5 Fragen an die Pofesen

08.05.2013

1. Woher kommst du?
Meine Vorfahren waren schon in der Antike im Römischen Reich bekannt. In einem der ältesten überlieferten Kochbücher der Welt, dem römischen Kochbuch "De re coquinaria" des Feinschmeckers Apicius, steht ein Rezept über mich: Es wird darin angeregt, Weißbrot in Milch zu tauchen, in Olivenöl zu braten und mit Honig beträufelt zu servieren. Später war ich in der ärmeren Bauernküche daheim, wo man versuchte, altbackenes Brot mit einfachen Zutaten in eine schmackhafte Speise zu verwandeln. So entwickelte ich mich zu einem typischen Restl-Essen.

2.Wie kam es zu deinem Namen?
Da ich im Mittelalter die Form von Ritt erschilden aus der italienischen Stadt Pavia hatt e, wurde ich "armer Ritt er" bzw. Pavesen oder Povesen getauft, abgeleitet von pavese - "aus Pavia".

3. Hast du Verwandte und wo leben sie?
Ich habe viele süße und pikante Geschwister auf der ganzen Welt. In den USA bin ich als French Toast bekannt und werde zum Frühstück mit Butt er und Ahornsirup serviert. In Portugal heiße ich Rabanadas. Dort bin ich ein traditionelles Weihnachtsgebäck, das mit einer Soße aus Zucker, Zimt, Wasser und Portwein begossen wird. In Spanien bin ich eine traditionelle Fastenspeise und werde Torrijas gerufen. In Ungarn sagt man Bundáskenyér ("Brot in Pelz") zu mir und dort isst man mich gesalzen.

4. Wie bist du in die österreichische Küche gelangt?
In Böhmen gab es in den Bauerngärten viele Zwetschken. Um sie haltbar zu machen, wurden sie – ohne Zugabe von teurem Zucker - zu einem Mus, dem Powidl, eingekocht, und waren so auf Vorrat im Haus. Da die Bauern immer neue Möglichkeiten suchten, wie sie mich variieren können, begannen sie, mich mit Powidl zu verfeinern. Diese Kombination fand den Weg nach Österreich. Seither bin ich als Powidl-Pofesen in Almhütt en eine beliebte Süßspeise.

5. Wie wirst du zubereitet?
Meine Grundzutat sind altbackene Brotscheiben. Diese werden mit Powidl bestrichen, zusammengelegt, in einer Mischung aus Milch, Eiern und Zucker eingeweicht und dann in Fett ausgebacken. Staubzucker zum Schluss darüber und fertig bin ich.