Brain Food Power fürs Gehirn

01.09.2014

Mit der richtigen Ernährung kann man einfach und dauerhaft Einfluss nehmen auf die geistige Fitness, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefi nden. Wir zeigen Ihnen, wie’s geht.

Kaum ist der Sommerurlaub zu Ende, geht’s wieder los mit der Hektik in Beruf, Schule und Alltag. Hochkonzentriert hetzt man von Meeting zu Meeting, Schularbeiten und Prüfungen strapazieren das Gedächtnis, und Mütter, die ihren Kindern gleichzeitig Köchin, Chauffeurin und Nachhilfelehrerin sind, stoßen an ihre Grenzen. Da kann es durchaus vorkommen, dass man einen Termin vergisst, sich bei einem Test schlecht konzentrieren kann, oder ewig nach der Brille oder dem Namen eines guten Bekannten sucht. Menschen, die sich aufgrund solcher Doppel- und Dreifachbelastungen manchmal nicht mehr aufnahmefähig oder müde fühlen, können mit ihrer Ernährung etwas dagegen tun! Primar Meinrad Lindschinger, Ärztlicher Leiter des Instituts für Ernährung und Stoff-wechselerkrankungen in der steirischen Schwarzl Klinik: „Nährstoff e, Vitamine und Mineralstoff e haben nicht nur unmittelbaren Einfluss auf den Körper, sondern auch auf die Gehirnzellen – und damit auf die Gehirnfunktion. Mit der richtigen Auswahl Ihrer Lebensmittel können Sie Ihre täglichen Mahlzeiten ohne Mehraufwand in Brain Food verwandeln und damit Ihr ,schlaues Köpfchen‘ mit jenen wertvollen Nährstoff en versorgen, die sich günstig auf die Gehirnfunktion auswirken und die geistige Leistungsfähigkeit steigern.“

GENUSS MIT ZUSATZNUTZEN

Das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, ist denkbar einfach und findet in Lindschingers Ernährungskonzept functionaleating® seinen Niederschlag: Unser Anforderungsprofi l hat sich geändert, daher haben sich auch die Bedürfnisse der Menschen geändert. Lindschinger: „Jeder Mensch ist anders. Ob Frau oder Mann, jung oder alt, Arzt oder Koch: Die jeweilige tägliche Belastung, der Lebensstil und der Nährstoff bedarf sind individuell unterschiedlich. Wird nun die Ernährung an die jeweilige Alltags- oder Berufssituation angepasst, danken es Körper und Geist mit besseren Leistungen.“ Kurz und gut: Auf die individuell richtige Kombination der Lebensmittel kommt’s an!

BRAIN-FOOD-LEBENSMITTEL

So wie der Körper benötigt auch das Gehirn für seine Arbeit Energie. Damit es einwandfrei funktioniert und auf Hochtouren laufen kann, müssen die Gehirnzellen mit Kraft - und Nährstoff en versorgt werden. Einige fördern die Durchblutung des Gehirns und unterstützen somit die Konzentrations- und Merkfähigkeit. Andere liefern Grundbausteine für den Stoffwechsel und Zellaufbau. Die wichtigsten Energielieferanten, die Ihre „grauen Zellen“ dauerhaft in Schwung halten, sind Kohlenhydrate in Form von Glukose, aber auch Omega-3-Fettsäuren und Eiweiß. Dazu kommt die „Extraportion Nervenstärke“ aus wertvollen B-Vitaminen, Kalium, Magnesium und Lecithin. Lebensmittel, die besonders reich an diesen Nährstoff en sind und daher als wichtige Brain-Food-Vertreter gelten, sind Nüsse, Äpfel, Spinat, Getreidekeime, Hülsenfrüchte, mageres Schweinefleisch, Lachs, Thunfi sch, Knoblauch, Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Lein- und Rapsöl. Lindschinger: „Diese Lebensmittel bringen nicht nur Power, sondern sie wirken sich auch günstig auf die Hüllen der Nervenzellen und auf ihr Zusammenspiel aus.“ Ganz wichtig ist dabei aber nicht nur die Menge, sondern auch, dass man die Lebensmittel richtig kombiniert. Lindschinger erklärt: „Kein Lebensmittel enthält genau dieselben Nährstoff e wie ein anderes und auch nicht all jene Nährstoffe, die wir

tagtäglich benötigen. In Fleisch ist zum Beispiel kein Vitamin C enthalten, dafür aber B-Vitamine, während im Obst letztere eher wieder fehlen und dafür meist viel Vitamin C enthalten ist. Zusätzlich wird die Aufnahme gewisser Nährstoff e, wie zum Beispiel Eisen, durch die Anwesenheit von Vitamin C gefördert. Kombiniert man also zum Steak ein Gemüse, das reich an Vitamin C ist, tut sich der Körper leichter, das Eisen zu verwerten.“ Und, fügt der Ernährungsexperte hinzu: „Ganz wesentlich ist auch, dass das Gehirn mit ausreichend Flüssigkeit versorgt wird, damit es gut durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird.“ Rund zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee empfiehlt der Experte und setzt nach: „Kombiniert mit sportlicher Bewegung gelangen die Nährstoff e dann zur vollen Entfaltung.“

ENERGIE-KICK VOR PRÜFUNGEN


Das Gehirn kann sich keinen Vorrat an Nährstoff en anlegen und ist deshalb auf die ständige Versorgung aus dem Blut angewiesen. Um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben, sollte es daher regelmäßig mit Brain Food versorgt werden. Durch eine gezielte Auswahl einiger Nahrungsmittel und durch den Verzehr zu einem bestimmten Zeitpunkt lassen sich aber auch punktuell leistungssteigernde Effekte erzielen. So kann man dem Gehirn unmittelbar vor einer Prüfung mit einer Extraportion Eiweiß und Vitaminen – etwa einem Jogurt und einem Apfel – einen schnellen Nährstoff -Kick geben, sodass die Zellen kurzfristig besonders aktiv werden. Lindschinger: „Eine neue Studie an unserem Institut hat gezeigt, dass Äpfel großartige freie Radikalfänger sind und dadurch vor oxidativem Stress schützen.“ Auch Nüsse und Studentenfutter sind ein optimaler Energie-Snack für zwischendurch. Die B-Vitamine, Mineralstoff e, Antioxidantien und der Nervenbotenstoff Cholin, der vor allem in Walnüssen enthalten ist, beugen Nervosität und drohenden Konzentrationstiefs vor.