SPAR Mahlzeit! 4/2016

Sonnenschutz ohne Hormone

07.07.2016

Je stärker die Sonne, desto mehr Schutz braucht unsere Haut. Dass Pflegeprodukte ohne bedenkliche Chemikalien auskommen, ist jedoch nicht selbstverständlich – für SPAR schon.

Jedes Jahr das Gleiche: Erst warten wir eine gefühlte Ewigkeit darauf, endlich wieder wärmende Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Kaum ist es so weit, sollen wir uns schützen. Klar, in Maßen genossen ist Sonnenstrahlung nicht nur eine Wohltat für die Seele. Sie bringt auch unser Immunsystem auf Trab. Der griechische Arzt Antyllos und seine Kollegen verordneten schon vor bald 2000 Jahren Sonnenbäder, „um den Körper zu stärken, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die Abwehrkräfte zu unterstützen". Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die UV-Strahlung der Sonne, fand man in den 1970er- Jahren heraus. Sie regt die Haut an, Vitamin D zu produzieren. Dieses ist nicht nur unverzichtbar für Knochenaufbau und Muskulatur, sondern auch für starke Abwehrkräfte.

Gefahr von Oben
Wovon die antiken Mediziner wohl nichts ahnten: Übertriebener Sonnengenuss kann (lebens-) gefährlich sein. Wir wissen zum Glück längst darüber Bescheid, dass mit der ultravioletten Strahlung nicht zu spaßen ist: Zum einen nicht mit der langwelligen UV-A-Strahlung, die tief in unsere Hülle eindringt, die Krebsgefahr erhöht und schuld daran ist, wenn die Haut schneller altert und übermäßig Falten wirft. Ebenso wenig mit der kurzwelligen UV-B-Strahlung, die Sonnenbrände auslöst und so zu Hautkrebs beiträgt. Was noch immer viel zu wenigen Sonnenanbetern bekannt ist: Auch die Infrarot-A-Strahlen (IR-A), manchen als Wärmestrahlung bekannt, belasten unsere Haut. Sie dringen besonders tief ein und können die Zellen schädigen. Die Folgen: vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung. Deshalb haben SUN KISS Sonnenmilch- und Sonnenspray-Produkte (mit den Lichtschutzfaktoren 20 und 30) jetzt einen wirksamen Zellschutz gegen diese IRA-Strahlen.

Pflege ohne Hormone
Gefahr droht aber nicht nur von der Sonne. Auch viele Cremes, mit denen wir uns vor zu viel ultraviolettem und infrarotem Licht schützen, sind ganz und gar nicht ohne – nämlich Chemie. Leonore Gewessler, politische Geschäftsführerin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, erklärt: „Insgesamt gibt es in Kosmetik- und Pflegeprodukten zigtausende verschiedene chemische Substanzen. Rund 550 davon stehen nach heutigem Stand des Wissens im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Dazu gehören etwa UV-Filter und Parabene." Diese EDC (Endocrine Disrupting Chemicals) genannten Substanzen wirken ähnlich wie körpereigene Hormone. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält sie mittlerweile für eine globale Bedrohung. Oft sind es Massenchemikalien, die in vielen Produkten des Alltags enthalten sind. Nicht nur über Sonnen- und andere Cremes, sondern auch mit Düften und Lotionen gelangen sie über die Haut in unseren Körper. Dort können sie viele verschiedene Krankheiten hervorrufen und irreversible Schaden anrichten. Deshalb hat SPAR als Vorreiter die Initiative ergriffen und verzichtet bereits seit 2014 auf hormonell wirksame Substanzen in SUN KISS und BEAUTY KISS Pflege- und Kosmetikprodukten sowie in S-BUDGET Pflegeprodukten.

Nicht die Dosis macht das Gift
Welches Gesundheitsrisiko von einer Substanz ausgeht, hängt üblicherweise von der Menge ab. Nicht so bei den hormonell wirksamen Schadstoffen. Manche von ihnen können in niedrigen Dosen Wirkungen hervorrufen, die bei größeren Mengen nicht mehr feststellbar sind. Man befürchtet, dass besonders bei Kindern und Jugendlichen bereits minimale Mengen das Hormonsystem beeinflussen können. Hormonexperte Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber erklärt: „Neue Studien belegen eindeutig, dass hormonähnliche Substanzen in Kosmetika in unsere endokrinen Systeme eingreifen können. Besonders bedrohlich sind diese Chemikalien für Babys im Mutterleib und heranwachsende Kinder und Jugendliche." EDC sind meist nicht akut giftig, haben aber trotzdem schlimme Folgen: Sie stören wichtige Entwicklungsprozesse, die in ganz bestimmten Phasen des Wachstums ablaufen. Die möglichen Störungen reichen von verschiedenen Krebsarten wie Brust-, Prostata-, Schilddrüsen- oder Hodenkrebs über Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Unfruchtbarkeit bis zu Fettleibigkeit, verfrühter Pubertät sowie Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten. Studien haben zudem gezeigt: Hormonell wirksame Chemikalien können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Sie bilden dann einen gefährlichen Chemikaliencocktail. Hormonell wirksame Parabene, chemische UV-Filter und synthetische Moschusverbindungen lassen sich im Blut, im Harn, im Körpergewebe und in der Muttermilch nachweisen.

Politisch inkorrekt
Insgesamt sind in der EU rund 8.000 Chemikalien in Sonnenschutzmitteln sowie anderen Kosmetik- und Pflegeprodukten erlaubt. GLOBAL 2000 hat bei seinen umfassenden Tests 18 Chemikalien identifiziert, deren hormonelle Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist und die auch auf der EU-Prioritätenliste für EDC aufscheinen. So ist etwa jede zehnte untersuchte Zahnpasta, beinahe jede fünfte Bodylotion und 40 Prozent aller Aftershaves mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet. Auf politischer Ebene ist bisher wenig geschehen. Gewessler kritisiert: „Eine bereits für Anfang 2015 vorgesehene Überprüfung der EU-Kosmetikverordnung hätte zu einer Regulierung dieser Stoffe führen müssen, ähnlich wie dies bereits für hormonschädigende Inhaltsstoffe in Pestiziden und Bioziden beschlossen wurde. Bis dato ist die EU-Kommission aber untätig."