Mahlzeit! Magazin 05-2016

Eat. Care. Love: Bio-Kompositionen für den guten Zweck.

05.09.2016

Mit den neuen BIO-Spezialitäten des Wiener Start-Ups Nussyy kann man mit purem Genuss das Jane Goodall Institut – Austria, eine globale Nonprofit-Organisation zum Schutz von Lebensräumen für Mensch und Natur, unterstützt.

Stellen Sie sich eine idyllische, unberührte Naturlandschaft vor, ein paar Vögel zwitschern, die Sonne lacht vom klaren, blauen Himmel, eine sanfte Brise umschmeichelt Ihr Gesicht, über das ein warmes Lächeln huscht. Genau dieses Gefühl von Authentizität, Reinheit und Umweltfreundlichkeit vermitteln die reinen, naturbelassenen und ursprünglichen Bio-Produkte von NUSSYY, die es exklusiv bei SPAR gibt. DI Carina Pirngruber, MBA, Gründerin des Wiener Start-up-Unternehmens NUSSYY, über die Philosophie, die dahintersteckt: „Wir wollen mit unseren Produkten Genuss, Wohlbefinden, nachhaltigen Lebensstil und soziale Verantwortung vereinen.“

Pur oder im Müsli, Smoothie & Co
Insgesamt werden acht 100 Prozent pure Bio-Lebensmittel mit authentischem Geschmack und in bester Qualität für Hochgenuss sorgen: die gefriergetrockneten „Superfruits“ Erdbeeren und Himbeeren, die drei sogenannten „Natural Spirits“ Cacao-Nibs, Chia-Samen und Goji-Beeren, sowie drei Essenzen in Pulverform: Erdbeer-Pulver, Maca- Pulver und Açaí-Pulver. Pirngruber: „Für die Produktion werden ausschließlich kontrolliert biologische Rohstoffe aus vorrangig heimischem Anbau oder dem Ursprungsland verwendet, es werden weder Zucker noch Konservierungsmittel, künstliche Farb- und Aromastoffe zugesetzt. Das und die strikte Einhaltung biologischer Grundregeln, die sorgfältige Verarbeitung sowie strengste Qualitätssicherung gewährleisten hochwertige, unverfälschte und nachhaltige Produkte.“ Nachsatz der Unternehmerin: „Die Superfruits nasche ich am liebsten pur, aus dem Erdbeer-Pulver mache ich fruchtige Erdbeermilch, und mit den anderen Produkten verfeinere ich jeden Morgen meine Müslis und Smoothies.“

VOM PERSÖNLICHEN PROBLEM ZUR PRODUKT-IDEE
Wie eng verbunden sich die NUSSYY-Gründerin mit ihren Bio-Produkten fühlt, zeigt sich, wenn man weiß, dass Pirngruber 2014 aufgrund verschiedener Nahrungsmittelintoleranzen ihre Ernährung grundlegend umstellen musste. Pirngruber erzählt: „Ich habe begonnen, bewusst auf meine Ernährung zu achten und darauf geschaut, dass ich nur unverarbeitete Bio-Lebensmittel esse oder trinke. Damals habe ich auch begonnen, Früchte und Gewürze zu trocknen, zu vermahlen und nahrhafte Nüsse damit zu ummanteln, um ihnen einen besonderen Geschmack zu verleihen. Daraus sind viele unterschiedliche Kreationen entstanden, die ich mit anderen Menschen teilen wollte. Denn meine Gesundheit ist mir durch meine Umwelt und die richtige, gute Ernährung wieder zurückgeschenkt worden. Also beschloss ich, etwas davon wieder zurückzugeben an die Welt, und meine Produkte einem karitativen Zweck zugute kommen zu lassen.“ Nachsatz der Unternehmerin: „Ich habe in dieser Zeit gelernt, Verantwortung sowohl für mich und meine Ernährung als auch für meine Umwelt zu übernehmen. Ich wollte, dass die Produkte, die ich esse, möglichst aus der Region kommen, dass sie hochwertig sind und nachhaltig produziert werden, und dass damit der Umwelt nicht geschadet wird. Genau das spiegelt sich in den NUSSYY-Produkten wider.“


