Scharf-Macher

25.01.2016

Passend zum Valentinstag präsentieren wir Ihnen Lebensmittel, die alten Mythen zufolge bereits in der Antike Lust auf Liebe gemacht haben sollen.

Der „Tag der Liebe“ naht – am 14. Februar wird wohl wieder so manches Candle-Light-Dinner den Auftakt für einen längeren romantischen Abend bilden. Egal, ob man im Restaurant speist oder sich der häuslichen kulinarischen Zweisamkeit hingibt: Raffiniert zusammengestellte Menüs können sich mithilfe von Aphrodisiaka genannten Lebensmitteln auf die Leidenschaft auswirken. Benannt nach Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe, wurden Aphrodisiaka über Tausende von Jahren verwendet. Viele Kulturen und Traditionen bewahrten das Wissen um lustschaffende Lebensmittel, und hielten die Mythen, die sich um diese ranken, am Leben. Wir stellen Ihnen auf den folgenden Seiten eine Hitliste der zehn anregendsten Lebensmittel und ihre überlieferte Geschichte vor.    

Viele Wege führen zur Lust Vorweg: Wie genau wirken diese aphrodisierenden Lebensmittel auf uns? Anti-Aging-Experte Prof. Dr. med. Markus Metka erläutert die verschiedenen Wege:    

1. BAHN FREI!
Manche Gewürze oder Genussmittel beeinflussen schlichtweg die Durchblutung unseres Körpers – und damit auch jene unserer Sexualorgane. Hierzu zählen zum Beispiel die Chilischote, Pfeffer, Ingwer und Kaffee.  

2. KICK FÜRS OBERSTÜBCHEN.
Manche Kräuter enthalten Substanzen, die vor allem unser Gehirn beeinflussen – und damit unser größtes Sexualorgan, wie schon Sigmund Freud überzeugt war. Rosmarin oder Pfefferminze zählen zu den Vertretern dieser Gruppe.  

3. DOPPELGÄNGER.
Dann gibt es Nahrungsmittel, die pflanzliche Sexualhormone enthalten – diese „imitieren“ gewissermaßen ihre „echten“ Hormonkollegen. Der prominenteste Vertreter dieser Gruppe ist der Granatapfel, aber auch Ginseng, Ingwer oder Soja zählen dazu.  

4. OHNE UMSCHWEIFE.
Manche Aphrodisiaka regen über einen Mikronährstoff direkt die Aktivität der Keimdrüsen an – also der Hoden bzw. der Eierstöcke. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Petersilie.  

5. FREIHEIT FÜR HORMONE!
In unserem Körper gibt es ein Globulin (SHBG), das Sexualhormone bindet und damit quasi ausschaltet. Sinkt dieses Globulin, steigt die Lust. Ähnlich funktioniert dies mit einer Substanz in der Artischocke.  

6. GEHALTVOLL.
Eine weitere Gruppe der anregenden Lebensmittel wirkt über ihren hohen Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen – allen voran Zink. Dieses aktiviert Enzyme, die Testosteron erzeugen. Zink ist reichlich in Meeresfrüchten wie Garnelen, Hummer und Krebsen enthalten. Auch der Jodgehalt eines Lebensmittels trägt sein Scherflein bei, da dieser Stoff die Schilddrüse und damit die Libido aktiviert.  

7. DUFTSPUR.
Dann soll das Aphrodisieren auch noch über den Duft gut funktionieren – wie bei den Trüffeln, die ein Pheromon enthalten, das auch im Speichel von Ebern und in geringerer Konzentration im menschlichen Schweiß vorkommt. Androstenol lässt die Sauen verzückt im Erdreich wühlen, denn dieser Duftstoff zieht sie enorm an. Auf demselben Prinzip soll die anregende Wirkung von Vanille und Zimt basieren.    

                                                                                                                                       

Jahrtausendealte Mythen
Trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise glaubten die Menschen seit jeher an die Lust steigernden Eigenschaften von Aphrodisiaka, und dass sie stimulierend auf das menschliche Verhalten wirken. Besonders die alten Taoisten Chinas waren für ihre profunden Kenntnisse über Aphrodisiaka bekannt, im indischen Ayurveda werden früher wie heute viele dieser Kräuter und Pflanzen zur Belebung des Körpers eingesetzt. Auch die alten Ägypter setzten auf vitalisierende Lebensmittel – vor allem auf Zwiebeln. Sie schrieben ihr so mächtige Eigenschaften zu, dass Priestern, die im Zölibat lebten, ihr Genuss untersagt wurde. Aus dem alten Griechenland wird überliefert, dass Linsen und Pfefferminze sowie Artischocken, Zwiebeln und Pilze die männliche Potenz bis ins hohe Alter erhalten sollen, während die Römer auf Austern und Meeresfische setzten. Gerne wurden diese Lebensmittel auch nach Lust und Laune kombiniert – so wie dies zum Beispiel schon die Maya und Azteken mit einem Liebestrank aus heißer Schokolade und echter Vanille taten. Wir stellen Ihnen die zehn spannendsten Lebensmittel vor, denen stimulierende Wirkung – sei es durch ihr Aussehen, ihren Duft oder ihre Inhaltsstoffe – nachgesagt wird, und erzählen den überlieferten Mythos, der sich rund um ihre Eigenschaften gebildet hat.   

