MAHLZEIT! MAGAZIN 04-2016

Humusanbau in Österreich

06.07.2016

Gesunde Böden sind eine der wichtigsten Grundlagen für gesunde Lebensmittel. Deshalb baut Landwirt Johann Prischink aus Fugging seinen Salat auf mit Humus angereicherten Böden an.

Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahrs des Bodens starteten SPAR und WWF vor genau einem Jahr eine Kooperation für den Erhalt und den Aufbau hochwertiger Humusböden. 69 Landwirte konnten auf Anhieb für das neue Projekt gewonnen werden. Johann Prischink aus Fugging ist einer dieser pionierhaften Bauern, die seither auf mittlerweile insgesamt 955 Hektar für SPAR Gemüse in bodenschonender Landwirtschaft anbauen. Jetzt sind erstmals die SPAR-Salate des „Humusaufbauprojektes“, die u. a. Johann Prischink auf etwa 25 Hektar in Niederösterreich anbaut, in den SPAR-Märkten erhältlich. 


MIT HERZ UND SEELE DABEI

Seit mehreren Generationen betreibt die Familie von Johann Prischink ihre Landwirtschaft in Niederösterreich.  Bereits 1972 begann sein Vater, SPAR mit Salat zu beliefern. Da war es für den Sohn klar, nicht nur in die Fußstapfen seiner Eltern zu treten, sondern auch die Zusammenarbeit mit SPAR weiterzuführen und schließlich beim Humus-Projekt mitzumachen. Denn, so Prischink: „Mir ist es ein großes Anliegen, die Anbauflächen meiner Familie, die ich in einem Top-Zustand übernommen habe, in mindestens ebenso gutem oder sogar besserem Zustand der nächsten Generation zu hinterlassen. Als ich von dem Humus-Projekt erfuhr, war ich deshalb sofort und aus vollster Überzeugung dabei.“ 


HOHER HUMUSANTEIL

Ziel der Kooperation zwischen SPAR, dem WWF und den Landwirten ist es, den Humusgehalt in den Böden der teilnehmenden Landwirte in den nächsten Jahren auf bis zu sechs Prozent aufzubauen. Friedrich Häupl, Leiter des Obst- und Gemüseeinkaufs bei SPAR, erklärt: „Ab diesem Wert sind maßgebliche Effekte sowohl in puncto Bodenqualität als auch in puncto Klima deutlich erkennbar. Prischinks Böden liegen zum Teil bereits über dieser Marke." Prischink: „Der Humusgehalt in meinen Böden reicht von 2,9 Prozent bis 6,6 Prozent. Und wir steigern ihn jedes Jahr noch ein bisschen.“ Stolzer Nachsatz: „Dieser extrem hohe Wert beweist, dass bereits meine Eltern und Großeltern beim Boden alles richtig gemacht haben.“ WWF-Klimareferentin Julia Haslinger dazu: „Im besten Fall können rund 50 Tonnen CO2 pro Hektar Anbaufläche im Boden gebunden werden. Bis 2017 wollen wir auf 1.200 Hektar rund 60.000 Tonnen CO2 einbinden.“ Und Häupl setzt nach: „Mit Humus-Landwirten wie Johann Prischink sind wir auf dem besten Weg dahin.“ 


INTENSIVE PFLEGE


Sein Erfolgsgeheimnis? Prischink: „Ich glaube, am wichtigsten ist eine Gründecke auf den Ackerflächen, sobald sie abgeerntet sind. Denn die Grünpflanzen binden wertvollen Stickstoff, der dem neuen Salat in der nächsten Saison als Nährstoff dient.“ Wesentlich zum gesunden Boden tragen auch die Fruchtfolge und die minimale Bodenbearbeitung bei. Prischink erklärt: „Wir pflanzen nur alle fünf Jahre Salat auf dem gleichen Feld an. Unser Fruchtfolge-Rad sieht vor, dass wir abwechselnd Weizen, Mais, Salat, Zwiebeln und Gerste anbauen. Jedes Jahr etwas anderes.“ Damit der Salat aber seine Top-Qualität erreicht, ist auch viel Pflege und Handarbeit notwendig. So muss etwa das Unkraut zwischen den Salaten per Hand entfernt werden; auch für das Anpflanzen, die Ernte und das Verpacken können keine Maschinen eingesetzt werden. Prischink fährt täglich frühmorgens auf seine Felder, prüft, ob der Boden Wasser benötigt und schaut, ob sich Schädlinge auf dem Gemüse befinden, um rechtzeitig eingreifen zu können. Prischink: „Salat ist sehr empfindlich. Wenn man einmal vergisst, ihn rechtzeitig zu beregnen, bekommt er sofort gelbe Ränder.“ Das lässt natürlich auch den Umkehrschluss zu: Je schöner und gleichmäßiger die Salate wachsen, desto gesünder und nährstoffreicher sind die Böden. Prischink: „Derzeit wächst das Gemüse so wunderbar, dass wir weder Schädlinge noch Pilze haben und wir daher bis jetzt keine Pflanzenschutzmittel einsetzen mussten.“ Das freut den Landwirt, denn: „Am liebsten esse ich die Salat herzen wie Naschgemüse pur und frisch geerntet noch direkt am Feld.“ Aber, räumt der dreifache Familienvater ein: „Wenn meine Frau Sylvia ihr berühmtes Jogurt- Dressing aus Jogurt, Sauerrahm, Knoblauch, Schnittlauch uns Salz macht, kann ich natürlich auch nicht nein sagen.“ ­