5 Fragen an den Cappuccino

03.07.2014

1) Wann und wo wurdest du geboren?

Mein Vater ist die Wiener Kaffeespezialität namens Kapuziner. Das ist ein schwarzer Kaffee mit einem Schuss flüssigen Obers. Seinen Namen bekam er wegen seiner hellbraunen Farbe, die an die Kutte eines Kapuzinermönches erinnerte. Als österreichische Soldaten im Ersten Weltkrieg in Italien stationiert waren, wollten sie dort auf meinen Vater nicht verzichten. Also wurde kurzerhand der Name Cappuccino erfunden – eine Mischung aus „cappuccio“, dem italienischen Wort für „Kapuze“ und dem deutschen Wort Kapuziner. So kam ich in die Welt und zu meinem Namen.

2) Wie wirst du zubereitet?

Als sich in Italien nach Kriegsende die Espressomaschinen verbreiteten, wurde das Obers, das meinen Vater begleitete, durch Milchschaum ersetzt, und den Mokka haben die Italiener mit einem Espresso aus einer Arabica-Robusta-Mischung im Verhältnis von 60 zu 40 getauscht. Seither bereitet man mich in einer etwa 120 ml fassenden Tasse mit ca. 30 ml Espresso zu, der zügig mit halbflüssigem, cremigem Milchschaum aufgegossen wird, sodass eine hellbraune Schaumschicht von etwa 2 cm bleibt, die mir sein charakteristisches Aussehen verleiht.

3) Warum wird deine Crema immer so hübsch verziert?

Beim Eingießen des flüssigen Milchschaums lassen sich ganz leicht braun abgestuft e Muster erzeugen. So hat sich rund um meine Crema eine eigene Kunstrichtung, die Latte Art (italienisch „latt e“ für Milch und englisch „art“ für Kunst), entwickelt. Klassische Formen sind das Herz oder das Blatt , fortgeschritt enere Motive sind etwa eine Tulpe, ein Drache oder ein Schmett erling. Unter Baristi (Kaff ee-Experten) gibt es in der Disziplin der Latt e Art jedes Jahr zahlreiche nationale und internationale Wett bewerbe.

4) Was hat es mit dem Cappuccino-Effekt auf sich?

Das ist ein akustisches Phänomen, das 1982 vom US-Physiker Frank Crawford entdeckt wurde. Dabei muss man mich umrühren und danach mehrmals hintereinander mit dem Löffel auf die Tasse klopfen. Mit jedem Klopfer steigt die Tonhöhe deutlich hörbar an. Dieser Cappuccino- Effekt kommt daher, dass die Luft -bläschen, die durch das Umrühren entstehen, zu einer Herabsetzung der Schallgeschwindigkeit führen, wodurch die tiefen Töne entstehen. Nehmen die Luftbläschen wieder ab, wird der Ton wieder höher.

5) Hast du Geschwister, wo leben sie?

Ich habe unzählige Verwandte! Meine engsten Geschwister werden auch gern kalt serviert und nach Geschmack mit verschiedenen Sirupen oder Schokolade-, Nuss-, Vanille- und Karamell-Aromen verfeinert. Mein Cousin in Italien heißt Latte Macchiato, in Frankreich lebt mein Neff e Café au lait. Zu meiner großen Familie gehören u. a. auch noch der Milchkaffee, der Häferlkaffee, der kleine und der große Braune sowie der Einspänner.