Cherrytomaten aus Humusanbau

02.07.2015

Alois Liebmann aus Straden in der Steiermark baut exklusiv für SPAR Cherrytomaten in bodenschonender Landwirtschaft an. SPAR Mahlzeit! hat den pionierhaften Humus-Bauer besucht.

Blauer, wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein und heiße 27 Grad: Straden in der Südoststeiermark zeigt sich von seiner schönsten Seite. Alois Liebmann baut hier die neuen SPAR Cherry tomaten aus Humusanbau an. „Die Cherrytomaten lieben dieses Wett er. Da wachsen und gedeihen sie ganz prächtig“, erzählt der Landwirt, der bereits in zweiter Generation Tomaten anbaut. „Als Kinder haben meine drei Schwestern und ich meinen Eltern beim Tomatenanbau geholfen. Schon damals wusste ich, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters treten will“, erinnert sich der 35-jährige Steirer.

HUMUSAUFBAU SEIT 2011

Vor 15 Jahren weitete er die Anbaufl ächen aus, stellte 2005 auf Cherrytomaten um und setzt seit 2011 auf intensiven Humusaufbau. Liebmann: „Da ich so achtsam wie möglich mit der natürlichen Ressource Boden umgehen will, habe ich vor vier Jahren beschlossen, unsere Cherrytomaten nur noch auf Humusböden anzubauen.“ WWF-Klimareferentin Julia Haslinger begrüßt das Engagement des steirischen Landwirts, der den Humusaufbau in Kooperation mit SPAR und dem WWF betreibt. Haslinger: „Ohne Humus würden die Böden ihrer natürlichen Fähigkeiten, die Pfl anzen zu nähren und zu schützen, beraubt.“ Und, sagt die Expertin weiter: „Die Bewirtschaftung und die Beschaff enheit des Bodens entscheiden über die Qualität unserer Lebensmitt el und damit über die Qualität unserer Ernährung.“

GESUNDE BÖDEN FÜR GESUNDE LEBENSMITTEL

Jeden Morgen um halb sechs Uhr früh sieht Liebmann nach seinen Tomaten und prüft mit einem Erdbohrer, wie feucht der Humusboden ist. Bereits beim Hineinstechen des Werkzeugs lässt sich erkennen, wie locker und weich die Humusschicht bis zu einer Tiefe von 30 cm ist. Liebmann: „Bodenlebewesen wie Würmer und Asseln sowie Mikroorganismen sorgen dafür, dass der Boden für die Tomatenstauden optimal aufbereitet wird.“ Um diesen Mikrokosmos nicht zu stören, pflügt Liebmann den Boden nicht, sondern betreibt nur minimale Bodenauflockerung. „Wir bearbeiten den Boden nur seicht, gehen dabei nicht in die Tiefe und drehen den Boden auch nicht um. So kann sich der Humus wunderbar entfalten“, sagt Liebmann. Und weiter: „Zu tiefes Pflügen würde das perfekte System der Lebewesen im Boden empfindlich stören.“

HUMUS ALS HERVORRAGENDER NÄHRSTOFF-LIEFERANT

Die bis zu 3,50 Meter hohen Stauden wachsen rund 15 Zentimeter pro Woche und schlagen bis zu 1,40 Meter tiefe Wurzeln. So können sie sich alle wertvollen Nährstoffe aus dem Boden holen. Um den Nährstoffgehalt des Humusbodens zu steigern, hilft Liebmann auch mit Kompost und Stallmist nach. Zudem wird der Boden unter den Tomatenstauden mit Stroh abgedeckt. „Das verhindert einerseits, dass Unkraut wachsen kann. Und andererseits liefert das verrottende Stroh, das ich sanft in den Boden einarbeite, weitere wertvolle Nährstoffe“, erklärt Liebmann. Außerdem wechselt der zweifache Familienvater beim Anbau zwischen Grazer Krauthäuptl-Salat, Cherrytomaten und Gründüngung im Winter ab. Julia Haslinger vom WWF erklärt: „Durch diese Fruchtfolgen bekommt der Boden stets frische Nährstoffe und wichtigen Stickstoff.“ Die Bestäubung der Cherrytomaten übernehmen Liebmanns wichtigste Mitarbeiter: Hummeln. Liebmann: „Im Gegensatz zu Bienen arbeiten diese dicken Brummer, die zwischen den Tomatenstauden leben, auch bei niedrigen Temperaturen, bei Regen und bei feuchtem Wett er.“ Zur Schädlingsbekämpfung setzt er Nützlinge ein.

SCHUTZ VOR WETTERKAPRIOLEN

Dass Liebmann auf Cherrytomaten aus Humusanbau umgestiegen ist, hat sich für den Gemüsebauer bereits mehrfach bezahlt gemacht. „Die Humusböden konnten mit den Wetterkapriolen der letzten Wochen und dem Starkregen gut fertig werden. Sie haben das viele Wasser aufgesaugt wie ein Schwamm“, erzählt der Landwirt. Und weiter: „Hätt en wir den in dieser Gegend üblichen harten und lehmigen Boden gehabt, wären meine Tomatenfelder überflutet worden und die Pflanzen wären innerhalb weniger Stunden erstickt.“ Haslinger ergänzt: „Es ist wie im Leben: So wie man in den Wald hineinruft , hallt es zurück. Das heißt: Wer Humusaufbau betreibt, dem dankt es der Boden mit der Fähigkeit, Wasser aufzusaugen, Feuchtigkeit zu speichern, Kohlenstoff zu binden und viele Lebewesen zu beherbergen; die Tomatenpfl anzen danken es mit Vitalität und Widerstandskraft , und die Früchte danken es mit intensivem Geschmack.“ Davon profitieren auch die Konsumenten. Denn, so Liebmann: „Die voll ausgereift en Cherrytomaten, die am Stock reifen, bis sie händisch Rispe für Rispe geerntet und innerhalb weniger Stunden an SPAR geliefert werden, schmecken so süß und knackig, dass es eine Freude ist, sie zu essen.“