Bitte Meer! Urlaub mit Messer und Gabel

04.07.2013

So holen Sie sich Ferienstimmung auf den Teller: das Beste aus den beliebtesten Regionen am Mittelmeer.

Viel Sonne, Meer und ein endloser Horizont: Ein Aufenthalt im Süden zählt für uns Binnenbewohner zu den Highlights im Sommer. Zusätzlich zum einzigartigen Ambiente gehört auch der Genuss regionaler Köstlichkeiten zum Urlaubsflair dazu. Wer für Ferienstimmung nicht weit reisen möchte, kann sich das mediterrane Flair mit den passenden Ingredienzien auch nach Hause holen, wie Diätologin Maria Benedikt erklärt: „Besonders gut gelingt das mit der mediterranen Kost. Die wichtigsten Bestandteile wie Olivenöl, Tomaten, Knoblauch und aromatische Küchenkräuter schmecken nicht nur wunderbar, sondern enthalten auch viele wohltuende Inhaltsstoffe.“ Typisch für die Mittelmeerregion rund um Italien, Spanien, Frankreich & Co sind weiters Hülsenfrüchte, verschiedene Getreide und Nusssorten sowie saisonales Obst und Gemüse, die mit sekundären Pflanzenstoff en und Vitaminen als natürliche Gesundheitswächter für den Körper fungieren. Mehr noch: Auf wissenschaftlicher Ebene erweist sich die traditionelle Mittelmeerküche als kulinarischer Jungbrunnen. Das bestätigen zahlreiche Studien, wie Anti-Aging-Experte Markus Metka betont: „Erst kürzlich wurde im renommierten US-Fachjournal „Journal of The American College of Cardiology“ eine Untersuchung veröffentlicht, die den positiven Einfluss der traditionellen mediterranen Kost auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstreicht.“ Entführen Sie sich und Ihre Lieben ein Essen lang in fremde Länder und Sitten und holen Sie sich mit den Spezialitäten kulinarische Ausflugsziele auf den Tisch.

FRANKREICH: KRÄUTER UND TARTE
Die französischen Mittelmeerregionen Provence und das Land um Nizza mit den Seealpen sind landschaftlich wie kulinarisch wahre Paradiese. Fisch – man denke nur an die berühmte Suppe Bouillabaisse – und viel Gemüse bestimmen den Speiseplan der Einheimischen. All die herrlich duftenden provenzalischen Kräuter runden die Speisen ab und verwöhnen den Gaumen mit ihren kräftigen Aromen. In Südfrankreich wird auch der Anti-Aging-Salat par excellence serviert, wie Experte Metka betont: „Basis sind gewürfelte Tomaten, darauf eine fingerdicke Schicht grob zerkleinerte Zwiebeln und zuletzt viel gehackte Petersilie, darüber etwas Olivenöl und Zitronensaft .“ Nachsatz: „Dieser Salat passt praktisch zu allen mediterranen Gerichten.“ Der Präsident der Österreichischen Anti-Aging-Gesellschaft schwärmt zudem von der französischen Zwiebelsuppe als perfektes Katerfrühstück: „Wer diese Suppe schon einmal probiert hat, weiß: Die Inhaltsstoff e von Zwiebeln wie etwa der helle Farbstoff Quercetin wirken spürbar regenerierend und kräftigend.“ Auch der Gemüseeintopf Ratatouille mit Tomaten, Melanzani und Zucchini sowie eine landestypische Tarte – mit kandierten Zitronen beispielsweise – passen perfekt zur leichten Sommerküche. Bon appétit!

ITALIEN: MUSCHELN & PESTO
Die Menschen und die Küche Italiens sind geprägt von der bewegten Geschichte des Apennin- Staates. Roms Ausdehnung und der weitreichende Handel mit den Völkern des Weltreiches brachten viele Einflüsse, ebenso bereicherten Eroberer den Speiseplan: Die Araber brachten Süßspeisen und Reis, die Normannen den Stockfisch und die spanischen Seefahrer Mais, Tomaten und Kartoffeln. Auch die Landwirtschaft hat in Italien Tradition: Hinter den Stränden der Toskana werden Oliven und Gemüse in großem Stil angebaut. Die Hauptnahrungsquelle in Ligurien, der italienischen Riviera, kommt aus dem Meer. Besonders beliebt sind Muscheln, Sardinen und Sardellen. Von hier stammt auch das Pesto, die berühmte grüne Melange für Pasta aus Basilikum, Pinienkernen, Olivenöl, Knoblauch und Pecorino. Apropos Pasta: „Wer bei den Zutaten den Gemüseanteil erhöht, benötigt nur die Hälfte der kohlenhydratreichen Teigwaren – und die Gerichte werden zu wahren Vitamin- und Mineralstoffbomben“, lautet Maria Benedikts Tipp für alle Liebhaber italienischer Nudelgerichte. Buon appetito! 

