5 Fragen an die Käsekrainer

13.05.2014

1) Wann und wo wurdest du geboren?

Unter meinem Ursprungsnamen „Kasmandl“, den mir mein oberösterreichischer Geburtshelfer Franz Thalhammer gab, kam ich 1971 zum ersten Mal in Buchkirchen bei Wels auf den Tisch. Der erfinderische Fleischer stopfte kurz vor meiner Geburt einfach noch ein bisschen Emmentaler in meine Eltern, die aus Schweine- und Rindfleisch, Speck, Salz, Knoblauch und Pfeffer bestanden, überbrühte und räucherte sie – schon war ich als gelungene Melange aus Emmentaler und Krainerwurst geboren. Bald wurde ich unter dem Namen Käsekrainer in den Wurstregalen und Würstelbuden zum Bestseller, mittlerweile habe ich auch einen Spitznamen: In Wien sagt man keck „Eitrige“ zu mir.

 

2) Wer waren deine Vorfahren?
Meine Ahnen sind die klassischen Krainer Würste. Sie entstammen der Zeit, als die Region Krain noch Kronland der österreichischen Monarchie war. Seit 1918 gehört Krain aber zu unserem südlichen Nachbarn Slowenien, wo meine Vorfahren auch als Nationalgericht gelten. Der Legende nach machte Kaiser Franz Joseph in einem Gasthaus in Krain halt und labte sich an meinen Vorfahren, den Kranjska Klobasa. Voller Entzückung soll er dabei gerufen haben: „Das ist keine gewöhnliche Wurst, das ist eine Krainer Wurst!“

 

3) Was hat es mit dem Streit um deinen Namen auf sich?
2012 wollten die Slowenen für meine Eltern und mich den Namen „Krainer“ als Ursprungsbezeichnung auf EU-Ebene schützen lassen. Dann hätte ich mich bei uns nicht mehr Käsekrainer nennen dürfen. In einem Kompromiss wurde schließlich vereinbart, dass sich Slowenien „Kranjska Klobasa“ als geografisch geschützte Angabe eintragen lässt, die Österreicher mich aber weiterhin als Käsekrainer bezeichnen dürfen.

 

4) Wie viele Geschwister hast du?
Ich komme aus der sehr großen Familie der Brühwürste mit mehreren 100 Verwandten. Dazu gehören etwa die Brat-, Buren- und Weißwurst, ebenso wie die Frankfurter oder Debreziner. Am ähnlichsten sind mir die Berner Würstel, die mit Emmentaler gefüllt und mit Speck umwickelt gebraten werden. In Australien und Neuseeland lebt mein Cousin Cheese Kransky, dessen Eltern von slowenischen Einwanderern mitgebracht wurden.

 

5) Wie wirst du zubereitet?
Ich kann sowohl gekocht, gebraten als auch gegrillt werden. Wer den Käse lieber flüssig mag, muss aber darauf achten, dass meine Haut beim Erhitzen nicht verletzt wird, wer mich mit knuspriger Käsekruste bevorzugt, muss mich während des Bratens mehrmals mit einem Wurst-Stupfer anstechen. Klassisch werde ich mit Senf, frisch geriebenem Kren und einem Stück Schwarzbrot serviert, ich schmecke aber auch als Hotdog mit Ketchup und Curry gut.