Mahlzeit! Magazin 04-2016

Mediterrane Anti-Aging-Stars

04.07.2016

Endlich Sommer! Haben Sie jetzt auch verstärkten Gusto auf die Genüsse der Mittelmeerküche? Gut so – gilt diese doch als die Anti-Aging-Küche schlechthin. Schließlich erreichen gerade im mediterranen Raum besonders viele Menschen ein sehr hohes Alter. Das hat viel mit ihrem Lebensstil zu tun, bei dem die Ernährung eine entscheidende Rolle spielt. In südlichen Ländern – und ganz speziell in Bella Italia – kommen etwa Antipasti auf Gemüsebasis oder knackige Salate so gut wie täglich auf den Tisch. „Damit werden jede Menge sogenannte‚ neue Vitamine‘ wie Polyphenole, Flavonoide oder Lycopin aufgenommen. Diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind wahre Jungbrunnen“, erklärt Anti-Aging-Experte Markus Metka. Und adelt drei Lebensmittel zu mediterranen „Superstars“: „Auf Platz eins thront Gemüse – allen voran die Tomate. Platz zwei teilen sich die typischen Mittelmeerkräuter, und Platz drei gehört dem Olivenöl.“

STAR NR. 1: TOLLE TOMATE
Die früher als „Liebesapfel“ bezeichnete Frucht können wir heute in vielen Größen, Formen und auch das ganze Jahr über genießen – Tomatenmark, Tomatensauce oder Tomatensaft machen es möglich. Sie enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und beschert uns pro 100 g Fruchtfleisch nur äußerst bescheidene 16 Kilokalorien. Ein Bestandteil aber gilt als besonders wertvoll: Der sekundäre Pflanzenwirkstoff Lycopin, der reichlich in dem roten Gemüse enthalten ist. „Lycopin wirkt nachweislich antioxidativ“, so Markus Metka. Und ergänzt: „Auch unsere Haut dankt uns – erhöht Lycopin doch ihren Lichtschutzfaktor auf natürlichem Weg.“ Womit wir uns nicht nur länger jung fühlen, sondern vielleicht auch länger so aussehen. Sogar für Eltern, die an der (scheinbar) einseitigen Ernährung ihrer Kinder verzweifeln, die am liebsten fast täglich Spaghetti mit Tomatensauce oder Pommes frites mit Ketchup essen, gibt es eine gute Tomaten-Nachricht: Der Tausendsassa Lycopin ist hitzestabil. Mehr noch: In konzentrierten Tomatenprodukten wie Sugo oder Ketchup entfaltet sich seine Wirkung besonders gut. Was sie mit dem Liebesapfel kulinarisch so alles anstellen können, verraten wir Ihnen ab Seite 32. 

STAR NR. 2: KRAFTVOLLE KRÄUTER
Ein mediterraner Brauch, der sich nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf das Wohlbefinden auswirkt: die großzügige Verwendung von Kräutern, die auch fixer Bestandteil vieler italienischer Lieblingsgerichte sind – von der mit Salbei zubereiteten Saltimbocca alla romana (Rezept auf S. 31) bis hin zum Panzanella mit Rosmarin und Garnelen (Rezept auf S. 30). „Wer seine Speisen regelmäßig üppig mit mediterranen Kräutern wie Basilikum, Oregano, Rosmarin oder Salbei würzt, tut seiner Gesundheit nachweislich Gutes: Denn diese Pflanzen fördern die Fettverbrennung, bauen Zucker ab und können die Zugabe von Salz ersetzen – ein gutes Regulativ bei der heute viel zu salzigen Ernährung“, schwärmt Metka. Vergessen Sie also die „Prise“ und den „Hauch“ – greifen Sie in die Vollen!

STAR NR. 3: GOLDENES OLIVENÖL
Kaltgepresstes, hochwertiges Olivenöl wird in Italien meist sehr großzügig verwendet: Schon vor dem ersten Gang wird gern Weißbrot in Olivenöl getunkt. In der Folge sparen die Italiener weder bei Salatmarinaden noch bei warmen Speisen, die zum Abschluss oft noch mit ein paar Tropfen des flüssigen Goldes beträufelt werden. Der feine Geschmack dieses „Engelsöls“, wie Metka das hochwertige, kaltgepresste Öl auch nennt, ist das eine. Die wertvollen Inhaltsstoffe das andere. Der Anti-Aging-Experte erklärt: „Olivenöl enthält reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren. Wer es regelmäßig genießt, tut laut wissenschaftlichen Erkenntnissen seinem Herzen Gutes.“ Einen Beweis dafür treten die Bewohner des Bergdorfes Campodimele in Süditalien an, wo die Menschen länger leben als anderswo: Jeder von ihnen konsumiert im Schnitt rund einen Achtelliter kaltgepresstes Olivenöl – täglich.


Das sagt der Experte
Anti-Aging-Experte Markus Metka über die Mediterranen Alleskönner.

SPAR Mahlzeit!: Tomaten, Kräuter oder Olivenöl: Was ist Ihr Favorit?
Markus Metka: Wenn jedes dieser Lebensmittel für sich schon so positiv auf uns wirkt – wie genial muss dann die Kombination aus allen dreien sein! Gute Beispiele sind etwa der Insalata Caprese, die Tricolore-Pizza, Pesto oder fast jeder Salat.

SPAR Mahlzeit!: Gibt es auch mediterrane Anti-Aging-Faktoren, die nicht durch die Ernährung bestimmt sind?
Markus Metka: Ja! Auch der Lebensstil ist entscheidend: Wenig Stress und ein gutes soziales Umfeld wie Familie und Freunde halten jung. Besonders in Italien legt man Wert darauf, auch die Mahlzeiten im Kreis der – oft recht großen – Familie zu zelebrieren. Das ist die ideale Gegenkultur zum täglichen, schnellen Gericht aus der Mikrowelle, das man für sich alleine verspeist – wie es bei uns leider immer üblicher wird.

SPAR Mahlzeit!: Vielen Menschen fehlt aber oft die Zeit zum Kochen.
Markus Metka: Dabei sind viele italienische Gerichte wirklich recht schnell gemacht. Denn eines kann man der südlichen Küche im Allgemeinen nicht nachsagen: Dass sie äußerst kompliziert wäre, im Gegenteil.