SPANIEN: PAELLA UND KNOBLAUCH
Auf der Pyrenäen-Halbinsel heißt genießen, die Feste so zu feiern, wie sie fallen. Essen und Trinken sind hier von einem natürlichen Rhythmus bestimmt. Das Frühstück beginnt meist bescheiden. Das Mittagessen ist schon etwas üppiger und findet selten vor zwei Uhr nachmittags statt. Ab sieben Uhr abends ist dann die Zeit, in der man sich mit köstlichen Tapas den ersten Gusto fürs Abendmahl holt. Diese appetitlichen kleinen Vorspeisen in großer Vielfalt kann man auch zu Hause unkompliziert zubereiten. Bei Valencia beginnt die Reiskammer Spaniens: Hier wächst der Rundkornreis, die Grundlage für das bekannteste Nationalgericht – die berühmte Paella (siehe Rezeptstrecke ab S. 32). Weiter im Süden gedeihen kräft ige Olivenbäume auf den rostroten Hügeln Andalusiens. Ihr Öl fließt buchstäblich in so gut wie alle Gerichte ein und versorgt sie so mit vielen gesunden Inhaltsstoffen. Spanien ist zudem eines der größten Anbauländer für Knoblauch. Die aromatische Knolle punktet als universelles Naturheilmittel und ist in der Landesküche praktisch unersetzlich, wie Maria Benedikt erklärt: „Gazpacho, die erfrischende Gemüsesuppe auf Tomatenbasis, ist das sommerliche Belebungsmittel schlechthin. Neben Knoblauch enthält sie auch Olivenöl, Gurken und Kreuzkümmel.“ Weitere Rezepte für kalte Suppen gibt’s ab S. 38. ¡Que aproveche! 

MAROKKO: COUS COUS UND GRANATAPFEL
Unter der sengenden Sonne, in der kargen Wüste: Für die Bewohner Afrikas sind Nahrungsmittel ein Geschenk Gott es. Daher wird jeder, ob Freund oder Fremder, als Gast willkommen geheißen und an den Ehrenplatz der Tafel gesetzt. Dort reicht ihm das Familienoberhaupt die besten Bissen. Ideal zum Kennenlernen der einheimischen Küche sind auch die Souks: Auf den Märkten, auf denen die Düfte aus den Gewürzläden strömen und die Straßenküchen mittags ihre Suppentöpfe öffnen, lässt sich die Vielfalt dieser Küche nicht nur erahnen, sondern auch bestens erschmecken. Eines der beliebtesten Gerichte ist Lamm-Couscous mit sieben Gemüsen wie Karotten, Zwiebeln, Tomaten und Kohl. Typisch ist auch der Pfefferminztee, der zu allen Gelegenheiten gern getrunken wird. Wer einen Granatapfel als Nachspeise angeboten bekommt, sollte laut Metka herzhaft zubeißen: „Die subtropische Frucht ist ein wahres Konzentrat an belebenden Inhaltsstoff en.“ Besaha! 

GRIECHENLAND: OLIVENÖL UND TSATSIKI
Die Liebe zu Griechenland geht seit jeher durch den Magen. Schon in der Antike waren die einheimischen Köche hoch geschätzt und sehr gut bezahlt, was sich auch unter verschiedenen fremden Herrschern herumgesprochen hat. Im Sommer kommen an der Ägäis fantasievolle Gemüsegerichte, viel Salat, Fisch und saft iges Obst auf die Teller. Maria Benedikts Favorit ist Horiatiki salata: „Der griechische Salat mit Tomaten, Gurken, Paprika, Oliven und Schafskäse zubereitet und charakteristisch gewürzt mit Oregano, Majoran und Dill stellt eine sehr gute Alternative zu unserem herkömmlichen Abendessen dar.“ Für Markus Metka darf Tsatsiki dazu nicht fehlen: „Eine beliebte Beilage und ein erfrischender Snack, der mit Jogurt, geriebenen Gurken und Knoblauch nur so von wertvollen Ingredienzien strotzt.“ Allen griechischen Regionen gemein ist auch der Stolz auf den gegorenen Saft reifer Weintrauben, der den Weingott Dionysos und die vielen Touristen bis heute erfreut. Das gefällt auch dem Ernährungsexperten: „Der Genuss am Essen sollte schließlich mit Lebensfreude und Vitalität gepaart sein. Bewegung in der Natur und Entspannung können diese vor allem in der Ferienzeit optimal ergänzen.“ Kalí órexi! 

KROATIEN: FISCH & OLIVENÖL
Die traditionellen Gerichte Kroatiens sind einfach, bodenständig und werden vorrangig mit frischen Zutaten zubereitet. Zudem ist sie auch stark regional geprägt. „Die Küche Dalmatiens und der Inseln spiegelt die Empfehlungen der modernen Ernährungsforschung wider: Kurze Garzeiten, viel Gedünstetes und Gegrilltes mit Fisch, Olivenöl, Gemüse und den dort wachsenden Kräutern der Küstenregion sorgen für eine gesunde Küche“, schwärmt Ernährungsexpertin Benedikt. „Die dalmatinische Peka, ein Gericht mit verschiedenen Zutaten wie Fleisch oder Fisch und Gemüse, das unter einer Glocke gegart wird, ist nicht nur leicht, sondern auch sehr bekömmlich.“ Fisch etwa ist reich an Vitamin D und wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die mit zahlreichen positiven Einflüssen auf die Gesundheit punkten. Wer die Delikatessen zu Hause genießen möchte, sollte nach Möglichkeit ökologisch einkaufen und kurze Transportwege fördern. Benedikt: „Entscheiden Sie sich bewusst für heimische Fischprodukte und regionales Gemüse. Beides ist meist auch in Bio-Qualität erhältlich.“ Dobar tek!