Fairness garantiert

21.08.2013

Einmal im Jahr packt SPAR-Sortimentsmanager Robert Schwaiger seinen Koffer und besucht einen FAIRTRADE- Bananen-Farmer, der für SPAR Natur*pur Bio-Bananen anbaut. SPAR Mahlzeit! war mit dabei.
Es ist Frühsommer, der Himmel ist leicht bewölkt, das Thermometer zeigt tropisch-feuchte 32 Grad Celsius: In den Bergen im Süden der Andenrepublik Ecuador herrschen ideale Bedingungen für den Bananen-Anbau. Robert Schwaiger, Sortimentsmanager für Obst und Gemüse bei SPAR, ist auf dem Weg in die Provinz El Oro zur Bananenfarm „Santa Leonor“ von Felix Ortega, um sich persönlich ein Bild von den Lebens- und Arbeitsbedingungen auf der Plantage und von der Qualität der SPAR Natur*pur Bio-Bananen zu machen. "Felix Ortega hat die Farm nach seiner Frau benannt. Denn sie ist eine Heilige für ihn“, erzählt Schwaiger von der ersten Begegnung mit dem FAIRTRADE-Bio-Bananen-Produzenten. Und setzt nach: "Als Ortega von seiner Frau sprach, flackerte ein Licht in seinen Augen. Als er aber anfing, von seinen Bio-Bananen zu erzählen, begannen seine Augen regelrecht zu leuchten.“

MISCHKULTUR STATT PESTIZIDEN
Ortegas sechs Hektar kleine Farm ist wie ein Weinberg angelegt und umgeben von üppigem Grün, riesigen Bäumen und einem traumhaften Wasserfall. Da das tropisch-feuchte Klima in den Highlands Ecuadors auch eine perfekte Lebensgrundlage für Schädlinge und Pilzerkrankungen ist, hat Ortega auf seiner Plantage eine Mischkultur angelegt: Neben den Bananenstauden wachsen Kakaopflanzen, Zitronen-, Grapefruit- und Mandarinenbäume. Schwaiger: "Das hat gleich drei Vorteile: Zum Ersten verhindert Ortega dadurch Probleme mit dem Regen, weil die Bäume und Pflanzen Schutz bieten und den Boden vor Erosion bewahren. Zum Zweiten hält die Mischkultur Schädlinge und Pilzerkrankungen auf natürliche Art und Weise in Schach und er kann auf künstliche Pflanzenschutzmittel verzichten. Und zum Dritten dürfen die Bananen nicht nur das FAIRTRADE-Siegel tragen, sondern er kann sie auch in Bio-Qualität liefern. Das garantiert ihm eine zusätzliche Prämie.“

SORGFÄLTIGE ERNTE OHNE KINDERARBEIT
Bananen-Plantagen zu bewirtschaften ist sehr arbeitsintensiv, die Arbeit der Bauern erfordert enormen Einsatz. Um einen reibungslosen Ablauf in seinem kleinen Familienbetrieb zu gewährleisten, helfen Ortegas Frau Leonor und seine beiden erwachsenen Kinder Carmen und Walter sowie acht Erntearbeiter eifrig mit. Schwaiger, der dem Farmer bei seinem Tagespensum über die Schulter blickte: "Nach dem sehr zeitigen Frühstück mit Reis, Bohnen, Spiegelei und Kaffee wurden bis am frühen Abend die Bananen mit viel Leidenschaft und mit größter Sorgfalt von Hand geerntet, gewaschen und zur Packstation getragen. Dort erfolgten gründliche Eingangskontrollen, in denen die Größe und der Durchmesser sowie Beschädigungen an der Schale kontrolliert wurden. Nur die Bananen, die den hohen Anforderungen von SPAR gerecht wurden, kamen schließlich ins säubernde und kühlende Wasserbad, wurden dann in Kartons verpackt und traten ihren Weg nach Europa an.“ Damit die Bananen während ihres Wachstums nicht verletzt oder beschädigt werden, werden sie von Anfang an mit besonderer Sorgfalt, Vorsicht und Liebe zum Produkt kultiviert. Schwaiger: "Zwischen die ,Bananenhände‘ werden Schaumstoffeinlagen gegeben, um die Früchte vor Reibespuren zu schützen. Außerdem wird eine Folie über den gesamten ,Bananen-Bunch‘ gestülpt, um Insekten fernzuhalten.“ Schwaigers Fazit: "Hier ziehen alle an einem Strang. Und wie von FAIRTRADE gefordert, ist jeder hier freiwillig bei der Arbeit, Kinder- oder Zwangsarbeit gibt es nicht!“ FAIRTRADE-Geschäftsführer Hartwig Kirner fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt: "FAIRTRADE macht es sich seit 20 Jahren zur Aufgabe, für qualitativ hochwertige Produkte aus den Ländern des Südens und für die Bekämpfung der Ursachen der ausbeuterischen Kinder- und Zwangsarbeit einzutreten. Nur wer alle FAIRTRADE-Standards einhält, kann seine Produkte mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel auszeichnen.“