AUS CHARITY WIRD EIN MARKENKONZEPT

Ihr Herzensprojekt nahm schließlich Gestalt an, als sie die Möglichkeit bekam, die bekannte britische Schimpansenforscherin und UN-Friedensbotschafterin Dr. Jane Goodall, die als das Umweltgewissen der Welt gilt, sowie SPAR von ihrem nachhaltigen Konzept und ihrer Überzeugung zu begeistern. Pirngruber: „Jane Goodall war sofort Feuer und Flamme für meine ummantelten Nüsschen und hat mich ermutigt, weitere Produkte zu kreieren.“
Nachsatz: „Aus dieser Zeit stammt auch der Markenname NUSSYY, das aus dem Wort Nuss-Symphonie entstand.“ Um dem Jane Goodall Institut – Austria jedoch größere Summen spenden zu können, musste das Charity-Projekt auf eine breitere Basis gestellt werden. Das war der Beginn für die österreichweite, einzigartige Kooperation zwischen Pirngruber, Goodall und SPAR.

 

 

Dr. Jane Goodall im Interview

Die britische Verhaltensforscherin Dr. Jane Goodall ist bekannt geworden durch Schimpansenforschung und darf sich inzwischen als UN-Friedensbotschafterin, Dame of the British Empire (DBE) und Offizier der Ehrenlegion bezeichnen.

SPAR Mahlzeit!: Rückblickend auf Ihre mehr als 30-jährige Forschungsarbeit zum Verhalten von Schimpansen - Welches ist Ihre persönlich wichtigste Erkenntnis?

Dr. Jane Goodall: Als ich einige Monate nach meiner Ankunft in Gombe beobachten konnte, wie Schimpansen Werkzeuge herstellten, war dies eine Revolution für die Wissenschaft. Diese Gabe wurde nur uns Menschen zugeschrieben. Wie in früheren, einfacheren Kulturen verwenden Schimpansen Steine, um Nüsse zu öffnen und Stäbe, um Futter aus Löchern zu bekommen. Ich konnte auch beobachten, wie zwei Schimpansengruppen sich bekämpften und regelrecht Krieg führten. Ich war sehr schockiert. Wie nahe sind sie doch mit uns Menschen verwandt! Es kommt bei Schimpansen sehr oft zu Separationen von schwachen Gruppen wie bei uns. Bei uns Menschen erfolgen Trennungen aufgrund der verschiedenen Ethnien, Religionen und Kulturen. So oft wird das Fremde, das Unbekannte als gefährlich und bedrohlich gesehen.

Ich bin überzeugt, dass die Erforschung der Schimpansen uns nicht nur eine Menge über ihre Stellung in der Natur gelehrt hat, sondern auch über unsere eigene. Sie hat uns ein bisschen bescheidener gemacht. Uns ist dadurch klargeworden, dass wir nicht die einzigen denkenden Wesen auf dem Planeten sind. Und dass wir nicht die einzigen Lebewesen sind, die zu Uneigennützigkeit und Selbstaufopferung fähig sind. Schimpansen unterscheiden sich von uns in der Struktur der Erbsubstanz DNS nur um 1,2 Prozent. Schimpansen können urteilen und Probleme lösen. Sie denken in der Zukunft und machen Pläne. Und das vielleicht Wichtigste: Sie sind uns ähnlich in ihren Gefühlen.

Schimpansen sind uns so ähnlich, dass die Linie verwischt wird, die einst so scharf gezogen wurde – zwischen Mensch und Tier. Und das führt uns zu einem neuen Respekt für alle anderen Wesen, mit denen wir den Planet Erde teilen. Als ich die Notlage der Schimpansen erkannte, in der Freiheit ebenso wie in Gefangenschaft, wusste ich, dass ich mein Waldparadies verlassen und um die Welt reisen musste, um den Menschen davon zu berichten und sie auch über die Notlage unseres geschundenen Planeten aufzuklären. Ich begann Wege aufzuzeigen, wie wir Menschen uns ändern müssen, um in größerer Harmonie mit allem Leben auch in Zukunft existieren zu können. Jeder von uns – das wurde mir mehr und mehr bewusst – spielt eine entscheidende Rolle für unseren Planeten.

SPAR Mahlzeit!: Sie haben 2005 ein Buch mit dem Titel „Harvest for Hope – a guide for mindful eating“ geschrieben. Wie kam es dazu und was hat Ernährung und Landwirtschaft mit Schimpansen-Forschung zu tun?

