Mit Vitamin D durch den Winter

29.08.2014

In der dunklen Jahreszeit sollte man das „Sonnenvitamin“ verstärkt durch die Ernährung aufnehmen. Wir zeigen, mit welchen Lebensmitteln das gelingt.

Der Herbst hält Einzug ins Land. Mit ihm werden die Tage kürzer, das Wett er grauer und die Sonnenstunden weniger. Was an sich ein normaler Jahreswechsel ist, hat aber für die Vitamin- D-Produktion des Menschen weitreichende Auswirkungen: Da der Körper nur dann Vitamin D produziert, wenn die Haut genügend starkem Sonnenlicht ausgesetzt ist, dies aber im Winter in Österreich aufgrund der zu tief stehenden Sonne kaum möglich ist, führt das dazu, dass die meisten Kinder und Erwachsenen nicht mehr ausreichend mit Vitamin D versorgt sind. Dabei ist das „Sonnenvitamin“ essenziell für ein gesundes Leben. Vitamin D spielt vor allem in seinem Einfluss auf die Knochensubstanz eine Rolle, da es bei der normalen Aufnahme und Verwertung von Kalzium und Phosphor mithilft . Dadurch wird der Knochenstoffwechsel unterstützt. Deshalb ist Vitamin D bei Kindern als Vorbeugung gegen Rachitis und bei Erwachsenen und älteren Menschen gegen Osteomalazie so wichtig. Zudem kann sich der Vitamin-D-Status auf die Muskelkraft und -koordination auswirken. Das ist vor allem für Senioren gut zu wissen, denn durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D kann man dem Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Kraftverlust, Einschränkungen von Mobilität und Gleichgewicht vorbeugen.

ZUFUHR DURCH LEBENSMITTEL

Auch wenn der Körper Vitamin D ein paar Wochen in den Fettzellen speichern kann, reicht es dennoch nicht aus, um über die Wintermonate zu kommen. Daher sollte vor allem in der dunklen Jahreszeit regelmäßig zusätzliches Vitamin D von außen – in Form von Lebensmitteln – eingenommen werden. Während die ältere Generation als Kinder noch täglich einen Löffel Lebertran schlucken musste, gibt es heute weitaus schmackhaftere Alternativen, um den Tagesbedarf an Vitamin D zu decken. Diätologin Maria Benedikt empfiehlt: „Vor allem fett e Fischsorten wie Lachs, Hering, Sardinen und Forellen sowie Dorschleber, Käse, Eier, Avocados und Pilze enthalten viel Vitamin D. Auch Speiseöle und Margarinen, die mit dem wertvollen Vitamin angereichert sind, leisten einen sinnvollen Beitrag zur Deckung des täglichen Vitamin-D-Bedarfs.“ Dieser liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE bei 20 Mikrogramm pro Tag. Sie können ihn beispielsweise mit folgenden Mengen decken: 120 g Lachs, 40 g Dorschleber, 100 g Forelle oder 100 g Hering.“ Ernährungsexpertin Benedikt: „Vitamin D ist relativ hitzestabil und bleibt bei Temperaturen bis zu 180° C auch während des Garens erhalten.“ Und, setzt die Diätologin nach: „Da Vitamin D fett löslich ist, sollten etwa Pilze immer in Kombination mit etwas Fett zubereitet werden, damit der Körper das Vitamin besser verwerten kann.“ Tipp: Köstliche Rezepte für Fisch und Pilzgerichte fi nden Sie auf www.mahlzeit-rezeptwelt.at.

VITAMIN ODER HORMON?

Traditionellerweise wird Vitamin D der Gruppe der fett löslichen Vitamine zugeordnet. Aber im Gegensatz zu den echten Vitaminen, die der Körper nicht selbst produzieren kann, kann der Körper Vitamin D selbst herstellen. Alles, was der Organismus dafür braucht, ist die Ausgangssubstanz Cholesterin sowie Sonnenlicht. Karl Zwiauer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung des Universitätsklinikums St. Pölten, erklärt: „Vitamin D kann nur aus Vorstufen, den sogenannten Prohormonen  entstehen. Diese werden teilweise aus Cholesterin von der Haut gebildet und teilweise mit der Nahrung aufgenommen. Durch die UVB Strahlung der Sonne werden die Prohormone in der Haut aktiviert und dem Körper zur Verfügung gestellt. In komplexen Prozessen werden sie schließlich in der Leber und in der Niere in ihre für den Körper verwertbare aktive Form umgewandelt.“ Nachsatz: „Deshalb ist biologisch aktives Vitamin D heute als Mittelding zwischen beiden anerkannt.“