 

Die Hitliste der 10 anregendsten Aphrodisiaka  

Feige: Die Frucht mit sexy Optik 
Die Feige war ausnahmsweise nicht Aphrodite, sondern Dionysos, dem Gott des Weines und des Rausches, geweiht. Im antiken Griechenland und Ägypten galten Feigenketten als erotisches Symbol, in dem man so manche Ähnlichkeiten mit den männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen zu erkennen glaubte.      

Im Liebesglück mit (dunkler) Schokolade
Eigentlich war es ja die Kakaobohne, die schon bei den Azteken als das „Lebensmittel der Götter“ galt – und das nicht ohne erotischen Hintergrund. Auch heute sagt man: Je höher der Kakaoanteil, desto luststeigernder die Wirkung von Schokolade. Ganz abgesehen vom sinnlichen Erlebnis und den Glücksgefühlen, die beim Naschen entstehen können: Schokolade enthält die Aminosäure L-Tryptophan, aus der im Gehirn das Glückshormon Serotonin entsteht, das uns in einen verliebtheitsähnlichen Zustand versetzt.    

Das betörende Aroma der Vanille
Die Königin der Gewürze soll unsere Sinne anregen – allen voran den Geruchssinn, was sie auch als Zusatz für Parfums interessant macht. Wie die Trüffel enthält die Vanille olfaktorische Lockstoffe, die an menschliche Pheromone erinnern. Auch dieses Wissen geht schon auf alte Völker zurück – so haben die Inkas und die Mayas das feine Gewürz nicht nur auf dem Teller genossen, sondern sich damit auch den Körper eingerieben.   

Die Liebeskraft des Safrans
Der Safran gilt als das kostbarste aller Gewürze. Ein Grund dafür könnte auch in seiner Erotik-Power liegen, die ebenfalls schon seit der Antike bekannt ist. Wobei sich die Überlieferungen nicht einig sind, ob er beide Geschlechter gleichermaßen oder besonders die Frauen oder die Männer in ihrer Sinnlichkeit stärkt. Aus der Blüte einer Krokusart gewonnen, sollen die Safranfäden eine erregende Wirkung haben.    

Der Granatapfel als Symbol der Fruchtbarkeit 
Seit jeher werden der Granatapfel und der aus ihm gewonnene Saft als Liebeselixier gehandelt. Im antiken Griechenland galt er als Symbol für die Göttin Aphrodite. Auch heute wirft man vielerorts getrocknete Granatapfelkerne auf griechische Brautpaare, um ihnen viele Kinder zu bescheren. Dank seiner pflanzlichen Sexualhormone soll er der Libido einen Kick geben – bei Männern und bei Frauen. 

Petersilie: Das lustvolle Gartenkraut
Auch um die so harmlos wirkende Petersilie ranken sich schon seit der Antike Mythen – so war dieses Kraut gar den griechischen Kriegern versagt, damit sie nicht mit sexuellen Energien aufgeladen werden. Und die Nymphe Kalypso soll ihre Insel mit einem Teppich von Petersilie belegen lassen haben, bevor sie Odysseus empfing und verführte. Kein Wunder, dass die Petersilie auch im Mittelalter fixer Bestandteil erotisierender Cremen und Liebestränke war … 

Chili: Doppelter Scharfmacher
Schon seit Jahrtausenden gilt Chili als ein Anheizer der Leidenschaft – bereits die Azteken machten sich diese Eigenschaft zunutze und verstärkten ihre anregende Kraft noch durch die Kombination mit Vanille und Kakao. Denn Chili soll nicht nur im ganzen Körper – und damit auch im Unterleib – für mehr Blutfluss sorgen. Zuätzlich soll er auch über das in den Trennhäuten der Frucht enthaltene Capsaicin den Körper zur Produktion von Glückshormonen anregen – als eine Art Abwehrreaktion gegen die höllische Schärfe.

Zimt: Der orientalische Verführer
Schon im Alten Ägypten zur Zeit der Pharaonen war der Zimt als Aphrodisiakum geschätzt. Und besonders im Orient gilt er auch heute als ein Gewürz für Lust und Leidenschaft. Er wirkt sich nicht nur auf die Durchblutung, sondern auch auf die Produktion von Sexualduftstoffen aus. Und noch eine Eigenschaft des Zimts scheint nicht unwesentlich für das Liebesspiel zu sein: Er soll auch schlechten Atem neutralisieren.

Auf Touren kommen mit Fisch & Meeresfrüchten
Eigentlich gilt ja die Auster schon seit Casanova als ein Meerestier mit Erregungspotenzial. Preisgünstigere, leichter verfügbare Alternativen sind etwa Garnelen, Miesmuscheln, Krabben, Langusten oder Krebse, die uns ebenfalls mit stimulierendem Zink und Eiweiß versorgen. Auch der hohe Omega-3-Fettsäuren-Anteil in Lachs, Sardinen und Makrelen wirkt sich auf die Durchblutung und damit anregend aus. Und der Thunfisch lässt aufgrund seines hohen Magnesiumgehalts auf eine prickelnde Liebesnacht hoffen … 

Noch ein Kick mit Kaffee
Viel Positives wird dem Kaffee nachgesagt: Er soll ganz generell aktiver machen und sogar den Spermien zu mehr Beweglichkeit verhelfen. Vor rund 300 Jahren wurde er oft bewusst als Aphrodisiakum zubereitet – vermengt mit Kardamom. Und eines kann man sowieso nicht leugnen: So ein richtig starker Espresso macht zumindest richtig wach – eine wichtige Voraussetzung für eine ausgiebige Liebesnacht …