Dr. Jane Goodall: Hierzu möchte ich gerne Albert Einstein zitieren, dessen Ansichten unveränderte Aktualität haben: „Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.“ Dies trifft auf so viele Bereiche unseres täglichen Lebens. Der Klimawandel ist überall zu bemerken. Wir müssen unsere Wälder schützen und mit natürlichen Ressourcen behutsamer umgehen.  Ein Umdenken muss auch in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung erfolgen. Tausende von Menschen, die behaupten sie würden Tiere „lieben“, zögern nicht, Fleisch zu essen. Fleisch von Kreaturen, die jeglichem beraubt worden sind, was ihr Leben lebenswert macht, und die in Schlachthöfen die schrecklichsten Leiden erdulden mussten. Es ist nicht in Ordnung, Tiere aus Massentierhaltung zu essen. Erstens weil es sehr schlecht für die Umwelt ist, wenn jeder Mensch viel Fleisch isst. Pflanzliches Protein in tierisches Protein umzuwandeln, verschwendet sehr viele Ressourcen. Man braucht sehr viel Getreide, um Rinder zu füttern. Zweitens bringt die Massentierhaltung unglaubliche Grausamkeiten gegen die Tiere mit sich. Und drittens: Will man Kühe, Schweine oder Hühner in Massen auf engem Platz halten, muss man ihnen routinemäßig Antibiotika verfüttern. Die gehen hinaus in die Nahrungskette, was dazu führt, dass Bakterien Resistenzen herausbilden. Und schließlich: Das Methangas trägt genauso viel zum Treibhauseffekt bei wie der Verkehr.

Die Aussage von Albert Einstein, dass man umdenken und neue Wege des Agierens einschlagen muss, ist eine Aussage die ich vor allem Führungskräften und Entscheidungsträgern ans Herzen legen will.

Es gibt sehr wohl Konzerne, die sich engagieren und bereits viel Positives realisieren. Die innerhalb ihrer Betriebe Umstellungen vollzogen haben, die dem Wohl der Menschen und der Natur dienen. Die sich sozial engagieren. Aber dennoch sind Profit und Gewinnmaximierung auf Kosten von Umwelt und Menschen Tatsachen, die man tagtäglich zu spüren bekommt.  Menschen werden ausgebeutet, Wälder gerodet, Bodenstoffe abgebaut, Trinkwasser verseucht – ohne Rücksicht auf Verluste.

Nachhaltige Produktionen und faires Wirtschaften, die Beachtung der Menschenrechte und respektvoller Umgang mit Mitarbeitern und unserer Umwelt – das müssen die Ziele der Großkonzerne sein. Diese Menschen haben es auch in ihrer Hand, wie die Zukunft unseres Planeten aussehen wird. Nicht nur die Zukunft irgendwelcher Menschen irgendwo, sondern auch ihre eigene! Auch sie sind von diesen Entwicklungen betroffen.
Jeder von uns sollte sich stets über die Konsequenzen seines Tuns bewusst sein und darüber nachdenken, welche Folgen die Wahl hat, die man trifft. Zum Beispiel, was wir kaufen: Wo kommt ein Produkt her, wie weit ist es gereist, könnten wir das auch hier bekommen und weniger CO2-Verseuchung verursachen? Wir sollten uns fragen, was wir essen: Kommt es aus intensiver Landwirtschaft? Mussten Tiere dafür leiden, hat es der Umwelt geschadet? Oder denken Sie an unsere Kleidung: Entstand sie durch Kinderarbeit? Wenn wir uns bewusst werden, wie wir mit unserem Planeten umgehen, machen wir die Welt zu einem besseren Ort.

In Österreich herrscht in der Zivilgesellschaft große Ablehnung gegenüber den Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Europäische Errungenschaften, wie Gentechnik-Freiheit, das Vorsorgeprinzip, aber auch Umwelt- und Tierschutzstandards könnten gefährdet werden. Auch kleine landwirtschaftliche Bio-Betriebe könnten dem Druck der US-Multis nicht standhalten. Hormonfleisch und Fleisch aus Intensivantibiotika-Einsatz könnte auf unseren Tellern landen.

 

SPAR Mahlzeit!: Mit welchem Gefühl beobachten Sie diese Entwicklung? Was stehen Sie zu diesen Abkommen?

Dr. Jane Goodall: Die Welt steht am Abgrund. Wir zerstören die letzten Gebiete der Wildnis, wir verschmutzen Böden, Wasser und Luft mit industriellen, landwirtschaftlichen und im Haushalt befindlichen Chemikalien. Unsere westlichen Werte verbreiten sich und dadurch sind Menschen auf der ganzen Welt sehr materialistisch geworden, was mit Umweltschutz nicht zu vereinbaren ist. Wir müssen begreifen, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem, das Wachstum um jeden Preis braucht und damit die Natur langfristig schädigt, so nicht funktionieren kann.