GESICHERTE EXISTENZ DES BAUERN

Vor allem die persönliche Beziehung zu den FAIRTRADE-Kleinbauern liegt dem SPAR-Mitarbeiter am Herzen. Schwaiger: "Die Wertschätzung für ihre Arbeit bildet die Basis dafür.“ Und, setzt der Sortiments-manager fort: „Im persönlichen Gespräch erfahren wir auch, mit welchen Schwierigkeiten die Bauern konfrontiert werden.“ So hat Ortega, der seit nunmehr neun Jahren Mitglied in einer FAIRTRADE-
Genossenschaft ist, früher seine Bananen teilweise nur im Inland verkaufen können und war sowohl starken Preisschwankungen als auch Absatzproblemen ausgeliefert. Schwaiger: "Durch FAIRTRADE hat der Farmer die Chance bekommen, sich als kleinstrukturierter Bauer eine solide, verlässliche Existenzgrundlage aufzubauen. Er bekam finanzielle Sicherheit durch faire Mindestpreise für seine Früchte und konnte seine Ware auch exportieren.“ Darin liegt auch der Anreiz für SPAR, die Partnerschaft mit FAIR-TRADE einzugehen. Schwaiger: "SPAR will Produzenten und Lieferanten aus Entwicklungsländern dabei unterstützen, sich eine wirtschaftliche und soziale Existenz aufzubauen, damit SPAR-Kunden langfristig in den Genuss von Bio- und FAIRTRADE-Qualitätsprodukten kommen.“ Kirner ergänzt: "FAIRTRADE sieht den primären Förderbedarf in der Unterstützung kleinstrukturierter Bauern, die zum Teil nur einen halben Hektar Fläche bewirtschaften, damit sie Kooperationspartner werden können, und sorgt für eine faire Entlohnung der Produzentenorganisationen.“

POSITIVE BILANZ
Besonders freute sich Ortega, als Schwaiger ihm Bilder von seinen Bio-Bananen in den SPAR-Regalen zeigte. Schwaiger: "Der Stolz in seinem Gesicht, als er sah, wie schön seine FAIRTRADE-Bio-Bananen in unseren Märkten präsentiert werden, war nicht zu übersehen.“ Zum Abschied nach einem interessanten Tag überreichte Schwaiger den Kindern der Kleinbauern aus der Genossenschaft ein paar mitgebrachte Geschenke. Neben Schul-utensilien wie Hefte, Kugelschreiber und Bleistifte hatte er heiß begehrte Fußballdressen mit. "Beim freundschaftlichen Fußballturnier am Nachmittag kamen die neuen Hosen, Stutzen, Tormann-Handschuhe und Fußbälle ausgiebig zum Einsatz“, berichtet Schwaiger. Gespielt wurde bis zum Sonnenuntergang, danach zogen sich Ortega und seine Frau zurück und Schwaiger trat zufrieden seine Heimreise nach Österreich an. Schwaiger: "Es war spannend und interessant, mit eigenen Augen zu sehen, dass die Existenz des Bananen-Produzenten und seiner Familie gesichert ist, dass er fair entlohnt wird, dass die SPAR Natur*pur Bio-Bananen erstklassig behandelt werden und in einem Top-Zustand sind.“