5 Fragen an den Heringsschmaus

22.01.2015

1 Wann wurdest du geboren?
 Im 4. Jahrhundert führte das Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit ein, die auf Ostern vorbereiten soll. In dieser Zeit waren weder Alkohol noch Fleisch erlaubt. So hat sich Fisch als Alternative angeboten. Aber erst ab dem Mittelalter wurde mein Hauptbestandteil, der eingelegte und geräucherte Salzhering, eine begehrte Fastenspeise, sodass ich traditionell ab Aschermittwoch gegessen wurde.

2 Weshalb hat man dich nach dem Hering benannt?
Dafür waren gleich drei Gründe ausschlaggebend. Zum einen ist der Hering ein nahrhaft er Fisch, der eine wunderbare Eiweißquelle ist. Zweitens konnte man ihn problemlos mittels Salz und Kalträuchern konservieren. So wurde er lange haltbar und konnte vom hohen Norden – er ist in der Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik beheimatet – über weite Strecken transportiert werden. Und drittens gab es viele Heringe, weshalb sie günstig waren und sich auch in der ärmeren Bevölkerung verbreiten konnten. So wurde er bald zur Standard-Fastennahrung. Also gab man mir seinen Namen.

3 Wie hast du dich vom Fasten-Brauch zum „Schmaus“ entwickelt?
Ich liefere wichtige Mineralien und Salze, die ein dehydrierter Körper braucht, um seinen Elektrolythaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Deshalb eigne ich mich nach dem feucht-fröhlichen Faschingsdienstag gut als Katerfrühstück. Das haben sich die Gastronomen nach dem Zweiten Weltkrieg zunutze gemacht und mit mir als Hauptspeise aus dem ersten Fasttag nach dem Fasching ein kulinarisches Fest gemacht, das mittlerweile zur Tradition wurde.

4 Musst du immer mit Salzheringen zubereitet werden? Nein, das war nur früher so, weil es kaum andere Varianten gab. Heute kann man auch milde Matjes, sauer eingelegte, kopflose Bismarckheringe, eingerollte, pikant gefüllte Rollmöpse ohne Kopf und Schwanzflosse, fein und marinierte Russen, über Buchen- und Eichenholz heißgeräucherte Bücklinge oder kaltgeräucherte Lachsheringe servieren. Zu einem warmen Schmaus werde ich, wenn man den rohen, „grünen Hering“ in einen Brathering verwandelt.

5 Wie genießt man dich am besten? Ein Klassiker bin ich als Salat, den man mit Zutaten wie Kapern, Essiggurkerln, Kartoffeln, Nüssen, Äpfeln, grünen Bohnen oder Roter Rübe verfeinern kann und mit verschiedenen Mayonnaise-, Sauerrahm oder Jogurt-Dressings mariniert. Wurde früher meist Hering in verschiedenen Varianten für meine Zubereitung verwendet, sind heute auch Krabben und Lachs oft mit dabei.