5 Fragen an den Ganatapfel

29.08.2014

1 Wann und wo wurdest du geboren?

Da ich eine der ältesten Früchte der Menschheit bin, kann sich leider niemand mehr an meinen genauen Geburtstag erinnern. Sicher ist aber, dass ich bereits im Altertum in Zentralasien gelebt habe. Über den Nahen Osten gelangte ich dann in den Mittelmeerraum, wo ich seit einigen Jahrhunderten kultiviert werde. Inzwischen fühle ich mich auch in den heißen und trockenen Klimaregionen von Amerika, Südafrika, China und Australien wie daheim.

2 Wer gab dir deinen Namen?

Mein botanischer Name ist lateinisch und lautet Punica granatum. Ich habe ihn meinem reichen Innenleben und den Römern zu verdanken. Die Römer importierten mich aus der phönizischen Kolonie Karthago in Nordafrika. Da die Römer die Phönizier als Punier bezeichneten, bekam ich – zum Zeichen meiner Herkunft – den Namen Punica. Mein zweiter Vorname leitet sich vom lateinischen „granatus“ ab und bedeutet körnig oder kernreich. Es weist auf die große Anzahl meiner – ich darf sagen schmackhaften – Samen hin.

3 Hast du Geschwister?

Ich bin ein klassisches Einzelkind und stamme aus der Familie der Weiderichsgewächse. Da ich biologisch einzigartig bin, habe ich keine direkten botanischen Verwandten. Auch wenn ich – aufgrund meiner äußerlichen Ähnlichkeit – im Deutschen als Apfel bezeichnet werde, bin ich weder mit ihm verwandt noch mit der Granadilla, was so viel heißt wie „kleiner Granatapfel“. Sie gehört zur Familie der Passionsfrüchte und wurde nur nach mir benannt, weil sie mir ähnlich sieht.

4 Was haben Granada, Granat und Granate mit dir zu tun?

Alle drei sind bekannte Namensvetter von mir. Vor rund 1500 Jahren benannten die Araber ihr erstes geistig-wissenschaftliches Zentrum in Europa, die Stadt Granada, nach mir, weil dort ein großes Anbaugebiet von mir war. Im Mittelalter gab man aufgrund seiner Ähnlichkeit mit mir dem scharlachroten Halbedelstein Granat meinen Namen. Und im 17. Jahrhundert musste ich für die Namensgebung der Granate herhalten, weil diese bei der Detonation zu Splittern zerplatzt und so an mein kernreiches Innenleben erinnert.

5 Wie genießt man dich am besten?

Da ich als Frucht der Liebesgött in Aphrodite gelte, die ein Symbol für Jugend und Schönheit ist, bin ich heiß begehrt. So werden meine Kerne sowohl pur gegessen als auch zum Verfeinern von Obstsalaten, Wild- und Geflügelgerichten verwendet. Man kann mich auch zu Saft verarbeiten. Als solcher eigne ich mich gut für die Zubereitung von exotischen Cocktails.