So gut wie im Paradies

13.05.2014

Mit innovativem Pflanzenschutz revolutioniert SPAR den Apfelanbau: Eine natürliche Verwirrmethode als Ersatz für chemische Mittel.

Ein Apfel am Tag und der Arzt bleibt erspart.“ – Es gibt wohl kaum jemanden, der diese Volksweisheit nicht kennt! Doch ebenso steht fest: Es sind nicht nur die wertvollen Inhaltsstoffe, die den heimischen Apfel zur beliebtesten Obstsorte Österreichs gemacht haben; vor allem sein süßer Geschmack hat einen wesentlichen Anteil daran, dass die Österreicher jedes Jahr rund 18.000 Tonnen heimische SPAR-Qualitätsäpfel essen, die – bis auf ein paar regionale Ausnahmen – alle exklusiv für SPAR von der Firma Kröpfl im steirischen Sebersdorf geliefert werden. Jürgen Wieser, Produktionsmanager, über die Besonderheit dieser Äpfel: „Wir machen seit vielen Jahren die Erfahrung, dass die Böden, auf denen unsere Apfelbauern die Bäume heranziehen, viel dazu beitragen, dass der steirische Apfel einfach besser schmeckt als Äpfel aus anderen europäischen Anbauregionen. Zusätzlich dazu trägt das wechselhafte Klima mit seinen großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht sehr stark zur Aromaausbildung bei.“ Und, ergänzt der Qualitätsmanager und Absolvent der Wiener BOKU: „Nicht zuletzt besagt eine alte Weisheit, dass in Gebieten, wo guter Wein gedeiht, auch die Äpfel hervorragend wachsen.“ Doch, so räumt der Experte ein: „Neben uns Menschen lieben aber leider auch eine Reihe von schädlichen Insekten und Falter unsere saftigen Früchte.“

 SPAR als Pionier bei der Schädlingsbekämpfung
Um diese Schädlinge, allen voran den gefräßigen Apfelwickler, einen Falter, dessen Raupen sich mit Vorliebe in die Äpfel bohren und sie aushöhlen, umweltschonend in den Griff zu bekommen, hat sich SPAR vor zehn Jahren dazu entschlossen, ganz neue Wege im integrierten und biologischen Pflanzenschutz zu beschreiten. Wieser erinnert sich: „SPAR hat nach einer Möglichkeit gesucht, die Apfelbäume effizient und auf natürliche Weise vor dem Schadfalter zu schützen, ohne dabei auf massiven Einsatz von chemischen Pestiziden setzen zu müssen.“ Denn, so Wieser weiter: „Das hätte zum einen die Umwelt stark belastet, und zum anderen wären Rückstände auf den Äpfeln die Folge gewesen. Beides wollte SPAR unbedingt vermeiden.“

„Verwirrmethode“ im Kampf gegen den Apfelwickler
Auf die Idee folgte bald die Umsetzung: In der sogenannten „Verwirrmethode“ wurde eine schonende und zugleich natürliche Methode gefunden. Jürgen Wieser erklärt, worauf diese biotechnologische Anwendung basiert: „Normalerweise locken die weiblichen Apfelwickler zur Paarungszeit im Mai die Männchen mit ihren Sexualhormonen, den sogenannten Pheromonen, an. So finden sie anhand des Geruchs zueinander, paaren und vermehren sich. Genau das wird durch die Verwirrmethode unterbunden.“ Damit die Männchen und Weibchen einander nicht mehr „erschnüffeln“ können, werden einige Tage vor der Paarungszeit mehrere Plastikampullen, die Sexualpheromone aussenden, an den Bäumen angebracht. Willi Flechl, Obmann der OGS Obstgemeinschaft Steiermark und einer der 120 Apfelbauern, die an die Firma Kröpfl ihr Obst für SPAR liefern, erklärt das Prinzip: „Dadurch legt sich eine riesige Pheromonwolke über die Apfelanlage, die die Männchen total verwirrt, weil einfach zu viele Lockstoffe in der Luft sind. Die Folge: Sie verlieren die Orientierung und finden keine Weibchen mehr. Die Begattung unterbleibt, die weiblichen ApfelwicklerFalter legen keine Eier mehr auf die noch jungen Äpfel, und somit können keine Raupen schlüpfen, die sich dann in die Äpfel fressen und diese für den Verzehr ungenießbar machen.“ Produktionsmanager Wieser ergänzt: „Dieser simple Trick führt dazu, dass wir nach der Apfelblüte kaum mehr Insektizidspritzungen gegen den schädlichen Apfelwickler durchführen müssen.“

Konsumenten, Produzenten und Umwelt profitieren
Der Vorteil für die Konsumenten, die Landwirte und die Umwelt liegt auf der Hand. Wieser: „Durch die Kooperation mit SPAR und die mittlerweile 10jährige Anwendung der Verwirrmethode konnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Apfelanbau minimiert werden. Der Wegfall der chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel schont nicht nur Bienen, Hummeln und Marienkäfer und die Böden; auch die Konsumenten profitieren davon, denn mit dieser Methode konnte die Rückstandsbelastung der Äpfel stark reduziert werden.“

Qualitätsapfel-Programm
Aufgrund des großen Erfolges wurde die Verwirrmethode zum Angelpunkt des SPAR Qualitätsapfel-Programms, das alle Bauern, die Äpfel an SPAR liefern, erfüllen müssen. Wieser erklärt: „Dieses Programm sieht strenge Auflagen von der Düngung über den Pflanzenschutz bis zur Ernte der Äpfel vor. Weil SPAR seit zehn Jahren als einziger Lebensmittelhändler Österreichs den Einsatz von biologischen und biotechnologischen Maßnahmen wie die Verwirrmethode zum Schutz der Umwelt vorschreibt, reicht es damit weit über die Vorgaben des ÖPUL, des Österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft, hinaus.“ Und, so der Qualitätsmanager: „Selbstverständlich gibt es auch Vorgaben in puncto Festigkeit, Zuckergehalt und Reifegrad. Das garantiert, dass unsere Äpfel noch viele Jahre so paradiesisch gut schmecken werden wie bisher.“