfen. Mit verstopfter Nase schmeckt jedes Essen fade.

Auch das Mundgefühl ist wichtig. Jede Speise berührt uns anders: knackig, saftig, knusprig, weich, zäh, mürbe, schaumig, sprudelnd. Es macht einen Unterschied, ob wir Gemüse roh oder gekocht, kalt oder warm essen. Probier ein und dieselbe Tomatensoße, kalt und heiß. Merkst Du, dass bei der heißen mehr Säure durchkommt, weil Wärme sie verstärkt?

Ein Feinschmecker erkennt, ob es sich um eine frisch zubereitete Speise oder ein Fertiggericht handelt. Mixe eine reife Banane mit Joghurt, süße mit etwas Honig und vergleiche den Geschmack mit einem gekauften Bananenjogurt.

 

Apfelsorten studieren

Koste dich mit verbundenen Augen durch verschiedene Apfelsorten. Du wirst staunen! Wie schmecken sie? Süß oder sauer? Wie fühlen sie sich auf der Zunge an? Fest, saftig oder mürbe? Und wie schmecken diese Äpfel als Kompott oder zu Mus gekocht? Mit und ohne Schale?

 

Der Geschmackssinn

Schau mal mit ausgestreckter Zunge in den Spiegel. Unsere Geschmacksknospen, die für das Schmecken verantwortlich sind, kannst du mit bloßem Auge sehen. Sie verleihen der Zungenoberfläche ihr samtiges Aussehen. Die vier Grundgeschmäcker sind „salzig“, „sauer“, „süß“ und „bitter“. Da eine Speise nicht nur aus einem Geschmack, sondern aus vielen Aromen besteht, muss sie gut gekaut und eingespeichelt werden und eine Weile im Mund bleiben. Nur so kann sie alle Geschmacksknopsen berühren und wir können die ganze Geschmacksfülle spüren. Darum merke: wer schlingt, schmeckt fast nichts! Wer hingegen langsam isst, schmeckt alles.

 

Spaghetti oder Spiralen?

Viele Formen aus nur einem Teig, doch jede schmeckt anders. Wie das? Jede Nudelform erzeugt ein anderes Mundgefühl und das beeinflusst unsere Geschmackswahrnehmung. Wissen sollte man auch, dass leichte, flüssige Saucen zu langen Pastaformen wie Spaghetti gereicht werden und festere Saucen zu kürzeren Pastasorten. An rauen Oberflächen sowie an kurzen und hohlen Pastaformen haftet mehr Sauce, etwa auf Fusilli oder Penne. Wichtig ist die Kochzeit. Gute Pasta soll nicht zu weich, sondern im Kern noch bissfest – „al dente“ – sein.

 

Spannend ist auch eine Wasserverkostung

Aus den vielen verschiedenen regionalen Quellen sprudelt ein immer anderer Geschmack. Dieser hängt von den Mineralstoffen ab und auch vom Kohlensäuregehalt. Jeder Mineralstoff hat einen Eigengeschmack, darum kann Wasser salzig, mineralisch, erdig, weich, bitter, lieblich, mild und auch süßlich schmecken. Bei SPAR sind regional unterschiedliche Mineralwässer erhältlich.

 

Gewusst?

Schon Babys sind echte Gourmets. Sie haben circa 10.000 Geschmacksknospen auf der Zunge. Doch mit dem Lebensalter sinkt die Zahl auf rund 2000. Darum merken Kinder sofort, wenn sich der Geschmack einer Lieblingsspeise etwa durch ein anderes Gewürz verändert. Und jeder neue Geschmack ist ihnen nicht ganz geheuer, denn der muss erst erlernt werden.