Kresse

23.03.2015

KLEINES BLATT, GEBALLTE KRAFT

Ob Garten-, Senf-, Rettich-, Rucola- oder Brunnen-Kresse: Ab sofort gibt es fünf verschiedene Kressesorten bei SPAR. Das feinwürzige Aroma gibt der Frühlingsküche eine besondere Note. Plus: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Brunnenkresse ein wertvolles Lebensmittel ist.

Wenn Sie an wertvolles Gemüse und frisches Obst denken, welche Nahrungsmitt el kommen Ihnen dabei in den Sinn? Spinat, Paprika, Brokkoli, Karott en, Äpfel oder Beeren? Dann werden Sie jetzt sicherlich überrascht sein, denn eine aktuelle US-Studie belegt, dass die Brunnenkresse das nahrhaft este Gemüse ist. Wissenschaft - ler der William Paterson University in New Jersey nahmen im Vorjahr 47 Obst- und Gemüsesorten unter die Lupe und berechneten, zu welchem Anteil jeweils 100 Gramm den Tagesbedarf an 17 essenziellen Nährstoff en – u. a. Kalium, Eisen, Kalzium, Eiweiß und die Vitamine A, B6, B12, C, D, E und K – decken. Dabei erreichte die Brunnenkresse die höchsten Werte und ging als Siegerin hervor. Diätologin Maria Benedikt vom Universitätsklinikum Salzburg zeigt sich wenig überrascht: „Im Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunst, wird Kresse schon seit Jahrtausenden eingesetzt. Auch die alten Ägypter, Griechen und Römer bauten Kresse an und wussten bestens über ihre besonderen Eigenschaft en und Wirkungen Bescheid.“

VITAMIN-C-LIEFERANT

Zwar ist in der Studie nur von der Brunnenkresse die Rede. Doch auch die anderen Kressearten wie die Garten-, Rett ich-, Senf- und Rucolakresse enthalten wichtige Inhaltsstoff e, die für das Wohlbefi nden der Menschen wesentlich sind.

»Die Kresse am besten frisch ernten und dann gleich roh verzehren. So bleiben die Inhaltsstoffe und das Aroma erhalten.«
MARIA BENEDIKT, DIÄTOLOGIN

Benedikt: „Sie alle beinhalten beispielsweise Vitamin C.“ Vitamin C unterstützt unter anderem die Aufnahme von Eisen und hilft den Zellen, sich vor oxidativem Stress zu schützen.

WÜRZIG-SCHARFES AROMA DURCH SENFÖLE

Kresse zeichnet sich durch ihren typischen senf- bis rettichartigen, leicht scharfen bis pfeffrigen Geschmack und Geruch aus. Benedikt: „Grund dafür sind die Senfölglykoside. Dies sind charakteristische Inhaltsstoff e von Kapuziner-, Rucola-, Brunnen- und Gartenkresse, die erst beim Zerkleinern des Gemüses freigesetzt werden. Sie sind verantwortlich für den würzigscharfen Geschmack, der eigentlich den Pflanzen zum Schutz vor Fraßschäden durch Insekten dient.“ Für den Menschen hingegen wird die Kresse dadurch zu einer aromatischen Zutat. Benedikt: „Von allen Kressesorten werden die Blätter frisch gegessen. Sie sollten nicht erhitzt werden, da sich ein bitterer Geschmack entwickeln kann. Sie schmeckt besonders gut auf einem Butterbrot, in frischen Salaten oder in Frischkäse- und Topfen-Aufstrichen.

DAS SAGT DIE EXPERTIN

DIÄTOLOGIN UND GASTROSOPHIN MARIA BENEDIKT VOM UNIVERSITÄTSKLINIKUM

SALZBURG ÜBER ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN DER KRESSE

 

Welche Kressearten gibt es?

Maria Benedikt: Der Überbegriff Kresse wird in drei verschiedene Gattungen unterteilt: Brunnenkresse, Gartenkresse und Kapuzinerkresse. Bei uns am häufigsten verwendet wird die Gartenkresse, für Dekorationszwecke bei Speisen kommen zudem gerne die Blüten der Kapuzinerkresse zum Einsatz. Schließlich werden so auch noch die Keimblätter von Gemüse bezeichnet. Deshalb gibt es etwa auch Rucola- oder Rettichkresse.

Worin liegen die Unterschiede zwischen den Sorten?

Benedikt: Gartenkresse ist eine einjährige Kulturpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse, Kapuzinerkresse ist mehrjährig, und die Brunnenkresse ist eine Sumpf- bzw. Wasserpflanze, deren bis zu 80 Zentimeter lange Stängel im Wasser liegen.

Wie soll man Kresse am besten essen?

Benedikt: Man kann Kresse zwar, so wie jedes andere Gemüse auch, kurz blanchieren. Aber idealerweise wird sie roh gegessen, weil sich durch das Erhitzen die Inhaltsstoff e verflüchtigen. Mir schmeckt Kresse am besten in einem frischen grünen Smoothie.

Welche Zutaten kann man in einen Smoothie hinein tun?

Benedikt: Geben Sie drei Handvoll jungen Spinat, einen Bund Petersilie, eine Handvoll Kresse, eine Avokado, zwei Birnen, etwa ein Drittel einer Salatgurke, eine Banane, einen Apfel, etwas Zitronensaft, etwas Wasser und zwei Teelöffel über Nacht in Wasser aufgequollene Lein- oder Chiasamen in den Mixer und vermengen Sie alles so lange, bis der Smoothie schön cremig ist.

 

Gibt es noch weitere Anwendungsmöglichkeiten?

Benedikt: Äußerlich angewendet, präsentiert sich die Kresse als vielseitiges Schönheitsmittel und ist auch ein beliebter Bestandteil von Hautcremes. Doch auch wenn man einen selbstgemachten Aufguss auf die Haut aufträgt, kann das mithelfen, das Hautbild zu verfeinern und Hautunreinheiten wie Pickel zu beseitigen. 

Man kann sie aber auch in Suppen streuen oder über Fisch-, Fleischund Pastagerichte.“ Doch, betont die Ernährungs-Expertin: „Die Kresse baut ihre Aromastoff e innerhalb von rund 40 Minuten nach dem Ernten ab. Aus dem gleichen Grund, so Benedikt, eignet sich Kresse nicht so wie andere beliebte Küchenkräuter zum Trocknen. Sollten Sie dennoch Kresse einmal länger lagern wollen: im BioFresh-Fach kann abgeschnittene oder verpackte Kresse bis zu zehn Tagen aufbewahrt werden. Wenn man das Vitamin C sowie die geschmacklichen Effekte aber voll ausnützen möchte, sollte man die Kresse immer ganz frisch ernten und dann gleich roh verzehren.“ Am besten ist es also, wenn Sie stets ein frisches Kresse-Schälchen in der Küche am Fensterbrett bereitstehen haben.