Comeback der Erdäpfel-Vielfalt

29.10.2013

Die Vielfalt der Erdäpfel liegt in alten Sorten. Deshalb setzt SPAR gemeinsam mit dem Verein ARCHE NOAH auf die Wiederbelebung von Sortenraritäten. Sie sind bei SPAR Gourmet, EUROSPAR und INTERSPAR erhältlich - solange der Vorrat reicht.

Mehlig, vorwiegend fest kochend oder speckig, damit erschöpft sich die Auswahl an durchwegs gelbschaligen Erdäpfelsorten in Österreich. Derzeit gibt es in Österreich genau 42 registrierte Erdäpfelsorten, die die Ansprüche und Bedürfnisse der Konsumenten, Landwirte, Gärtner und Verarbeiter abdecken sollen. Neutral im Geschmack, vielseitig einsetzbar und unkompliziert im Anbau: Das sind die Eigenschaft en, die zählen. Wer würde vermuten, dass es abseits davon noch unzählige „vergessene“ Raritäten gibt, die meist von kleineren Bauern und Gärtnern gezüchtet und erhalten werden? Beate Koller, Geschäftsführerin vom Verein ARCHE NOAH, der sich für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt einsetzt, über die aus den Augen und Regalen verlorene Vielfalt: „Diese Raritäten es weltweit mehr als 4.000 Erdäpfelsorten gibt, in Österreich aber nur 42 Sorten registriert sind? Wussten Sie, dass heben sich mit anderem Geschmack, anderen Farben und Formen ab. So gibt es Erdäpfel in den Fleischfarben Weiß, Gelb, Rosa, Blau genauso wie mit verschiedenen Schalenfarben wie Beige, Rot, Rosa, Blau bis Violett . Die Geschmacksrichtungen können von cremig, würzig, erdig bis zu buttrig reichen.“ Vier dieser seltenen Sorten, die in Bio- und Demeter- Betrieben im Waldviertel angebaut werden, gibt es ab sofort bei SPAR: SPAR wie früher Rote Emma, Blaue Elise, Rosa Tannenzapfen und Sieglinde.

ÖKOLOGISCHE VIELFALT STATT EINFALT
Weltweit gibt es über 4.000 Erdäpfelsorten, im gemeinsamen Sortenkatalog der EU über 1.500 Sorten. In die österreichische Sortenliste wurden seit 1950 bisher 227 Sorten eingetragen, davon sind 185 heute nicht mehr in Österreich gelistet. Koller über die Ursache für den Rückgang: „Der Grund dafür liegt nicht im Geschmack oder in der Verwendung, sondern in den Bedingungen der modernen Massenproduktion, weil sich ihre Form nicht für die industrielle Verarbeitung eignet, weil die Lagerung und der Transport schwieriger und damit aufwendiger sind, oder weil sie nicht ertragreich genug sind.“ „Dadurch“, so warnt die Expertin,„könnten in Zukunft viele wertvolle kulinarische, ästhetische, agronomische Eigenschaften wie Klimarobustheit oder Toleranz gegen Krankheitserreger verloren gehen, die heute zwar nicht im Blickpunkt des kommerziellen

Erdäpfelanbaus liegen, die aber durchaus wichtig werden könnten, wenn sich das Klima, die Anbaumethoden oder die Konsumentenwünsche verändern.“ 

RETTUNG DER RARITÄTEN
Umso wichtiger ist es, dass auch große Lebensmittelhändler mithelfen, Raritäten zu schützen und deren Verbreitung zu unterstützen. Deshalb freut es Koller, dass es ab sofort die vier neuen alten SPAR wie früher-Erdäpfelsorten gibt: „Es ist sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich diese alten Sorten kosten können, denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie überleben werden.“ Denn, so die engagierte Geschäftsführerin weiter: „Nur wer einmal in den Genuss der wahren Vielfalt der Erdäpfelsorten gekommen ist, bewertet sie als etwas Besonderes und fragt sich, warum es sie kaum noch gibt. Denn nur, wenn es genug Nachfrage nach seltenen Sorten gibt, wird die Vielfalt erhalten bleiben und sich die Produktion steigern können.“


Die Sorten:

  • SPAR wie früher Sieglinde. Den „Speiseerdapfel des Jahres 2010“ gibt es bereits seit 1935. Sie zählt zu den ältesten zugelassenen Erdäpfelsorten. Sie ist festkochend und eignet sich daher hervorragend für Erdäpfelsalat, Salz- oder Braterdäpfel.
  • SPAR wie früher Blaue Elise. Diese Sorte, die unter dem Namen „Violetta“ zugelassen ist, schmeckt gut als Salz- und Braterdäpfel und ist eine echte Augenweide im Erdäpfelsalat. Tipp: Mit der Schale garen, das erhält ihre schöne Marmorierung.
  • SPAR wie früher Rote Emma. Die auffällig rot gefärbte Erdäpfelsorte, ist eine Bio-Züchtung von Karsten Ellenberg, dem Pionier alter und seltener Erdäpfelsorten aus Barum. Sie hat einen guten würzigen Geschmack und eignet sich perfekt als Erdäpfelsalat, als Beilage sowie für Gnocchi.
  • SPAR wie früher Rosa Tannenzapfen. Diese alte Sorte – sie kann schon seit 1850 in England als „Pink Fir Apple“ belegt werden – ist eine besondere Delikatesse, wie die Kür zum „Erdapfel des Jahres 2013“ belegt. Ihr würziger Geschmack kommt besonders gut in Salaten zur Geltung. Sie kann mit der Schale genossen werden und ist somit sehr praktisch für die schnelle Küche.