Süßen ohne Reue

07.09.2015

Birkenzucker ist ein Süßungsmittel, das nicht nur Diabetiker erfreut: Es geht nur langsam ins Blut, hat relativ wenige Kalorien und ist obendrein noch recht zahnfreundlich.

Ein pflanzlicher Zuckeraustauschstoff , der genauso süßt wie herkömmlicher Zucker – und um 40 Prozent weniger Kalorien hat? Ja, den gibt es tatsächlich. Er heißt Xylit bzw. Xylitol und ist unter dem Namen SPAR Vital Kristallsüße in Ihrem SPAR-Markt zu finden. SPAR Sortimentsmanager Herwig Kousek erklärt: „Dieser Zuckeraustauschstoff ist kein Süßstoff, sondern ein zuckerähnliches Süßungsmittel, das in etwa die gleiche Süßkraft wie Zucker aufweist, aber beinahe nur die Hälfte an Kalorien. Im Vergleich zu Zucker, der 4 Kalorien pro Gramm hat, hat Xylit nur 2,4 Kalorien pro Gramm.“ Süßstoffe wie Saccharin oder Aspartam hingegen sind um ein Vielfaches süßer als Zucker. „Birkenzucker hat zudem keinen metallischen Beigeschmack“, sagt Kousek und erläutert weiter: „Der Rohstoff für die Kristallsüße stammt aus dem Holz von Bäumen. Die dabei entstehende Xylose (Holzzucker) wird dann in einem aufwändigen Prozess zu Xylit weiterverarbeitet. Der Zuckeraustauschstoff wird auch unter dem Namen Birkenzucker gehandelt, weil er in Finnland traditionell aus dem Holzzucker (Xylose) von Birken- Baumrinden hergestellt wird.“

NATÜRLICHER ZUCKERALKOHOL
Doch wenn SPAR Vital Kristallsüße kein Zucker ist, was ist es dann? Kousek: „Unserem Körper ist Xylit nicht unbekannt: Unsere Leber stellt es als Zwischenprodukt beim Kohlenhydratabbau her. Es ist ein natürlicher Zuckeralkohol, der auch in manchem Obst und Gemüse enthalten ist – etwa in Himbeeren, Karfiol oder Mais.“ Aber, setzt der SPAR Sortimentsmanager fort: „Wobei das Wort Alkohol etwas irreführend klingen mag, denn in diesem Fall bezieht es sich ausschließlich auf die chemische Substanz und hat mit Alkohol und seinen Nebenwirkungen nichts zu tun.“

GEEIGNET FÜR DIABETIKER
Auch wenn Xylit bei uns erst jetzt so richtig bekannt wird, wurde es schon vor mehr als 100 Jahren entdeckt – im Jahr 1891 durch den späteren Nobelpreisträger Emil Fischer. Die Herstellung ist sehr aufwändig, was sich auch im Preis widerspiegelt. Betrachtet man genauer, was Xylit alles kann, dürfte sich die Investition aber lohnen. Kousek: „Xylit weist nicht nur einen – in Relation zu seiner Süßkraft – geringen Kaloriengehalt von 2,4 pro Gramm auf, sondern punktet auch mit dem äußerst niedrigen glykämischen Indexwert von 7.“ Dieser Wert ist allen Diabetikern bestens bekannt – bewirkt er doch, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr weniger stark ansteigt als beim Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln. Je kleiner der Wert, umso langsamer geht das verzehrte Lebensmittel ins Blut. Dies ist aber nicht nur für Diabetiker erfreulich, sondern auch für Menschen, die sich bewusst ernähren möchten: Statt eines kurz pushenden, dann aber in sich zusammenfallenden Energieschubs erhält unser Körper so langsam und kontinuierlich Energie, was Heißhungerattacken verhindern kann.

SCHONT DIE ZÄHNE
Xylit hat aber laut zahlreichen Studien noch eine andere Eigenschaft, die für ein Süßungsmittel geradezu paradox anmutet: Es verhält sich äußerst zahnfreundlich. Kousek: „Das bedeutet, dass die kariogenen Bakterien diese Substanz nicht verstoffwechseln können und dadurch absterben.“ Und, so Kousek weiter: „Vielmehr wurde nachgewiesen, dass Xylit sogar die Zahnmineralisierung erhält, indem es den Speichelfluss anregt, den pH-Wert im Mund erhöht und die Bildung von Kalzium und Speicheleiweißen im Mund fördert.“ Das ist auch einer der Gründe, weshalb Xylit auch in Zahnpasta und in zahnfreundlichen Kaugummis eingesetzt wird.

(FAST) ÜBERALL ANWENDBAR
Und wie wird SPAR Vital Kristallsüße verwendet? Ganz einfach: genau wie Kristallzucker, mit einer Ausnahme: Für Hefeteige ist Xylit nicht geeignet. Da die Süßkraft gleich stark wie jene von Zucker ist, sind Umrechnungen nicht nötig: Man ersetzt den in Rezepten für Kuchen und Torten angegebenen Zucker 1:1 durch Xylit. Plus: Wenn feinerer Zucker gebraucht wird, lässt er sich im Mörser auch weiter zerkleinern.