Alles, was uns am Leben hält, bekommen wir aus der Natur. Wälder schützen unseren Grundwasserspiegel, reinigen das Wasser, absorbieren CO2 aus der Atmosphäre, und dieses CO2 macht den Hauptanteil der sogenannten Treibhausgase aus, durch die die Hitze der Sonne in unserer Atmosphäre gehalten wird. Diese Schicht heizt sich weiter auf und erwärmt die komplette Oberfläche des Planeten. Wenn wir unsere Wälder zerstören, gelangt das in ihnen gespeicherte CO2 zurück in die Atmosphäre. Auch die Ozeane absorbieren CO2, aber durch die voranschreitende Verschmutzung des Wassers entstehen sogenannte „tote Zonen“ und die können kein CO2 mehr aufnehmen. Wir benötigen dringend gesunde Wälder und Gewässer. um das Weltklima zu stabilisieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Menschen mehr und mehr Fleisch konsumieren und große Flächen Wald gerodet werden, um diese bedauernswerten Nutztiere in der abscheulichen Massentierhaltung zu ernähren, die ihrerseits wiederum mit ihren Verdauungsprozessen große Mengen Methan ausscheiden – ein Treibhausgas, das noch schädlicher ist als CO2.

Wenn wir mit allem so weitermachen wie bisher, wird es sehr bald zu einem Zusammenbruch der Ökosysteme kommen, von denen wir letztlich so abhängig sind. Bereits jetzt sind Auswirkungen des Klimawandels auf der ganzen Welt spürbar.

Was uns Menschen vom Rest des Tierreichs so unterscheidet ist unser beeindruckender Intellekt. Wie konnte es also passieren, dass das klügste Lebewesen, das je auf Erden gewandelt ist, sein einziges Zuhause zerstört? Wie konnten wir nur glauben, dass grenzenloses Wachstum bei begrenzten natürlichen Rohstoffen möglich ist? Unglücklicher Weise treffen wir Entscheidungen aufgrund von Aktionärsinteressen ohne die langfristigen Konsequenzen zu überdenken, anstatt uns die Frage zu stellen „Wie wird diese Veränderung das Leben meiner Kinder oder Kindeskinder beeinflussen?“. Wenn wir weiterhin alles zerstören und verschmutzen, in unserer verzweifelten Gier nach Geld, dann gefährden wir die Zukunft der gesamten Menschheit. Es ist also dringend notwendig unsere Einstellung zu ändern und neue Wirtschafts- und Gedankenmodelle zu etablieren.

 

SPAR Mahlzeit!: Was gibt uns Grund zur Hoffnung?

Dr. Jane Goodall: Mein erster Grund zur Hoffnung ist das menschliche Gehirn, und wir wissen, wozu wir Menschen im Stande sind. Wir alle kennen die erneuerbaren Energien und die neuen Technologien, die ständig weiterentwickelt und effizienter gemacht werden, die uns ermöglichen sollen, endlich in Harmonie zu leben, wenn wir uns nur darauf einlassen würden. Leider greifen aber wieder die alten Denkweisen, die an alten Handlungsabläufen festhalten wollen, die nur an fossilen Brennstoffen interessiert sind. Aber umso mehr müssen wir alle Stellung beziehen und endlich zu den erneuerbaren, den „grünen“ Energien übergehen um die Harmonie zu erreichen, die wir uns schon so lange wünschen. Das Problem hierbei ist der Abgrund, der zwischen unserem beeindruckenden Hirn und unserem Herzen, der Liebe und der Leidenschaft klafft. Ich glaube wirklich daran, dass wir wieder lernen müssen, Herz und Hirn zueinander zu führen, um die Harmonie zurückzuerlangen, denn erst dann kann sich unser wahres, menschliches Potential entfachen – und dieses Potential ist enorm!

Ein weiterer Grund zur Hoffnung ist die enorme Regenerationsfähigkeit der Natur. Es gibt Gebiete, die von uns komplett zerstört wurden. Und mit der Zeit und eventuell ein wenig Hilfe entsteht hier wieder neues Leben. Erneut kann sich die Natur erholen, können sich Tiere wieder ansiedeln und Pflanzen sich ausbreiten. Selbst Arten, deren Population kurz vor dem Aussterben war, können dort eine neue Lebensgrundlage finden.

