5 Fragen an den Lebkuchen

29.10.2013

1) Wann und wo wurdest du geboren?
Ich kam vor etwa 4000 Jahren zu Zeiten der alten Ägypter als „Honigkuchen“ auf die Welt. Ich war als Geschenk ebenso beliebt wie als Grabbeigabe. Auch die Römer und Griechen der Antike maßen mir göttliche Bedeutung bei. Sie legten mich als Opfergabe auf ihre Altäre. Bei all diesen Völkern wurden dem Honig und den mit ihm zubereiteten Speisen heilende und Leben spendende Kräfte zugesprochen.

2) Woher kommt dein heute gebräuchlicher Name Lebkuchen?
Diesen Namen gab man mir im Mittelalter. Er stammt vermutlich vom lateinischen Wort „libum“, das „Fladen“ oder auch „Opferkuchen“ bedeutet. Weil ich neben Nüssen, Honig, Eiern und Mehl auch mit exotischen Gewürzen wie Anis, Ingwer, Nelken, Muskat oder Zimt, die damals allgemein „Pfeffer“ genannt wurden, verfeinert werde, sagt man heute auch gerne „Pfeffer oder Gewürzkuchen“ zu mir.

3) Warum wirst du auf Oblaten gebacken?
Wegen der Gewürze und des Honigs galt ich im Mittelalter als gesund, verdauungsfördernd und appetitanregend. Diese Eigenschaft en und auch, weil man mich in der Fastenzeit essen durfte, führten dazu, dass ich vor allem in Klöstern hergestellt wurde. Da dort auch die Hostienbäckereien untergebracht waren, kam die Idee auf, mich auf Oblaten zu backen. So ließ ich mich besser vom Blech lösen und trocknete nicht aus.

4) Wie kamst du ins Guinness Buch der Rekorde?
Am 5. 12. 2003 wurde ich in Esslingen am Neckar als zehn Meter lange, vier Meter breite und 650 kg schwere Nikolaus-Figur hergestellt. Das machte mich zum größten Lebkuchen der Welt. Sechs Jahre später, am 18. 12. 2009, erhielt ich in Ludwigsburg einen weiteren Eintrag, und zwar für den längsten Pfefferkuchen der Welt. Ich war 1052 Meter lang, und bestand u. a. aus 1700 kg Honig, 1700 kg Mehl und 1900 kg Nüssen.

5) Hast du Geschwister und wo leben sie?
In der Schweiz leben meine Brüder „Basler Leckerli“ und „Biberli“, in Russland werde ich als „Prjaniki“ zum Tee gereicht. Auch der im englischsprachigen Raum verbreitete „Gingerbread Man“, eine vereinfachte menschliche Form, stammt aus meiner Familie. Dessen Geschwister „Pepparkakor“ in Schweden, „Piparkakut“ in Finnland und „Nordliche Kosuljas“ in Russland bringen, so glaubt man, dem Beschenkten Glück und Reichtum. Ebenfalls aus meiner Verwandtschaft : das Pfefferkuchenhäuschen aus dem Märchen von Hänsel und Gretel.