Energie zum Trinken

17.03.2014

Koffeinhaltige Getränke werden aufgrund ihrer aufmunternden Wirkung vielfach geschätzt. Doch Vorsicht: Zu viel Koffein kann auch schädlich sein.  Morgens eine Tasse Kaffee oder schwarzen Tee, um in die Gänge zu kommen, am Nachmittag ein starker Espresso, um wach zu bleiben, abends ein Energy- oder Cola-Getränk, um konzentrierter für die Prüfung lernen zu können: Koffeinhaltige Getränke sind ein fixer Bestandteil unseres täglichen Lebens. Nicht nur, weil sie schmecken, sondern auch, weil sie für eine Belebung von Geist und Körper sorgen. Primar Christian Datz, Vorstand der Internen Abteilung im Krankenhaus Oberndorf bei Salzburg, bestätigt die Wirkung: „Das Stimulans Koffein hat zwei unterschiedliche Wirkungsweisen: Zum einen regt es das zentrale Nervensystem an, und zum anderen aktiviert es die Herztätigkeit.“

WACHMACHER UND LEISTUNGSSTEIGERER

In hektischen Zeiten, in denen Leistungsdruck, lange Arbeitstage und wenig Schlaf müde machen und die Konzentrationsfähigkeit rauben, können sich munter machende und leistungssteigernde Getränke kurzfristig positiv auf die Arbeits und Lernleistung auswirken. Datz: „Nach der Koffeinzufuhr erhöhen sich Puls und Blutdruck, wodurch das Herz häufiger zu schlagen beginnt. So gelangt vermehrt Sauerstoff ins Gehirn, aber auch in die Muskeln.“ Als gesichert gilt daher, dass durch die Einnahme von Koffein Ermüdungserscheinungen vermindert, der Antrieb gesteigert, sowie Stimmung und Aufmerksamkeit verbessert werden. Außerdem können nicht nur das Konzentrationsvermögen sowie die Aufnahme und Speicherfähigkeit des Gehirns, sondern auch das körperliche Leistungsvermögen, etwa beim Sport, erhöht werden.“

KAFFEE, TEE ODER KAKAO?

Neben den Kaffeebohnen und den Blättern des Teestrauchs beinhalten etwa 60 weitere Pflanzen Koffein. So kommt das psychoaktive Alkaloid etwa in der Kakaobohne, in den Samen des Guarana-Strauches, den Blättern des Mate-Strauches und in der Kolanuss vor. Guarana, Mate und Kolanuss-Extrakt werden meist Energydrinks oder einigen Cola-Getränken zugesetzt. So unterschiedlich die Getränke schmecken, so unterschiedlich sind Koffeingehalt und Wirkung. Während eine Tasse Kaffee etwa 80–120 mg Koffein enthält, kommen Tee und Energydrinks auf ca. 20–40 mg, Cola-Getränke rangieren dahinter mit 15 mg, eine Tasse Kakao enthält rund 6 mg. Vergleicht man den Koffeingehalt von Kaffee und Tee mit dem von Cola- oder Energydrinks, kommt man zu überraschenden Ergebnissen. Kaffee ist rund dreimal so stark wie ein Energydrink, Tee rund doppelt so stark wie ein Cola-Getränk. Zudem liegt Tee in etwa auf dem Niveau von Energydrinks. Kaffee und Tee erweisen sich daher als gute Alternative zu den – meist auch noch stark gezuckerten – koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken. Aber Achtung: Wie bei allen psychoaktiven Substanzen lauern auch hinter Kaffee, Tee & Co Gefahren und Nebenwirkungen. Aus diesem Grund sollte vorsichtig mit Koffein umgegangen werden. Primar Datz: „Ob das Koffein aus Kaffee, Tee oder anderen koffeinhaltigen Getränken stammt, macht keinen Unterschied. Die Dosis ist entscheidend.“ Und setzt nach: „Wichtig ist, dass koffeinhaltige Getränke in Maßen getrunken werden. Zwei Tassen Tee oder Kaffee am Tag sind völlig in Ordnung.“

GEWÖHNUNG VERRINGERT BELEBENDE WIRKUNG

Durch den regelmäßigen Konsum von Koffein gewohnt sich der Körper jedoch an die Substanz.  Die Folge: Die belebende Wirkung wird weniger spürbar, man ist versucht, die Dosis zu erhöhen. Datz warnt: „Zu viel Koffein kann zu innerer Unruhe, Herzrasen, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen fuhren.“ Legt man hingegen den Retourgang ein und versucht, den Koffeinkonsum zu reduzieren, können Entwöhnungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit und Schläfrigkeit eintreten.

KOFFEINFREIE ALTERNATIVEN

Wer auf Koffein verzichten will, kann dennoch Körper und Geist in Schwung bringen. Ingwer-Tee sowie Tees aus Pflanzenextrakten wie Weisdorn, Rosmarin oder Kampfer haben sich als kreislauffordernd und blutdrucksteigernd erwiesen. Und das bewahrteste Mittel von allen heißt immer noch: ausreichend trinken. Je mehr Flüssigkeit in den Adern zirkuliert, desto hoher steigt der Blutdruck und desto besser ist die Sauerstoffversorgung des Körpers. Trinken Sie daher etwa zwei Liter pro Tag, am besten Wasser, verdünnte und ungesüßte Fruchtsafte oder Früchte- und Kräutertees.