Ein weiterer Grund zur Hoffnung ist der unbezwingbare Wille der Menschen, und es sind da draußen so viele Leute, die die Probleme angehen, die uns doch so unlösbar erscheinen. Diese Leute geben nicht auf! Selbst wenn sie scheitern, haben sie den Weg schon geebnet, der anderen Menschen ermöglicht, der Bewegung zu folgen. Mich erfüllt das mit Hoffnung, denn diese Leute sind sehr inspirierend und beweisen, was alles möglich ist, wenn man seinen Willen entsprechend einsetzt, den jeder von uns hat. Und infolge dessen gibt es noch einen Grund zur Hoffnung durch die sozialen Netzwerke. Ich war am Climate-March in New York, von dem die Veranstalter dachten, es würden etwa 100.000 Leute kommen. Letztlich sind dann aber 400.000 Personen für unser Weltklima auf die Straße gegangen, denn jeder hat getwittert, retweetet und auf facebook gepostet, „kommt alle vorbei, hier ist es witzig, Leonardo diCaprio, Al Gore und andere sind da, kommt auch alle vorbei“ und sie sind tatsächlich gekommen, ich habe sie mit eigenen Augen gesehen!

Durch soziale Netzwerke können sich die Menschen miteinander absprechen, auf eine nie dagewesene Weise, um eine Angelegenheit zu unterstützen oder Teilnehmer für eine Demonstration zu finden, denn es sind WIR, die Leute, die die Welt bereits verändern. Wir sind es, die sagen „wir wollen keine Produkte kaufen, die Umwelt, Tiere und Menschen schädigen“. Es wird von uns abhängen, und ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen werden. Wir haben nicht mehr viel Zeit, aber zusammen können wir eine nachhaltigere Welt etablieren. Wir müssen dabei nur an nachfolgende Generationen denken, und das tun wir bereits! Wir müssen uns engagieren und darauf achten, auf unserem Planeten nachhaltig zu leben.  

 

SPAR Mahlzeit!: Woran glauben Sie?

Dr. Jane Goodall: Ich bin zutiefst überzeugt, dass es unendlich wichtig ist, Kindern beizubringen, allem Leben gegenüber respektvoll zu sein. Ich glaube, die wichtigste Botschaft an die Menschheit ist, dass jedes einzelne Individuum zählt, auch jedes nicht-menschliche. Jeder von uns hat in diesem Leben eine wichtige Rolle. Und jeder Einzelne kann Änderungen bewirken. Daran glaube ich.

 

SPAR Mahlzeit!: Seit 2002 sind Sie UNO Friedensbotschafterin. Was ist Ihnen bei dieser Arbeit besonders wichtig?

Dr. Jane Goodall: Meine Rolle hier ist es, den Stimmen der Kinder zuzuhören und wahrzunehmen, was sie über ihre Umwelt wissen, sie bei ihren Vorhaben zu bestärken und ihnen Mut zu machen, sich selbst für Projekte und Aktionen zu engagieren, damit die Welt, die wir uns alle teilen, ein besserer Platz für Menschen, Tiere und die Natur wird. Unter dem Motto „Lasst uns zusammen in Frieden und Harmonie mit der Natur leben“. Wir erweitern unsere Mitglieder, indem wir uns mit anderen Jugendgruppen vernetzen, die die gleiche Philosophie wie wir vertreten. Es sollte eine der Ziele von uns Erwachsenen sein, Kindern und Jugendliche bei der Verwirklichung ihrer Träume zur Seite zu stehen. Ihnen wahre Werte zu vermitteln. Auf meinen Reisen treffe ich viele Gruppen junger Leute, die nicht darüber nachdenken, ob sie die Welt ändern können – sie ändern die Welt bereits! Tausende junge Menschen krempeln die Ärmel hoch und packen die Probleme an, um eine Veränderung zu erreichen und der Natur, den Tieren und anderen Menschen zu helfen. Und wir sollten sie dabei unterstützen.

 

SPAR Mahlzeit!: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Wiener Start-up Nussyy, die Naschfrüchte und naturbelassene Produkte über SPAR vertreiben?

Dr. Jane Goodall: Im Oktober 2015 besuchte ich Österreich und im Zuge einer Lesung lernte ich Carina Pringruber kennen. Sie brachte mir eine Schachtel NUSSYY® mit und erzählte mir, dass es ihr eben heute nach langen Versuchen gelungen war, die Nüsse perfekt zu veredeln. Ihre Begeisterung und Freude darüber war ansteckend.

Das Jane Goodall Institut – Austria stand und steht in regem Austausch mit Carina und wir haben uns sehr gefreut, als wir erfahren haben, dass es die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Kooperation mit SPAR gibt. Der Ansatz von SPAR, seit über 60 Jahren Nachhaltigkeit zu fördern und zu leben, geht mit meiner Überzeugung, dass nachhaltiges Wirtschaften und Bewusstseinsstiftung innerhalb der Gesellschaft schon heute für den Lebensstandard von morgen unentbehrlich ist, konform.

Die Produkte von NUSSYY® sind wirklich pur, da wurde nichts hinzugefügt. Und das macht auch den unvergleichlichen Geschmack aus. Die Erdbeeren zum Beispiel erinnern mich an meine Kindheit, sie haben wirklich dieses natürliche, pure Aroma. Unsere Kinder wissen ja heutzutage fast gar nicht mehr, wie richtige Erdbeeren vom Feld schmecken. Dem gilt es entgegenzuwirken und daher gefällt mir auch das Konzept von NUSSYY® so gut.

 

SPAR Mahlzeit!: Jedes Nussyy-Produkt, dass es bei SPAR zu kaufen gibt, unterstützt das Jane Goodall Institut. Welche Projekte sind derzeit im Fokus?

Dr. Jane Goodall: Die erfolgreiche Umsetzung unserer Projekte kann nur dann passieren, wenn sie im ganzheitlichen Sinn geplant und gemeinsam mit den Menschen diesen Regionen durchgeführt werden. Daher werden die Programme und Projekte der Jane Goodall Institute im Sinne des ganzheitlichen Artenschutzes umgesetzt. Tierschutz funktioniert nur, wenn die Bedürfnisse sowie Anliegen der Menschen ebenso berücksichtigt werden wie Umweltprobleme und globale Zusammenhänge. JGI-Projekte sind mit Fokus auf

Schimpansenschutz ausgerichtet, aber immer mit Mensch und Umwelt verbunden. Ziel ist es den respektvollen, nachhaltigen Umgang mit Mensch, Tier und Natur zu fördern.

Mit den Spenden aus dem Verkauf der NUSSYY®-Produkte werden vorrangig drei Projekte des Jane Goodall Institut – Austria unterstützt. Ein Projekt sind die Sanctuaries auf Ngamba Island in Uganda und Tchimpounga im Kongo. Es waren viele, die mir damals abrieten, mich auf Schimpansenwaisen einzulassen. Aber für mich war es kein Dilemma. Ich konnte nicht einfach meinen Rücken einer ausgestreckten Hand zudrehen. Diese bittenden Augen, diese Mitleid erweckenden, schlecht ernährten Köper der Schimpansen. So kam es zur Gründung unserer Auffangstationen, die inzwischen Zufluchtsorte für über 250 Schimpansen sind, die ihren Lebensraum durch Abholzung verloren oder bei illegalen Jagden schwer verletzt bzw. aus miserabler, privater Haltung gerettet wurden. Die meisten der noch jungen Schimpansen sind traumatisiert, krank und unterernährt, wenn sie auf Märkten und Flughäfen konfisziert werden. Sich um Schimpansenwaisen zu kümmern ist eine langjährige Aufgabe, da sie bis zu 60 Jahre alt werden.

 

Ein Projekt, welches mir besonders am Herzen liegt ist das „Clever Girls“ Projekt, ebenfalls, in Uganda. Der Schutz von Biodiversität kann nicht erreicht werden, ohne die Bedürfnisse der Bevölkerung zu adressieren, deren Lebensqualität unmittelbar von der Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen abhängt. Die Ausbildung junger Frauen ist dabei ein Schlüsselfaktor. Frauen mit Schulbildung finden leichter Arbeit, werden erst später heiraten, ein höheres Einkommen erhalten und dieses in die Gesundheit und Bildung ihrer eigenen Kinder investieren. So können Mädchen den Armutskreislauf in nur einer Generation durchbrechen. Auch hier gibt es ein ugandisches Sprichwort: „When you educate a girl, you educate the entire family.“

SPAR Mahlzeit!: Vielen Dank für das Gespräch.